Jod der kleinen Helfer bei Hashimoto Thyreoiditis

Mikronährstoff Jod bei Hashimoto Thyreoiditis

Damit der Synthesekreislauf und der Regelkreis der Schilddrüse reibungslos ablaufen können, sind bestimmte Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) wesentlich. Diese möchte ich Ihnen in den nächsten Blogbeiträgen gerne vorstellen. Mikronährstoffe (Jod, Selen…) sind für die Produktion und Regulation der Schilddrüsenhormone unabdingbar.

Jod

Jod

Ich beginne gleich mit dem umstrittenen Jod. Viele Jahrzehnte herrschte die Meinung vor, dass Jod für einen an Hashimoto Thyreoiditis erkrankten Menschen ein Problem darstellt. Deshalb wurde empfohlen, Jod zu meiden. Ich selber habe 20 Jahre lang kein Jod (nur über L-Thyroxin-Tabletten und versteckt in Nahrungsmitteln in denen es nicht deklariert wurde) zu mir genommen. Aus gutem Grund, denn schon allerkleinste Mengen lösten beängstigende Symptome bei mir aus. Es kam sofort zu Herzrasen, Schwindel, pochen im Hals, Schweißbildung, um nur die heftigsten Reaktionen aufzuzeigen. Die Herzprobleme waren teilweise so massiv, dass ich glaubte, nun sterben zu müssen. Danach hatte ich sofort einen Anstieg der Autoimmunwerte im Blut.

Deshalb mied ich Jod, wo immer möglich. Aber über die Jahre ging es meiner Schilddrüse und mir immer schlechter. Dann kam die wissenschaftliche Wende. Nun wurde Jod als Hashimoto Therapie angepriesen. Ich bin ja ein sehr kritischer Mensch und ging erst einmal auf Distanz, da mir meine Symptome noch überdeutlich im Gedächtnis eingeprägt waren. Ich beschäftigte mich noch einmal eingehend mit Jod.

Jod steht im Periodensystem in der 7. Hauptgruppe, ist also ein Halogen. Diese Nichtmetalle kommen in der Natur hauptsächlich als Salz vor. Alle Halogene sind sehr reaktionsfreudig, wobei das Jod die niedrigste Reaktivität aufweist.

Biochemisch wirkt Jod in der Schilddrüse und als Antioxidans. Ein Jodmangel fördert demnach Erkrankungen, die durch eine oxidative Schädigung verursacht werden. Hierzu zählen Brustkrebs, Diabetes Typ II und Herz-Kreislauferkrankungen.

Wofür wird Jod im Körper gebraucht?

  • Bildung von Geschlechtshormonen, von Neurotransmittern (Hirnbotenstoffen) und von Schilddrüsenhormonen
  • Elimination freier Radikaler (aggressive Sauerstoffmoleküle), die die Zellen schädigen und ein wichtiger Faktor für vorzeitige Alterung und Degeneration sind
  • Entgiftung toxischer Metalle (z. B. Schwermetalle wie Quecksilber, Blei)
  • Hirnreifung von Fötus/Neugeborenem
  • Immunstimulation
  • Keimabwehr (Abwehr von Bakterien etc.)
  • Regulation von Zellwachstum und Zellteilung
  • Tumorabwehr durch Einleitung der Apoptose (Zelltod der Krebszelle)

Wer also in einem ständigen Jodmangel lebt, schädigt seinen Körper auf vielfältige Weise.


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Diagnose

Bevor ich nun das Wagnis einging wieder Jod zuzuführen, war es mir ganz wichtig, meinen Jodstatus zu bestimmen.

Die Jodmessung erfolgt im Urin und wird von vielen Heilpraktikern und Ärzten als selbstzuzahlende Leistung angeboten.

Erstaunlicherweise war mein Mangel nicht ganz so eklatant wie erwartet. Aber er war dennoch deutlich und behandlungsbedürftig.

Therapie

Ich entschloss mich also den Frosch zu küssen und begann mit meinem Selbstversuch. Ich besorgte mir Jodtabletten in der Apotheke. Ehrlich gesagt hatte ich großen Respekt vor diesen kleinen Tabletten. Eine Tablette hatte 0,1 mg Jod. Das erschien mir ein zu großes Risiko, sodass ich sie viertelte. Die Reaktion war dennoch mächtig. Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, Klosgefühl im Hals. Am liebsten hätte ich mein Experiment abgebrochen. Ich zog es durch und blieb immer weiter bei der Minidosis mit immer derselben Reaktion.

