Demenz durch Protonenpumpenhemmer (PPI)

Demenz durch Protonenpumpenhemmer

Demenz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die jeden treffen kann. Berühmte Demenzerkrankte wie Ronald Reagan, Rudi Assauer, Gerd Müller, Heidi Kabel, Gunter Sachs, Harald Junke, Charlton Heston, Peter Falk, Karlheinz Böhm, Margaret Thatcher oder Inge Meysel brachten und bringen das Thema daher immer einmal wieder in die Öffentlichkeit.

Protonenpumpenhemmer Wirkstoff: Omeprazol oder Pantoprazol

Doch kaum einem ist bewusst, dass Medikamente wie Protonenpumpenhemmer (PPI) bei Langzeiteinnahme das Risiko an einer Demenz zu erkranken erhöhen.

Aus der Gastroenterologie sind Protonenpumpenhemmer nicht mehr wegzudenken und gehören demgemäß zu den am häufigsten verordneten Medikamenten, mit fatalen Folgen. Ihr Einsatzgebiet sind stressbedingte Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre. Sie werden als Begleitmedikament zu Schmerzmitteln und Blutverdünnern verordnet. Auch bei Reflux-Ösophagitisi finden sie ihren Einsatz. Jedoch gerade hier oft fälschlicherweise! Ein Beispiel hierfür ist die Schilddrüsenunterfunktion als Ursache für Sodbrennen.

Nachdem diese Wirkstoffgruppe seit einigen Jahren nicht mehr verschreibungspflichtig ist, boomt das Geschäft noch weiter. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Denn ist ein Medikament nicht mehr verschreibungspflichtig, sparen die Kassen Millionen.  

Einnahmedauer

Wie lange nimmst Du denn schon Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ein? Hast Du Dir denn einmal den Beipackzettel durchgelesen, dort steht, dass diese Medikamente nicht länger als 14 Tage eingenommen werden sollen. Viele Menschen, die sich in meiner Praxis vorstellen, nehmen diese PPIs allerdings schon jahrelang ein. Je länger Du Protonenpumpenhemmer einnimmst desto höher ist Dein Risiko an Demenz zu erkranken.

Die PPIs haben mehr Nebenwirkungen als gedacht

Man kann eine ganze Blogartikelserie über die Nebenwirkungen der PPIs schreiben, in diesem Artikel möchte ich über eine Auswirkung der Langzeitanwendung dieses Medikaments auf Dein Gehirn berichten.

Protonenpumpenhemmer und Demenz

Mehrere Studien, darunter eine prospektive Kohortenstudie, die Daten von 2004 bis 2011 von 73679 Teilnehmer auswertete, kamen jedenfalls zu dem Schluss, dass Menschen, die über längeren Zeitraum ein PPI einnahmen, ein signifikant erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hatten. Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, stieg um 44% gegenüber den Teilnehmern der Studie, die keine PPIs einnahmen. Männer hatte ein leicht höheres Demenzrisiko durch PPIs als Frauen.

PPIs durchbrechen die Blut-Hirn-Schranke

Was ist die Blut-Hirn-Schranke?

Unter der Blut-Hirn-Schranke versteht man eine Barriere, die genauso wie ein Filter wirkt. Dieser Filter hindert  für das Gehirn schädliche Substanzen daran, ins Gehirn zu gelangen. Das ist z.B. der Grund, weshalb Hirntumore schlecht bis gar nicht auf herkömmliche Chemotherapeutika reagieren. PPIs durchbrechen die Blut-Hirn-Schranke. Im Mausmodell konnte man feststellen, dass das Gehirn der Tiere nach PPI-Behandlung erhöhte Amyloid-ß-Spiegel aufwies. Amyloid-ß-Plaques sind die Eiweißablagerungen im Gehirn, die als Alzheimer Plaques bekannt sind.

Zu kompliziert?

Dann ganz einfach PPI- Eiweißplaques im Gehirn – geistiger Verfall

PPIs führen zu einem B12-Mangel

Ein Vitamin B12-Mangel verursacht, unter anderem, kognitive Störungen. Im Klartext heißt das, Vitamin B12 Mangel fördert also den geistigen Abbau. Vielleicht denkst Du jetzt, das betrifft mich nicht, ich nehme ja zusätzlich Vitamin B12 ein. Falsch gedacht! Die Aufnahme von Vitamin B12 aus Nahrung, oder aus einer Nahrungsergänzung, benötigt den sogenannten Intrinsic Faktor, der von den gleichen Magenzellen gebildet wird, wie die Magensäure. Werden also diese Zellen in ihrer Tätigkeit gehemmt, wird auch der Intrinsic-Faktor nicht in ausreichendem Maß gebildet und Vitamin-B12 kann nicht aufgenommen werden. 

