Diabetes! Die Süsse des Lebens – wo ist sie geblieben?

Gastbeitrag Diabetes von Viola Wemlinger auf Gesundheitsgeflüster

Über mich

Hallo, mein Name ist Viola Wemlinger. Ich wohne mit meinem Mann und unseren Haustieren in unserer Wahlheimat Schwäbisch Hall – übrigens ein zuckersüßer altes Städtchen mit vielen wundervollen alten Fachwerkhäusern.

Gastautorin Viola Wemlinger Diabetes auf Gesundheitsgeflüster
Viola Wemlinger


Meine Begeisterung für ein glückliches und gesundes Leben teile ich gern mit Menschen, die sich dafür interessieren, um wieder in ihre Kraft zu kommen. Ich schreibe gerade ein Buch darüber. Da es mir ein großes Anliegen ist Menschen zu sensibilisieren, ihnen Mut zu machen damit sie erkennen können, dass keine Situation ausweglos ist, um wieder ein freudvolles Leben zu führen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter… Denn ich möchte Menschen inspirieren einen Teil dazu beizutragen, damit wir alle das Paradies auf Erden erleben, anstatt sich in der Opferrolle zu verlieren. Ich kann ein (Opfer-)Lied davon singen, da ich mich selbst ganz lange dem Leben ausgeliefert fühlte. Doch mein Glück war es, dass ich mich nicht mit dem abgefunden hatte, was mich immer wieder krank werden ließ.

Meine damalige Situation – purer Luxus und trotz allem krank 

Mein Leben – an der Oberfläche betrachtet – erschien sorgenfrei. Denn Geld verdienen und Erfolg haben, war komischer Weise nie mein Ziel – ich hatte es einfach. Das hört sich jetzt vielleicht ein wenig großspurig an. Doch es war so. Wenn andere um mich herum dem Geld hinterher jagten, träumte ich davon gesund und glücklich zu sein. Ja, einfach wieder voller Energie und Power das Leben zu genießen – das war mein Ziel. Ich war damals – ich kann mich noch genau erinnern – gerade 30 geworden und in mir drängte sich immer mehr die Frage auf, ob das der Sinn des Lebens sein kann: „Jeden Morgen – wie ferngesteuert – ins Büro fahren und am Abend erschöpft wieder nach Hause. O.k. ein neues Haus zu bauen war noch eine Option, die mich glücklich machen könnte. Es wäre zwar nicht notwendig gewesen, da wir das Haus meiner Großeltern übernommen hatten. Jedoch hatte es einen gewissen Reiz. Denn schließlich baut heutzutage jeder – der etwas auf sich hält – ein Haus. Nun, gesagt und getan. Ich stand zwischen Büro und Baustelle und meinen täglichen Verpflichtungen. Dabei spürte ich immer mehr, dass mir das alles ein wenig zu viel wurde. Ich rannte mit Langzeit-EKG durch die Gegend und hatte schlaflose Nächte. An meine Migräne und die Rückenschmerzen hatte ich mich schon fast gewöhnt. Doch von Jahr zu Jahr – so hatte ich das Gefühl – kommt immer mehr dazu.

Mein scheinbar normales Leben zwang mich in die Knie – Fluch oder Segen?

Ich sah um mich herum, dass es anderen Menschen aus meinem Umfeld ähnlich ging und deshalb dachte ich oft, dass dies ganz normal sei. Also glaubte ich, dass man mit knapp 30 eben schon die ein oder andere Krankheit hat. Knapp 1 Jahr später hatte ich mal wieder einen Termin beim Arzt, der mein Leben drastisch veränderte. Denn dieser Arzt stellte Diabetes bei mir fest. Ich spürte wie es mir heiß und kalt wurde. Ich dachte, dass dies ein schlechter Traum war und ich wollte einfach nur aufwachen und erleichtert darüber sein, dass ich es nur geträumt hatte.

