Johanniskraut – Heilpflanze I des Jahres 2019

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

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Johanniskraut

In diesem Jahr wurden zwei Heilpflanzen zu den Heilpflanzen des Jahres gekürt. Beide gehören überdies zu meinen Lieblings-Heilpflanzen. Heute berichte ich über das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Im Volksmund wird das Johanniskraut auch als Herrgottskraut bezeichnet.

In meinem Garten freue ich mich über jede Johanniskraut-Pflanze und sie dankt es mir sobald sie blüht mit ihrer lichtvollen Schönheit.

Viele Menschen sind ja bei Heilpflanzen immer noch sehr skeptisch und  glauben, sie spielen in der Medizin, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle, doch dem ist nicht so. Die Wirksamkeit von Johanniskraut ist jedenfalls vielfach belegt.

Pflanzenportrait Johanniskraut

Zur Sommersonnenwende am 21. Juni steht das Johanniskraut in voller Blüte. Die sonnengelben Blüten erfreuen einerseits mit ihrer Leuchtkraft die Sinne und weisen schon auf die Heilwirkung hin. Zerreibt man die Blüten zwischen den Fingern, so wird der rote Farbstoff freigesetzt, der die Finger dann blaurot verfärbt. Schon Paracelsus (1493-1541) setzte das Johanniskraut gegen Depressionen und Melancholie ein. Die Blüten werden als Medizinaldroge auch heute dementsprechend bei leichten bis mittelschweren Depressionen verordnet. Ängste und Stimmungsschwankungen sprechen ebenfalls gut auf Johanniskraut an. Sie bringen Sonne ins Gemüt.

Betrachtet man die Blättchen der Pflanze genauer, fallen viele kleine Löchlein auf, diese spiegeln sich im lateinischen Namen perforatum (durchlöchert) wieder. Hier befinden sich die Öldrüsen der Heilpflanze. Diese Signatur gibt uns den Hinweis, weshalb die Pflanze bei Hieb- (blaue Flecken) und Stichwunden (Verletzungen) eingesetzt wird.

Johanniskraut
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Johannisöl (Rotöl)

Das Johannisöl, auch Rotöl genannt, ein Ölauszug der Blüten und Blättchen, findet seinen Einsatz als hervorragendes Massageöl. Johannisöl wirkt bei Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen und Nervenschmerzen. Viele Menschen, darunter auch ich, schätzen die Wirkung von Johannisöl bei Ischias-Schmerzen. Auch schmerzendes Narbengewebe lässt sich übrigens gut mit Johannisöl behandeln. Noch ein wichtiger Hinweis, Rotöl färbt auf die Wäsche ab und lässt sich schlecht auswaschen, deshalb nicht unbedingt die schöne Seidenwäsche nach einer Behandlung anziehen.

Rotöl Rezept

Es ist sehr einfach, Johannisöl selber herzustellen. Man benötigt dafür aber das echte Johanniskraut, keine Zuchtform.

Was Sie brauchen:

  • Das blühende Kraut (mit einer Schere das obere Drittel abschneiden)
  • Hochwertiges Bio-Olivenöl
  • Ein Schraubglas mit Deckel

Rezept

Blüten und Blätter vom Stängel streifen. Dann das Schraubglas locker mit dem Kraut füllen. Mit dem Öl aufgießen, so dass die gesamten Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind. An einem warmen und wenn möglich sonnigen Ort vier besser sechs Wochen ziehen lassen und ab und zu schütteln.

Dann das mittlerweile rot verfärbte Öl abseihen und dunkel bei Zimmertemperatur lagern. Dafür empfehlen sich dunkle Apothekerflaschen.

Wichtiger Hinweis

Johanniskraut sollte nicht länger als maximal 6 Wochen am Stück angewendet werden.

Johanniskraut  zeigt mit zahlreichen Medikamenten Wechselwirkungen. Es schwächt dabei die Wirkung der anderen Mittel ab. Dies gilt unter anderem für Arzneimittel, die gegen HIV/AIDS helfen, die das Blut verdünnen (zum Beispiel Phenprocoumon), für Zytostatika, Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten und die Antibabypille. Lassen Sie sich deshalb vorher in der Apotheke zu möglichen Wechselwirkungen beraten oder fragen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Schwangere und Stillende sollten vorsorglich auf die Einnahme von Johanniskraut verzichten.

Der Inhaltsstoff Hypericin kann die Haut lichtempfindlicher machen und zu Hautreizungen führen. Unter der Einnahme von Johanniskraut sollte man sich daher nicht zu lange in der Sonne oder im Solarium aufhalten. Aus meiner Sicht sieht man anhand dieser „Nebenwirkung“, dass Johanniskraut naturgemäß angewendet werden soll, nämlich in der lichtarmen Zeit. Die Natur gibt es vor. Nur weil uns in der modernen Zeit die Heildroge ganzjährig zur Verfügung steht, kann es zu dieser „Nebenwirkung“ kommen.

Verwechslungsgefahr

Immer mal wieder kommt es vor, dass Johanniskraut mit dem giftigen Jacobs-Greiskraut verwechselt wird. Auch wenn ich persönlich finde, dass die beiden Pflanzen sehr gut zu unterscheiden sind, sollte ein Laie Vorsicht walten lassen. Wer sich nicht 100% sicher bei einer Heilpflanzenbestimmung ist, sollte deshalb die Finger davon lassen. Kaufen Sie die fertige Teedroge, ein standardisiertes  Kapselprodukt oder Johannisöl.

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2 Replies to “Johanniskraut – Heilpflanze I des Jahres 2019”

  1. Danke für diesen sehr informativen Artikel. Ich werde ich speichern und auch meinen interessierten Kunden weitergeben. Das Interesse an Naturmedizin ist durchaus da, aber meine typische Zielgruppe stellt Fragen, will wissen, was warum wirkt und was die Nebenwirkungen sind. Hier finden sie alles.
    Danke

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