Zu kompliziert?

Dann ganz einfach zu merken: PPI – keine Vitamin B12 Aufnahme – geistiger Verfall

Fazit

PPIs sind nicht für den Langzeitgebrauch gedacht! Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie eine Beratung möchten.

Sie wünschen eine Beratung oder möchten eine individuelle Therapie?

Kontaktieren Sie mich per Email: info@annette-pitzer.de oder rufen Sie mich gerne an Tel. Nr. 02771-833434.

38 Antworten auf „Demenz durch Protonenpumpenhemmer (PPI)“

  1. Liebe Annette, oh wow. Wir schreiben zwar beide über ein absolut anderes Themengebiet, aber ich habe deinen Artikel verschlungen. Sehr gut erklärt und lauter Fakten, die ich bis dato noch nicht kannte. Danke für diese Infos. Zum Glück hatte ich noch nie Sodbrennen – das fällt also schon mal raus bzgl. Demenz. Aber dennoch ein super wichtiges Thema. Wieviele Menschen nehmen diese Produkte wohl und wissen überhaupt nicht, welche Folgen es haben kann. Krass! Danke, dass du diese Aufklärungsarbeit leistest. Liebe Grüße, Biggi

  2. Welch interessanter Artikel. Vielen Dank!!! Ich werde ihn gerne überall teilen. Ich hatte einen Gastbeitrag auf meinem Blog aber jetzt bin ich echt erschüttert. So viele Menschen mit MS nehme jahrelang Omeprazol etc. Ich weigere leider erst seit einem Jahr dagegen, weil ich einfach mit der Zeit mehr darüber weiß. Erschreckend, was Ärzte so schnell mal verschreiben.
    Liebe Grüße Caro und nochmals herzlichen Dank!

    1. Liebe Caroline,
      PPIs werden zwar auch verschrieben aber sind ja nun für die Selbstmedikation frei verkäuflich. Egal welche Medikamente genommen werden müssen, jeder von uns sollte sich schlau über die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen machen.
      Alles Liebe
      Annette

  3. Hallo Annette,
    vielen lieben Dank für deinen interessanten Beitrag. Wie tückisch doch diese Protonenpumpeninhibitoren sind, nicht? Gut wenn man sie nicht braucht … da wundern wir uns alle, warum Demenz auf dem Vormarsch ist, dabei sind wir es selber schuld, weil wir lebenslang verantwortungslos mit Medikamenten umgehen, liebe Grüße Bettina

    1. Liebe Bettina,
      ich würde nicht von Schuld sprechen, aber das ist ein anderes Thema. Sich zu informieren liegt in der eigenen Verantwortung, auch wenn der Arzt eine Aufklärungspflicht hat.
      Alles Liebe
      Annette

  4. Ganz toll ist nun, dass im Krankenhaus Omeprazol mit Schildrüsenmedikamenten verschrieben werden und Vitamin B dazu.
    Jetzt weiß ich auch nicht mehr :((((
    lG
    Christina

  5. Danke liebe Annette,

    das war mir bis Dato noch nicht bekannt.
    Ich danke dir für deine so hilfreiche und wertvolle Beiträge wo ich/wir soviel durch lernen können.
    Ich werde diesen Beitrag Fred weiterleiten, der nimmt diese Medikamente schon mal gerne ein.
    Hab ein schöner sonnigen Sonntag und fühle dich liebevoll umarmt von mir.

    Alle (s) Liebe
    Christiane

  6. Danke für diesen informativen Beitrag. Da Demenz und Alzheimer bei uns in der Familie vorliegen, ist es sehr gut, solche Dinge zu wissen. Auch wenn es noch nicht besonders gut erforscht ist, will man sich ja trotzdem so gut es geht „schützen“.

    Zum Glück habe ich bisher noch nie Probleme gehabt, bei denen ich solche Medikamente hätte nehmen müssen. Sollte der Fall einmal eintreten, weiß ich jetzt, dass ich besser die Finger davon lasse.

  7. Ich habe beruflich auch ab und zu mit dementen Patienten zu tun. Dass diese schlimme Krankheit aber auch durch solche Medikamente ausgelöst werden kann, war mir nicht bewusst. Wahrscheinlich den wenigsten! Da sieht man mal, dass man den Beipackzettel doch nicht ignorieren sollte! Ob Apotheker auch darauf hinweisen, dass man diese Medikamente nicht zu lang nehmen sollte?