Doch es war kein Traum. Es war ein Alptraum

Ich konnte mich im ersten Moment gerade noch dagegen wehren, dass ich mich spritzen ließ. Meine Situation überforderte mich total. Deshalb fuhr ich erst einmal zu meinen Eltern in den Garten und wir teilten uns genüsslich einen Erdbeerkuchen – einen Ganzen natürlich ;-). Dabei erzählte ich meiner Mutter, dass es so nicht weitergehen kann… das ich mir vorkomme wie in einem goldenen Käfig. Ich doch aber so gerne wieder gesund und glücklich sein möchte – wie damals, als kleines Kind – fröhlich lachend und spielend den Tag genießend. Was war daraus geworden?

Ich war gerade 32 und fühlte mich ausgelutscht, wie eine Zitrone. Meine Gedanke überschlugen sich: „Wenn ich so weiter mache, werde ich wie mein Vater mit 48 einen Schlaganfall bekommen oder auf den Weg dahin einfach frühzeitig sterben. Das war zu viel. Ich heulte wie ein Schlosshund. Doch es änderte nichts an der Tatsache, dass ich nun auch noch Diabetes hatte. Mir wurde plötzlich sonnenklar: Wenn ich wieder gesund und glücklich werden will, muss ich etwas in meinem Leben verändern. Meine Mutter war darüber nicht sehr erfreut. Ich höre sie noch sagen „Kind, du hast doch alles!“ Sie meinte damit meine finanzielle Absicherung und meinen goldenen Käfig – das neue Haus, indem ich seit 1,5 Jahren lebte. Doch glücklich hat es mich auch nicht gemacht. Im Gegenteil – es hat mir viel Kraft und Zeit gekostet, welche ich sicherlich lieber für mich genutzt hätte. Doch alles hat einen Sinn im Leben und heute glaube ich, dass es so krass kommen musste, damit ich über mich und mein Leben nachdachte. Denn weshalb hätte ich sonst meine „ach so kuschlige Komfortzone“ verlassen sollen?

Ich, auf der Suche nach Glück und Gesundheit

Ich traf somit eine lebenswichtige Entscheidung für mich, die mein Leben total auf den Kopf stellte. Ich verließ meinen goldenen Käfig und machte mich auf die Suche nach meiner verloren gegangenen Gesundheit. Es war eine sehr bewegende Zeit mit einer emotionalen Achterbahn. Doch im Nachhinein betrachtet eine sehr wichtige Zeit für mich, die mich immer mehr entdecken ließ, wie das Leben sich in der Tiefe zusammensetzt. Dabei habe ich so wundervolle Menschen kennengelernt, die mich darin bestärkten, dass ich auf dem richtigen Weg war. So freute ich mich auf den Tag, wo ich nicht angsterfüllt in meine Tasche nach einem Keks greifen muss, um meine Unterzuckerung zu bändigen. Ich las Bücher, besuchte Seminare und machte Ausbildungen – nur um wieder gesund und glücklich zu werden. Das war mein Ziel.

Meine Erkenntnis

Dabei erkannte ich immer mehr, dass Krankheiten immer ein Ausdruck von Disharmonien sind. Mein seelisches, geistiges und körperliches Gleichgewicht war aus den Fugen geraten. Kein Wunder bei so viel selbst gemachten Stress und Druck. Ich war so froh, dass ich mich nicht darauf eingelassen hatte, mich spritzen zu lassen. Doch fühlte ich mich damals ziemlich im Stich gelassen. Ich hätte mir gewünscht, jemand hätte mich an die Hand genommen und mir alternative Möglichkeiten aufgezeigt. Doch eines war mir klar: Ich kann nur wieder gesund werden, wenn ich mein Leben ändere, damit ich auch andere Ergebnisse bekomme. Das dies der rote Faden in meine Leben ist, habe ich damals noch nicht gewusst. Doch kann man es schon daran erkennen, dass mein Vater auch ernsthaft sehr früh krank wurde und dies für mich ein Zeichen war, es unbedingt anders zu machen.

