Was hat Gewicht mit Depression zu tun?

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Übergewicht und Depression

Ja ich weiß, dass auch normalgewichtige Menschen an einer Depression leiden können, aber das ist heute nicht das Thema.

Volksleiden Übergewicht trifft Depression

Die beiden Volksleiden Übergewicht und Depression treten häufig gemeinsam auf, und das ist kein Zufall. Übergewicht kann eine Depression nach sich ziehen.

Früher ging man davon aus, dass übergewichtige Menschen zu einer Depression neigen, da sie sich für ihren Körper schämen. Heute weiß man, dass das Fettgewebe selber die Ursache für Depressionen sein kann.

Vor allem das viszerale Fett (Bauchfett) ist biologisch hochaktiv. Es produziert Zytokine und fördert deshalb eine chronische Entzündung. Zytokine sind Entzündungsmediatoren. Sie wirken als Botenstoffe, über die Immunzellen miteinander kommunizieren. Kurzum sie lassen eine immunologische Reaktion beginnen und auch enden.

Forscher konnten bei Menschen, die an einer Depression leiden, erhöhte Zytokinwerte feststellen.

Zytokine

Zytokine sind für das Krankheitsgefühl, das z.B. bei einem Infekt oder einer Entzündung entsteht, verantwortlich. Wir fühlen uns dann abgeschlagen und energielos. Dieser Zustand hat viel mit den Gefühlen der Depression gemeinsam.

Zytokine bewirken, dass die Aminosäure Tryptophan schlechter verstoffwechselt wird. Hinzu kommt, dass eine chronische Entzündung Tryptophan verbraucht. So gerät Tryptophan dann mehr in mehr in einen Mangelzustand. Tryptophan ist ein Vorläufer des Hormons Serotonin. Das Wohlfühlhormon Serotonin sorgt für gute Stimmung. Fehlt Tryptophan, kann weniger Serotonin gebildet werden.

Wenig Tryptohan bedeutet wenig Serotonin, wenig Serotonin wiederum ist ein Kennzeichen einer Depression.

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Die vermehrte Produktion von Zytokinen im Fettgewebe führt also zu einem Tryptophanmangel, der die Verfügbarkeit von Serotonin senkt. Menschen, die übergewichtig sind und besonders viel Bauchfett aufweisen, erkranken deshalb häufiger an einer Depression als Normalgewichtige.

Es gibt noch weitere biologische Fakten, die eine Depression begünstigen können

Auch die Zusammensetzung unseres Mikrobioms, also unserer Darmflora, kann eine Depression fördern. Es ist also sinnvoll, eine Floraanalyse durchführen zu lassen und den Darm zu sanieren. Denn die falschen Darmbakterien fördern auch wieder Übergewicht. Außerdem wird 95% des Serotonins im Darm produziert.

Stress macht dick und fördert die Neigung zu Depression

Ist ein Mensch dauerhaft gestresst, steigt sein Cortisolspiegel im Blut an. Dies führt wiederrum dazu zu einer vermehrten Bauchfettbildung. Das viszerale Bauchfett führt dann zur vermehrten Bildung von Zytokinen und der Teufelskreis beginnt erneut.

Die Ernährung tut das ihre dazu. Wenn Tryptophan fehlt, versuchen wir unbewusst, es zu uns zu nehmen. Wir bekommen Lust auf Schokolade. Kurzfristig fühlen wir uns besser, wenn wir Schokolade essen, da mehr Tryptophan in den Körper gelangt und wieder mehr Serotonin entsteht. Das führt dazu, dass wir immer öfter und mehr Schokolade essen möchten. Das Problem: Wer zu viel und zu oft nascht, nimmt Gewicht zu. Aufgrund von häufigem Naschen entwickelt der Körper mit der Zeit eine Insulinresistenz. Es kommt dabei zu einer Überproduktion von Insulin, was wiederum zu mehr Hunger auf Süßes führt. Um bessere Stimmung zu bekommen, muss man immer mehr Schokolade oder Kohlenhydrate konsumieren und das Gewicht steigt weiter an. 

