Schwangerschaft, Geburt und unsere Darmkeime

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Wann besiedeln uns unsere Darmkeine?

Eine spannende Frage, wann werden wir Menschen von Keimen besiedelt, oder? Geschieht dies erst bei der Geburt, oder schon als Foetus in der Gebärmutter? Es geschieht schon deutlich vor der Geburt! Warum ist das so?

Schwangerschaft Darmkeime

Wenn wir uns vorstellen unter welch gefährlichen Bedingungen unsere Vorfahren früher geboren wurden, ist es durchaus klug eingerichtet, dass unsere Darmkeime schon vor dem ersten Kontakt mit der Umwelt angesiedelt werden. Neueste Forschungen konnten zeigen, dass die wichtigsten Starterkeime wie z.B. Bifidobakterien aus dem Darm der Mutter an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Dafür wandern die mütterlichen Keime über die Darmschleimhaut in die Plazenta und gelangen so ins Fruchtwasser. Aus dem Fruchtwasser werden sie dann vom Ungeborenen aufgenommen und besiedeln dessen Darm. Dies kann aber nur geschehen, wenn die Mutter eine gesunde Darmflora mit den gewünschten Keimen aufweist.

Die zweite Besiedelung findet bei der Geburt statt. Dies geschieht allerdings nur bei einer normalen Geburt, wenn sich das Baby durch den Geburtskanal schiebt. Nun gehen weitere schützende Bakterien auf das Kind über und siedeln sich im Darm des Neugeborenen an. Kaiserschnittbabys weisen deshalb weit weniger gesunde Keime auf, da diese natürliche Besiedelung fehlt. So enthält die Darmflora von Kaiserschnittkindern weniger Laktobazillen und Bifidobakterien, die vor Krankheitskeimen schützen. Das ist mit ein Grund dafür, dass Kaiserschnittkinder häufiger und früher an Infektionen erkranken.

Nach der Entbindung gibt die Mutter durch das Stillen weiterhin Bifidobakterien an den Säugling ab. Diese Dreierstrategie sichert die Ansiedelung gesunder Darmkeime zusammen mit Umweltkeimen.

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Warum ist eine gesunde Darmflora für das Baby so wichtig?

Der Darm ist nicht nur wichtig für die Verdauung, sondern auch Teil unseres Immunsystems. In unserem Darm leben über 100 Billionen Bakterien. Bekannt sind über 1000 verschiedene Arten von Darmbakterien. Weitaus mehr sind noch nicht klassifiziert. Kein Mensch beherbergt alle Bakterien in seinem Darm. Die Zusammensetzung ist so individuell wie ein Fingerabdruck und wird als Mikrobiom bezeichnet. Unser Mikrobiom entwickelt sich erst in den ersten beiden Lebensjahren und bleibt dann unter günstigen Bedingungen relativ unverändert unser ganzes Leben bestehen.

Wie beeinflussen die Bakterien unsere Gesundheit?

Die Darmflora spielt eine wichtige Rolle für die Reifung und Aktivität des Immunsystems. Eine gute Darmflora unterstützt eine starke Körper­abwehr. Unsere Bakterien sitzen auf der Schleimschicht und verhindern, dass krank machende Bakterien sich dort nicht ansiedeln können. Außerdem teilen sie dem Immunsystem mit, wenn es notwendig ist, Antikörper gegen Krankheitskeime zu bilden.

Schwangerschaft Darmkeime
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Was kann die werdende Mutter tun?

Eine intakte Darmflora der Mutter ist extrem wichtig für die Gesundheit des Säuglings. Jede Schwangere sollte deshalb einen sogenannten Florastatus erheben lassen. Hier werden die wichtigsten Darmbakterien im Darm der Mutter bestimmt. Während der Schwangerschaft kann dann die Darmflora in Ordnung beziehungsweise optimiert werden. Diese Therapie ist für die Schwangere sehr einfach. Es lohnt sich, da sie die Wahrscheinlichkeit beim Kind an einer Dreimonatskolik, Allergien oder Neurodermitis zu erkranken deutlich senkt.

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Lesen Sie auch: https://blog.annette-pitzer.de/blog/2017/11/13/darm-ganz-ohne-charm/

 

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26 Antworten auf „Schwangerschaft, Geburt und unsere Darmkeime“

  1. Liebe Annette,

    zwar war mir gar nicht bewusst, wie gut ausgeklügelt das Sytsem der Weitergabe nützlicher Bakterien ist, aber ich habe vermutet, dass es bei uns Menschen auch so etwas geben muss. Wirklich gewusst habe ich das nur von Koalabären.
    Die Biologie ist echt spannnend.

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Huhu,
    klingt interessant dein Beitrag. Was es alles so gibt.
    Wobei ich sagen kann mein Kind ist ein Kaiserschnitt und trotzdem deutlich weniger Krank wie die anderen Kids.
    Aber jeder Körper ist anders.
    Vielen Dank für den Beitrag.
    Sabrina

  3. Wahnsinn, was da in meinem Bauch alles vor sich ging, als ich einfach nur „Mutterschiff“ war und Dinge gegessen hab, bei denen es mir jetzt eiskalt über den Rücken läuft. Aber ich kann mir das auch gut vorstellen, dass das so ist. Wie wichtig es also auch ist, dass Mama sich richtig ernährt und keinen Mist zu sich nimmt, geschweige denn Medikamente (ich durfte keine Medikamente nehmen, die über die Darmschleimhaut ins Blut geraten, jetzt weiß ich wieder, warum!) oder Drogen. Unglaublich, was man auch durch das Stillen an das Kind weitergibt. Ich hab da sehr darauf geachtet.

    Lieben Gruß, Bea.

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