Achtsame Beziehungen

Schön, dass es Dich gibt!

 

Achtsam kann jeder von uns auch in Freundschaften und Beziehungen sein. Jeder von uns weiß, dass Beziehungen zu anderen Menschen sich in einem steten Wandel befinden. Viele empfinden das als stetiges Ärgernis. Wenn Sie aber lernen, diesen Wandel zu akzeptieren, indem Sie sich klar machen, dass Stagnation Tod bedeutet, wird jede Beziehung leichter.

Niemand kann einen anderen Menschen ändern

 

Denken Sie auch oft, dass Ihr Gegenüber doch besser ganz anders sein oder reagieren sollte?

Die Freundin könnte doch endlich damit aufhören, immer über Ihren Mann zu schimpfen.

Die Kollegin sollte doch besser Ihre Arbeit tun, anstatt ein Schwätzchen mit dem Kollegen zu halten.

Der Onkel müsste doch besser auf seine Gesundheit achten.

Bei jeder zwischenmenschlichen Begegnung prallen zwei Leben zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bevor Sie in die Bewertung gehen, versuchen Sie erst einmal aufmerksam zuzuhören. Gibt es da etwas zwischen den Zeilen zu hören?

Lädt Ihre Freundin nur wieder seinen Frust bei Ihnen ab? Sie bleiben mit all dem abgeladenen Frust zurück und Ihr Gegenüber zieht fröhlich von dannen.

Beneiden Sie vielleicht insgeheim Ihre Kollegin für Ihre Lockerheit?

Verfolgt der Onkel vielleicht ein ganz anderes Ziel in seinem Leben?

Es ist wichtig zu erkennen, dass Sie keinen anderen Menschen ändern können, aber Sie können Ihre Einstellungen und Reaktionen verändern!

Was bedeutet das?

 

Überlegen Sie sich im Vorfeld gut, wie Sie mit einer immer wiederkehrenden Situation bisher umgegangen sind. Dann legen Sie sich eine neue Strategie zurecht, die Sie einige Zeit immer wieder im Kopf proben.

Haben Sie bisher Ihrer Freundin aus falsch verstandener Loyalität immer kritiklos zugehört und hatten schon keine Lust mehr auf ein neues Treffen? Macht Sie das traurig, da Sie Ihre Freundin vermissen? Fühlen Sie sich missbraucht als Abfallkübel?

Wie könnten Sie diese Situation verändern?

Seien Sie ehrlich zu sich selber, denn das bedeutet, Achtsamkeit für sich und seine Bedürfnisse zu entwickeln. Teilen Sie Ihrer Freundin all Ihre Gefühle mit. Vielleicht beginnen Sie damit, wie sehr Sie die guten Gespräche von früher vermissen. Stellen Sie klar, dass Sie das Problem der Freundin durchaus sehen, es aber nicht in Ihrer Hand liegt, dies zu ändern. Mit ehrlichen offenen Fragen kann das Gespräch vertieft werden. Wenn es sein muss, machen Sie Ihrer Freundin auch klar, dass Sie für diese Art der Ich-Bezogenheit nicht mehr zur Verfügung stehen. Seien Sie bereit, alles was Sie fühlen, in einer wertschätzenden Weise mitzuteilen, auch wenn Sie Angst vor der Reaktion der Freundin haben.

In Bezug auf Ihre Kollegin könnten Sie ganz ehrlich Ihre Gefühle reflektieren. Was lässt Sie so ärgerlich reagieren? Dass die Arbeit an Ihnen hängen bleibt? Dann sprechen Sie das bei nächster Gelegenheit an. Dass Sie beliebter ist, da Sie immer Zeit für andere hat. Wie können Sie diese Erkenntnis für sich nutzen? Können Sie eventuell sogar etwas daraus lernen?

Ihr Onkel achtet nicht auf sich, das regt Sie auf. Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum das so ist? Oder haben Sie vorschnell ein Urteil gefällt, dass er ….Vieleicht ist er einsam und bekommt nur etwas Zuwendung, indem er seinem Körper etwas antut. Eventuell ist ihm das gar nicht bewusst. Suchen Sie das Gespräch und holen Sie sich unter Umständen bei Profis einen Rat. Wahrscheinlich benötigen Sie sogar weniger Zeit mit Ihrem Onkel, wenn Sie achtsam und offen zuhören. Stellen Sie Fragen in Bezug auf das Problem und halten Sie sich erst einmal mit Lösungsvorschlägen zurück. Es ist unangebracht, einen erwachsenen Menschen zu bevormunden. Machen Sie erst Vorschläge, wenn es den Anschein hat, dass keine Lösung von Seiten des Onkels gefunden werden kann. Eine Minute, in der man uns wirklich sieht, ist ein wertvolles Geschenk!

„Du kennst mich.
Du siehst mich, wenn ich Angst habe, du siehst mich,
wenn ich mich verstecke und nicht zugebe, was ich getan habe.
Du siehst mich, wenn ich allein bin und von großen Dingen träume
und von dem Leben, das vor mir liegt.
– Wie gut, dass du mich siehst.-“
Jörg Zink

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