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Was kann man tun?

Suchen Sie sich eine Therapeutin, die einen kompletten Gesundheitscheck durchführen kann. Hierzu gehören eine laborchemische Entzündungsdiagnostik, ein Mineralstoffcheck, Vitamincheck, ein Aminosäureprofil, ein Cortisol-Tagesprofil und ein Darmcheck.

Langfristig sollte es zu einer Veränderung im Lebensstil kommen. Dazu gehört eine kalorienreduzierte und antientzündliche Ernährung. Eine Ernährungsberatung kann hier sehr hilfreich sein.

Tryptophan

Der Körper kann Tryptophan nicht selbst herstellen, weshalb wir es mit unserer Nahrung aufnehmen müssen. Besonders tryptophanhaltig sind zum beispiel Nüsse, Samen und Keime. Die höchsten Tryptophanwerte weisen aber Cashewkerne, Sonnenblumenkerne und Weizenkeime auf. Aber auch hochwertiges Kalbs- und Rindfleisch oder gelbe Käsesorten wie Emmentaler Käse sind tryptophanreich.

Damit Tryptophan in das Glückshormon Serotonin umgewandelt werden kann, werden zudem eine Reihe von Vitaminen und anderer Mikronährstoffe benötigt. Deshalb ist es wichtig, einen Vitamin- und Mineralstoffcheck durchführen zu lassen.

Bewegung

Wesentlich ist schliesslich auch regelmäßige körperliche Bewegung. Depressive Menschen sind jedoch häufig körperlich inaktiv. In Folge dessen kommt es zu einer Gewichtszunahme. Körperliche Aktivität verbraucht Kalorien weshalb es zur Fettreduzierung führt. Außerdem senkt Sport das Stresshormon Cortison ab.

Wer an einer Depression leidet, sollte auf keinen Fall am Nachmittag Sport treiben, da Sport unser Nebennierenhormon Adrenalin ansteigen lässt. Der Gegenspieler von Adrenalin ist Cortison, das dann gebildet werden muss. Cortison wirkt sich in der Leber aus. Dort regt es die Zellen an, aus Milchsäure und den Eiweißbausteinen neue Glucose zu bilden. Und dadurch steigt natürlich der Blutzucker. Cortison ist da wie Benzin bei einem Feuer: Schüttet man viel hinein, dann steigen auch die Flammen höher.

Dann gibt die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ab und der Blutzuckerspiegel sinkt ab. Häufig kommt es dann zu Hunger auf Kohlenhydrate oder Süßes. Der Teufelskreislauf beginnt erneut.

28 Replies to “Was hat Gewicht mit Depression zu tun?”

  1. Ein sehr interessanter Beitrag.
    Da gebe ich dir in vielen Punkten recht.
    Stress ist wirklich oftmals ein Grund.
    Regelmäßige Bewegung ist sehr wichtig.
    Finde es gut dass du darüber sprichst.
    LG Melissa

  2. Liebe Annette,

    sehr interessant. Es erstaunt doch immer wie eng Krankheiten mit dem Körper und dem Ungleichgewicht verbunden sind. Ich habe es schon öfter gehört, dass Bewegung Depressionen vorbeugen kann.

    Herzlichst,
    Mo

    1. Liebe Mo,
      bereits bei den alten Griechen wurden Menschen mit Melancholie – wie Depressionen damals genannt wurden – angehalten, sich viel zu bewegen.
      Alles Liebe
      Annette

  3. Liebe Annette,

    das waren jetzt super viele nützliche Infos und Tipps! Ich bin zwar nur „etwas“ zu dick, aber mehr muss es auch nicht werden 😉 Vielen Dank für den tollen Beitrag!

    Liebe Grüße,

    Tabea

  4. Hallo meine Liebe,

    tatsächlich war mir bisher nicht bekannt das beide Faktoren zusammengehören. Aber wenn ich deinen Artikel so lese, da wird es mir bewusst, man sagt ja immer das Bewegung dem Körper und den Geist fit hält!