    Liebe Grüße
    Jana

  8. Mir war ja klar, dass Medikamente auch so ihre Nebenwirkungen haben. Aber Demenz ist natürlich schon eine ziemlich krasse, die man ja auch erst Jahre später bemerkt. Finde es echt wichtig da aufzuklären, damit man für solche Dinge sensibilisiert wird. Mal wieder ein toller Beitrag 🙂

    Liebe Grüße, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

  9. Guten Abend meine Liebe.
    Wahnsinn, was das alles auslösen kann. Ich bin sprachlos aber das ist nicht das einzige Medikament, welches Folgen nach sich ziehen kann. Cortison kann zum Beispiel zu grauem Star führen. Habe ich vor meinem grauen Star nicht gewusst. Ich selbst brauchte es nie.

    Man sollte sich gut beraten lassen.

    Liebste Grüße,
    Merry.

  10. Denkt bei der Überschrift nicht erstmal fast jeder – davon bin ich nicht betroffen?
    Erst wenn man den Artikel liest, kommen die wirklich bekannten Stoffe.
    Sowenig wie irgendmöglich sollte doch immer die Devise lauten, oder?
    Klar, es geht nicht immer.

    Liebe Grüße, Katja

  11. Super interessanter Beitrag, der mich jedoch echt erschreckt hat. Langsam habe ich die Befürchtung wir werden von der Pharmaindustrie eher geschädigt, als das es für etwas gut ist. Nachdem Dein Blog ja auch für nachhaltige Medizin steht, bin ich dankbar hier immer wieder sehr gute Alternativen zu finden. Weiter so. LG Marion

    1. Liebe Marion,
      aus meiner Sicht geht es nicht darum die Schuld zu verteilen, sondern die eigene Verantwortung anzunehmen. PPIs können, wenn sie richtig angewendet werden nützlich sein.
      Alles Liebe
      Annette

  12. Eigentlich ein Wahnsinn. Man nimmt ein Medikament und erhofft sich die Verbesserung seines Gesundheitszustandes und dann hat das Medikament derartige Nebenwirkungen. Noch dazu sind manche Beipackzettel so umständlich formuliert, dass diese dann schnell wieder zur Seite gelegt werden. Glücklich ist der, der in Gesundheit alt werden kann.
    LG
    Carina

  13. Liebe Annette,

    für mich ist die Demenzkrankheit gerade sehr präsent – ein Familienmitglied ist betroffen und natürlich beginnt man dann darüber nachzudenken ob man diese Krankheit irgendwie verhindern kann … ich finde diesen Zusammenhang schlimm. Darüber wusste ich nicht Bescheid.

    lg
    Verena

    1. Liebe Verena,
      und es gibt noch viele andere Medikamente die ebenfalls das Demenzrisiko erhöhen. In den ersten Phasene einer Demenz kann mit entsprechenden Maßnahmen der Prozeß sogar aufgehalten werden. Das erfordert allerdings große Disziplin und den Willen sein Leben zu verändern.
      Alles Liebe
      Annette

  14. Oje, das wusste ich nicht! Naja, woher auch! Dann würde es ja keiner mehr kaufen! Wow! Bin gerade geschockt! Jetzt weiß ich auch, warum man diese Medikamente in der Schwangerschaft zwar nehmen darf, jeder Arzt aber abrät (ich habe Senf gelutscht, bäääääh). Ich habe seitdem garkeines mehr zu Hause und komme mit dem Bio-Gerstengras super aus.

    Danke für diesen hilfreichen Beitrag!

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Liebe Bea,
      die PPIs sind nicht für die Langzeiteinnahme zugelassen, deshalb müssen solche Erkenntnisse auch nicht auf dem Beipackzettel stehen.
      Alles Liebe
      Annette

  15. Wow, DANKE wieder viel dazugelernt. Ich gehöre zu den Glückskindern, die völlig medikamentenfrei leben dürfen, aber ich weiß von meinen vielen Stress-Klienten, dass sie PPIs nehmen. Ich werde deinen Artikel weiter geben ! DANKE !

    1. Liebe Wioleta,
      es gibt so viele Ursachen für einen übersäuerten Magen, da muss eine Anamnese erfolgen um die richtige Maßnahme zu finden.
      Alles Liebe
      Annette

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