Vom schlechten zum guten Futterverwerter

Vom schlechten zum guten Futterverwerter

Vom schlechten zum guten Futterverwerter aufgrund der Hormonumstellung in den Wechseljahren

Ich selber gehörte bis zu meinem fünfzigsten Lebensjahr zu den schlechten Futterverwertern. Egal was und wie viel ich gegessen habe, die Waage zeigte nie mehr an als üblich. Dann änderte sich das durch die Wechseljahre schlagartig. Innerhalb von kurzer Zeit hatte ich 15 Kilo zugenommen. Wow, eine völlig neue Erfahrung! Mein Stoffwechsel hatte eine vollkommene Kehrtwende eingelegt und mein Essverhalten daran anzupassen, war alles andere als einfach. Weniger essen brachte nämlich gar nichts! Mein neues Gewicht blieb konstant.

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Verlust an Muskelmasse

Außerdem hatte sich meine Muskelmasse deutlich reduziert und meine Fettmasse erhöht. Ein Grund warum ich vom schlechten zum guten Futterverwerter mutierte. Ich hatte noch nie Schwierigkeiten, Muskeln aufzubauen auch ohne Training, einfach durch meine alltäglichen Bewegungsabläufe. Die Bewegungsabläufe hatten sich nicht geändert und dennoch baute ich deutlich Muskelmasse ab. Körperlicher Betätigung fiel mir zum ersten Mal im Leben schwer. Zugegeben, ich war nie der sportliche Typ, dennoch immer körperlich aktiv und einigermaßen fit.

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Obst ist gesund

Zu dieser Zeit lebte ich schon viele Jahre vegane. Ich machte den Fehler meinen Obstanteil zu steigern und nahm noch einmal 5 Kilo an Gewicht zu. Da ich schon 20 Jahre lang glutenfrei und milchfrei gelebt hatte, Süßes eher nicht mochte, gehörte ich nicht zu den Brötchen-Nutella Veganern. Mein Anteil an Obst war nun aber deutlich gestiegen. Erst als ich meinen Obstkonsum auf ein normales Maß reduzierte, verschwanden die zusätzlichen fünf Kilo langsam wieder.

Da ich weiterhin Obst essen wollte, stellte ich auf frisches Obst mit geringer Energiedichte um und reduzierte deutlich die Menge. Außerdem esse ich Obst immer auf leeren Magen, also morgens, und pausiere mindestens drei Stunden, bis ich wieder etwas esse.

Diese Obstsorten haben eine geringe Energiedichte:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Beerenobst
  • Kirschen
  • Kiwis
  • Melonen
  • Orangen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Zitronen

Eingekochtes Obst, Dosenobst und Trockenobst ist tabu! Genau wie Fruchtsäfte.

Fruchtzucker macht dick und kann die Leber schädigen

Eine interessante Studie von der Medizinerin Kathleen Page, die drei Jahre nach meiner Erfahrung veröffentlicht wurde, beschäftigte sich genau mit diesem Phänomen.

Fruchtzucker macht dick! Da Fruktose kein Insulin stimuliert, stellt sich kein Sättigungsgefühl ein, das verbleibende Hungergefühl lässt uns trotz der Aufnahme genügender Kalorien weiteressen.

Da ich mich vor meinem 50ten Lebensjahr nie mit Diäten oder Gewichtskontrolle auseinandersetzen musste, war mir nicht bewusst, wie viele Diätprodukte Fruktose enthalten. Fruktose wurde gerade weil sie natürlich ist und den Insulinspiegel nicht beeinflusst, vielen Diätprodukten zugesetzt. Seitdem leidet jeder dritte Mensch an einer nicht-alkoholischen Fettleber. Eine Fettleber birgt ein erhöhtes Risiko für den Betroffenen an einem Diabetes mellitus oder einer Zirrhose zu erkranken.

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Energiestoffwechsel ankurbeln – Der einzige Weg zurück vom guten zum schlechten Futterverwerter

Ja durch Muskelaufbau, aber durch die verringerte Hormonproduktion in den Wechseljahren nimmt die aktive Muskelmasse ab und es wird viel schwerer, diese wieder aufzubauen. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel.

Weitere Gründe für die Gewichtszunahme in den Wechseljahren kannst Du in meinem Blogbeitrag „Richtige Ernährung in den Wechseljahren“ für das netzwerk-grüngraft nachlesen.

Dennoch sollte man versuchen, dran zu bleiben um wenigstens ein Minimum an Muskelmasse aufzubauen. Denn selbst in Ruhephasen verbrauchen Muskeln dreimal mehr Kalorien als Fettgewebe.

Wie habe ich es geschafft, mein Gewicht zu normalisieren?

Durch eine an meine neue Situation angepasste Kalorienmenge, die Umstellung der Ernährung auf Low Carb und Intervall-Fasten. Um meinen Eiweißbedarf nicht nur über Hülsenfrüchte und Nüsse decken zu müssen, esse ich regelmäßig Eier und seit sechs Monaten wieder Fleisch. Wer mich kennt weiß, dass ich ein Verfechter der individualisierten Ernährung bin, und dogmatische Regelungen bezüglich Ernährung nicht mag. Da ich zuerst kein Fleisch essen mochte, habe ich als Kompromiss Eier in meine Ernährung aufgenommen. Dann wollte mein Körper auch Fleisch. Wieso sollte ich seiner Weisheit misstrauen? Wer sich nicht vegetarisch oder vegan ernährt, hat es mit Low-Card deutlich einfacher.