    Lg
    Steffi

  5. Ein interessanter Beitrag! Den Zusammenhang zwischen Stress und zusätzlichen Kilos kenne ich leider auch … wann immer ich großen Stress habe oder es mir seelisch schlecht geht, lege ich bei gleicher Kalorienaufnahme so richtig zu. Ich muss auch mal wieder einen ordentlichen Check machen lassen.

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Liebe Verena,
      unser Gehirn möchte bei Stress mehr Zucker und mehr tryptophanhaltige Nahrungsmittel. Der beste Weg ist es also Stress zu minimieren. Geht das nicht, können Tryptophan Kapseln eine Alternative darstellen.
      Alles Liebe
      Annette

  6. Auch ich merke, dass, wenn ich unter Stress stehe viel leichter zunehme. Mir hilft die Bewegung an der frischen Luft und da besonders der morgendliche Gassigang mit dem Hund. Seit ich diese Routine eingeführt habe und schon um 6:00 Uhr unterwegs bin mit Marie, bin ich wesentlich stressresistenter.
    LG
    Carina

  7. Hallo Annette, Du hast einen interessanten Artikel geschrieben und er ist sicherlich für viele interessant, da sie sich stark betroffen fühlen. Wie sagt man so schön: Problem erkannt, Problem gebannt. So einfach ist es vermutlich nicht, aber der erste Schritt etwas zu verändern. Viele Grüße Birgit

  8. Liebe Annette, toller Artikel und leider sind viele Punkte nicht allgemein bekannt: Bauchfett und Stress wird unterschätzt, und die Darmflora haben die Wenigsten auf dem Radar.
    Ich sehe aber auch die Schwierigkeit, aus diesem Teufelskreis herauszukommen: die Leute müssen selbst aktiv werden und dann gezielt die Baustellen Darmflora und Übergewicht (bessere Ernährung) angehen. Dann bessert sich oft die Depression ebenfalls. Danke für diesen Artikel und den möchte ich gerne wieder mit einem Artikel auf meinem Blog verlinken

    1. Liebe Heike,
      ein Teil der Lösung liegt wie immer darin die volle Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Nicht einfach, aber der einzige Weg!
      Alles Liebe
      Annette

  9. Ein sehr interessanter Ansatz, und wie immer sehr fundiert begründet. Ich habe bislang die Beobachtung gemacht, dass das Gewicht sehr viel mit dem zu tun hat, was uns ÜBER(ge-) WICHTIG ist. Gerade in der Verbindung zu Depression zeigt sich dieses Ich-will-endlich-gesehen-werden ziemlich deutlich nach außen, bis hin zum Ich-will-mich-endlich sehen!
    Danke für deine fundierten Erklärungen und dein unermessliches Hintergrund-Wissen. Herzliche Grüße Silke

  10. Liebe Annette,

    danke für diesen wie immer informativen Artikel!
    Obwohl ich jetzt nicht an einer großen Depression leide:

    Dass Morgenspaziergänge Nachmittags-Fitnessprogrammen vorzuziehen sind, werde ich mir trotzdem merken und versuchen, dieses Wissen so oft wie möglich in die Tat umzusetzen!

    Für „Bewegungsmuffel“ wie mich ist es ohnehin besser, sich, so zeitlich einteilbar, gleich in der Früh in Bewegung zu setzen – denn die Freude, es wieder mal geschafft zu haben, den inneren Schweinehund zu überwinden und loszumarschieren, kann man dann einen noch langen restlichen Tag genießen 😉 …

    Herzliche Grüße
    Marie

    1. Liebe Marie,
      die Abendregel für Sport trifft auch bei Schlafstörungen oder Gewichtsproblematiken zu, wobei ich nicht sagen möchte, dass Du unter einem davon leidest.
      Alles Liebe
      Annette

  11. Liebe Annette, danke für den informativen Artikel. Meine Cousine ist Diätassistentin VDD und beschäftigt sich viel mit Übergewicht. Da ist der Zusammenhang mit Depression sicher interessant, ich leite ihr den Artikel gerne weiter. Viele Grüße Ines

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