Mein Geschenk

Heute bin ich 52 Jahre und habe es wahrhaftig geschafft, mich aus dem Kreislauf von Krankheiten  zu befreien. Ich habe erkannt, dass alles was uns im Leben widerfährt einen Sinn hat. Auch wenn wir es im ersten Moment der Ohnmacht und des Schmerzes nicht erkennen können. Somit haben mich meine Krankheiten – insbesondere die Diagnose Diabetes – aufgefordert, mein Leben zu verändern und die wahren Ursachen meiner Krankheiten zu ergründen. Diabetes steht für die wahre Süsse des Lebens schmecken und ich war damals einfach nicht in der Lage die Süße des Lebens zu schmecken. Im Gegenteil… ich habe als Ersatz viel Süßes unkontrolliert in mich hinein gestopft und viel Frust- Shopping betrieben. Auf jeden Fall habe ich bei meiner Suche nach Gesundheit etwas wundervolles, unbeschreiblich Großes… ungewohntes und gleichzeitig so vertrautes gefunden, was mir niemand mehr nehmen kann. Ich bin mir selbst begegnet… in meiner ursprünglichen Essenz und Liebe. Diese Begegnung und diese Wahrnehmung, von dem was mich in der Tiefe ausmacht, hat mich wieder gesund werden lassen. Diese Begegnung war so heilsam, dass ich seither diesen innigen Kontakt mit mir und dem großen Ganzen hege und pflege.

Gesund und munter – wer hätte das gedacht?

Denn es hat mich nicht nur gesund werden lassen, sondern ich habe auch erfahren, warum uns unser Lebensstil des „Höher, Schneller, Weiter“ immer mehr von uns selbst entfernt und es an uns ist, liebevoll und wertschätzend mit uns selbst umzugehen. Denn das Leben ist einfach zu kostbar, um es auf später zu verschieben ;-). Deshalb bin ich heute so unendlich dankbar für all die vielen – scheinbar unschönen – Erfahrungen in meinem Leben, die mich gezwungen haben mich über das Bekannte hinaus zu wagen. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin – eine glückliche und gesunde Frau, die das Leben liebt, mit all den Herausforderungen die das Leben so bietet. Außerdem kann ich heute anderen Menschen Impulse schenken, wie sie wieder ein gesundes und glückliches Leben führen können.

https://www.happy-woman.eu/viola_wemlinger.html

26 Antworten auf „Diabetes! Die Süsse des Lebens – wo ist sie geblieben?“

    1. Liebe Ina,
      herzlichen Dank für dein Feedback.
      Ja, eine Happy Woman mit Happy End ;-)… wer hätte das gedacht.

      Frühlingsgrüße aus Schwäbisch Hall sendet dir Viola

  1. Liebe Viola,

    deine Geschichte hat mich tief bewegt. Es ist schon was wahres dran, dass uns meistens erst die schlechten Dinge zum Nachdenken und vor allem zu Handeln „zwingen“.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du diese dunklen Zeiten hinter dir lassen konntest und heute da angekommen bist, wo du hin wolltest.

    Alles Liebe für dich,
    Mo

    1. Liebe Mo,

      wenn es dich bewegt, freut es mich sehr. Denn das ist ein gutes Zeichen dafür, dass du eine gute Wahrnehmung hast.
      Wenn wir dunkel und hell zusammenbringen, kommen wir in unserer Mitte an ;-). Das war und ist immer noch für mich deutlich zu spüren.

      Alles Liebe sendet dir Viola

    1. Liebe Katja,
      ja genau so ist es. Doch ich habe mir auch immer wieder Mentoren gesucht, die schon ein Stück des Weges voraus gegangen waren.
      Denn diese Menschen nehmen dich an die Hand und machen dir Mut in scheinbar ausweglosen Situationen. Jeder erfolgreiche Sportler hat einen Trainer. Wir dürfen es uns leicht machen ;-).

      HERZlichst Viola

  2. Was für eine Geschichte, da hast du einiges erlebt und mitgemacht. Ich sehe das aber so wie du und finde auch, dass alles was passiert irgendwo einen Sinn hat. Auch wenn man ihn oft erst Jahre später entdeckt.