Dann entdeckte ich die Jodkapseln von Tisso. Da ich von der Qualität der Tisso Produkte überzeugt bin, bestellte ich mir eine Dose. Eine Kapsel enthält hier 0,15 mg Jod. Kapseln sind blöd zu teilen, dennoch öffnete ich täglich eine und entnahm ein Paar Krümel des Inhaltes und schluckte sie. Zu meinem Erstaunen waren die Reaktionen kaum spürbar. Erst dachte ich, vielleicht habe ich weniger Wirkstoff genommen. Am nächsten Tag nahm ich mehr, doch die Reaktionen waren auch nicht so heftig wie mit der Jodtablette aus der Apotheke. Ich wurde immer mutiger und innerhalb von zwei Wochen nahm ich eine ganze Kapsel, ohne Reaktionen.


Tisso Iodine
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Mittlerweile nehme ich täglich zwei Mal eine Pro Iodine Kapsel von Tisso und ich konnte meine Euthyrox Einnahme von 150µg auf 50µg reduzieren. Das ist insofern bemerkenswert, da ich seit meinem 23. Lebensjahr an Hashimoto erkrankt bin, also schon 33 Jahre lang. In dieser Zeit waren meine Antikörpertiter niemals in der Norm, sodass die Krankheit normalerweise laut Schulmedizin die gesamte Schilddrüse zerstört haben müsste. Ehrlich gesagt war ich selber erstaunt, da ich ja Naturwissenschaftlerin bin.

Warum hat ein Hashimoto Patient diese Reaktionen auf Jod?

Wenn ein Hashimoto-Betroffener mit seiner chronisch entzündeten Schilddrüse Jod einnimmt, tritt bei 90% der Betroffenen eine Unverträglichkeitsreaktion auf. Diese äußert sich in Symptomen wie:

  • Druckgefühl am Hals
  • Herzrasen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Schwitzen

Diese Reaktionen treten auf, weil die Schilddrüse chronisch krank ist. Sie ist autoimmun und hat gegen das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) Antikörper gebildet. Das bedeutet, das Immunsystem greift dieses Enzym an und zerstört es. Dieses Enzym ist dafür da, das Jodid aus der Nahrung zu oxidieren und so dafür zu sorgen, dass das nun hochreaktive Jod an Tyrosin angebunden wird. Deshalb kann die Schilddrüse das Jod nicht mehr verarbeiten. Das hochreaktive Jod löst dann die bekannten Reaktionen bei Hashimoto-Patienten aus. Die Pro Iodine Kapseln enthalten Astaxanthin, ein Superoxidans, das, so vermute ich, die Reaktionen deutlich mindert. Astaxanthin ist außerdem ein Entzündungshemmer.

Vielleicht auch lesenswert: https://blog.annette-pitzer.de/die-bedeutung-von-jod-und-selen-fuer-die-schilddruese/#more-923

24 Antworten auf „Jod der kleinen Helfer bei Hashimoto Thyreoiditis“

  1. Hallo! Auch wenn ich dieses Hashimoto nicht habe, kenne ich einige Leute, die davon betroffen sind. Sie alle nehmen, so weit ich weiß, Jod. Danke für die Infos! Werde Deinen Beitrag mal weiter leiten. VG! Sirit

  2. Sehr informativ 🙂 Ich kann Dir in der Hinsicht aber empfehlen nicht Tabletten aus der Apotheke zu nehmen. Diese sind meist synthetisch und für den Körper nur in den geringsten (!) Mengen aufnehmbar. Ich hatte hier jahrelang mit Magnesiummangel zu kämpfen. Erst als ich hinterfragt habe was mir die Apotheke so gibt, habe ich gelernt, dass mein Mangel nicht weniger werden kann, da die synthetischen Produkte der Körper nicht aufnehmen kann. Ich greife daher auf natürliche Vitamine und Nährstoffe in flüssiger Form zurück. Diese kann der Körper zu 100% aufnehmen und ich weiß was da drin ist 🙂

    LG Danie von moreaboutdanie

    1. Liebe Tina,
      da bin ich ganz bei Dir. Sich im Gesundheitsbereich mehr zu informieren ist für die gesamte Gesellschaft wichtig.
      Alles Liebe
      Annette

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