    Alles Gute für dich weiterhin!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com

    1. Herzlichen Dank für deine Wünsche.
      Das Leben ist wie eine Schule ;-). Und es präsentiert nur das, was wir auf seelischer Ebene auch vertragen… wozu wir beriet sind, es umzuwandeln.

      Sonnige Grüße sendet dir Happy Woman Viola

  3. Wow ein toller und ehrlicher Beitrag: ich finde es super, wie offen du über dein scheinbar perfektes Leben sprichst, dass dann doch unterbrochen wurde <3
    Liebe Grüße,
    Saskia

    1. Liebe Saskia,
      ja, wir lernen alle meist erst immer durch Leid und Krankheit, bis es uns bewusst wird.
      Deshalb haben wir immer wieder die Chance uns neu zu entscheiden.

      HERZlichst Viola

  4. Huhu,

    ein wirklich toller und mutmachender Beitrag für jeden der sich gefangen fühlt in einem goldenen Käfig und überlegt die Freiheit zu wagen.

    Wunderschön erzählt.

    Alles Gute weiterhin.

    Lg
    Steffi

    1. HERZlichen Dank, liebe Nadine für deine Wünsche.
      Heute bin ich fitter als mit 30 ;-).
      Das kommt daher, dass ich meinen Geist der die Materie erschafft geklärt habe und die Zusammenhänge begriffen habe.

      Sonnige Grüße sendet dir Viola

  5. So jung schon mit dieser Krankheit konfrontiert zu werden ist sicher, wie du beschrieben hast, lebensverändernd. Gut, dass du die Kraft gefunden hast, dein Leben so zu ändern, dass du wieder dir selbst treu sein kannst. Bravo!
    Danke für deinen mutmachenden Beitrag.
    LG
    Carina

    1. Liebe Carina,

      wenn wir so jung schon uns mit Krankheiten auseinandersetzten dürfen, hat es auch etwas gutes ;-), wenn wir die Zusammenhänge erkennen. Dann wird daraus eine Gabe, die ich nun gern für andere Menschen einsetze.

      Herzlichst Viola

    1. Liebe Doris,
      vielen herzlichen Dank für deine Wünsche.
      Ja, es geht mir mittlerweile super gut… lebendiger, freudvoller und in innerer Gelassenheit ruhend. Da ich begriffen habe, dass das Leben unser Lehrmeister ist.

      HERZlichst Viola

  6. Ein wertvoller Beitrag! Gesundheit ist nicht selbstverständlich … das bekomme ich gerade selbst zu spüren. Schön dass es bei deiner Geschichte ein Happy End gibt … ich arbeite noch daran.

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Liebe Verena,

      ja eine Happy Woman mit Happy End. Das war meine Sehnsucht, die mich geleitet hat. Jetzt gebe ich dies an andere Menschen weiter. Denn es ist mein roter Faden im Leben ;-).

      Sonnnige Grüße sendet dir Viola

    1. Lieber Andreas,
      das Leben lehrt uns und alles was im argen ist, will geheilt werden.
      Es geschieht nichts zufällig. Deshalb darf ich heute Menschen zeigen, wie sie ihre Selbstheilungskräfte aktiveren.

      Sonnige Grüße sendet dir Viola

  7. Manchmal hat man alles, aber das Wichtigste nicht. Ich hatte einen ähnlichen „Weckruf“. Wie wichtig Gesundheit ist, merke ich jeden Tag auf Neue und bin dankbar, dass ich es scho bis hierhin geschafft habe. Weiterhin alles Gute für Dich und Danke für den Beitrag, der zum Nachdenken anregt.

    Herzliche Grüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra,

      ja, ich habe gelernt das alles einen Sinn hat.
      Und erst wenn wir bereit sind, die Krankheit anzunehmen und sie zu akzeptieren, kommt alles wieder in den Fluss.
      Natürlich musste ich dazu mein Leben verändern.

      HERZlichst Viola

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