Heute wiege ich 65 kg bei 175 cm Körpergröße, das finde ich in Ordnung.

Was Du auf keinen Fall tun sollten, sind Hungerkuren, da sich dadurch die Muskelmasse weiter reduziert. Das fördert Deine Verwandlung vom schlechten zu guten Futterverwerter. Dadurch darfst Du nämlich nach der Diät noch weniger Kalorien zu Dir nehmen und nimmst schnell mehr zu, als Du abgenommen hast.

Für jede Frau gibt es einen erfolgversprechenden, individuellen Ernährungsplan für die Wechseljahre. Sprich mich gerne an!

47 Antworten auf „Vom schlechten zum guten Futterverwerter“

  1. Wow, also ich muss sagen, es ist schon erstaunlich, wie sich der Stoffwechsel mit den Jahren doch ändern kann. Auch, dass Obst, so sehr es auch immer in den Himmel gelobt wird, vielleich auch mal kontraproduktiv sein kann. Bzgl. Intervall-Fasten und Hülsenfrüchten bin ich übrigens ganz bei dir. Ich bin nicht wirklich auf eine Gewichtsreduktion aus, aber ich merke doch sehr, wie gut es meinem Körper tut, auch wenn ich es nicht immer streng einhalte. Vielen Dank für deine Tipps!

  2. Ein sehr interessanter Beitrag. Auch wenn es für mich persönlich noch weit in der Zukunft liegt. Aber vielleicht leite ich deine Tipps mal an meine Mutter weiter, die freut sich bestimmt .

  3. Dass der Fruchtzucker und eine Fettleber miteinander korrelieren, das war mir so nicht bewusst. Vielen Dank für diesen Hinweis! Da muss ich drauf achten, da meine Leberwerte nicht so toll sind.

  4. Oh je, da bekomme ich aber Angst! Ich wiege 64kg bei 172cm und achte nach einem Gewichtsverlust von 17 kg akribisch darauf, bloß nicht wieder zuzunehmen! Ich hoffe, ich hab das in den Wechseljahren dann auch im Griff!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Liebe Jana,
      ketogene Ernährung kann ein Weg sein Gewicht zu verlieren. Doch wenn der Stoffwechsel sich verändert hat reicht auch das kaum aus.
      Alles Liebe
      Annette

  5. Kann es sein das man dieses Phänomen auch vor den Wechseljahren hat? Oder liegt es dann tatsächlich daran, dass man sich mit Diäten zu sehr aus dem Fenster gelehnt hat? Ich hatte nie Übergewicht aber ich habe festgestellt, bei Diäten kamen danach die Kilos zurück, leider. Seit ich Kalorien zähle und mich in dem für mich festgelegten Rahmen bleibe, nehme ich ab bzw. fällt es mir leicht das Gewicht zu halten.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

    1. Liebe Eileen,
      leider konsultieren mich sehr viele Menschen, die aufgrund von unzähligen Diäten ihren Stoffwechsel vollkommen zum Entgleisen gebracht haben und dann mit der Zeit ein extremes Übergewicht entwickelt haben. Doch die hormonelle Stoffwechselveränderung ist etwas anderes.
      Alles Liebe
      Annette

  6. Ich könnte Tipps brauchen, wie ich vom gutn zum schlechten Futterverwerter werde… Leider brauche ich nur an Kuchen denken und nehme schon zu. Deine Tipps vor allem in Bezug auf Hungerkuren finde ich gut. Ich hungere eh nicht. Aber dass mit der Fettleber durch Fructose wusste ich noch gar nicht. Ich versuche mittlerweile, mit Xylith die Kalorienzufuhr etwas zu reduzieren.

  7. Ich habe generell schon mit meiner Schilddrüse diese Probleme. Und noch schlimmer ist, dass ich allergisch auf die Medikamente. Daher wurden mir auch schon Tipps gegeben, wie der mit dem Fruchtzucker. Dennoch (ich essen keinen Industriezucker) brauche ich ab und an mal ein süsses Stück Obst. Aber ich hoffe, dass ändert sich wenn ich in die Wechseljahre kommen.

    Danke für den sehr lehrreichen Beitrag.
    xoxo Vanessa

  8. Mich macht es immer wütend wenn ich sehe wie für angeblich „gesunde“ Säfte Werbung gemacht werden, die keinen Zucker enthalten und dann voll von Fruchtzucker sind. Im Endeffekt haben die dann meistens genauso viele Kalorien wie Säfte mit Zucker. Man muss ich da wirklich immer genau informieren … und am Besten nur Wasser und ungesüsste Tees trinken.

    lg
    Verena

    1. Liebe Verena,
      genauso machen Light-Produkte dick, denn Zuckerersatzstoffe werden in der Tiermast als Mastmittel eingesetzt, da sie Hunger machen.
      Alles Liebe
      Annette

  9. Sehr interessanter Beitrag!

    Gerade als Trainerin, werde ich mit dieser Frage „Woher kommen meine Extra-Kilos?“ gerne konfrontiert. Mir ist klar, dass in den Wechseljahren eine ordentliche Hormonumstellung geschieht, nehme mir jedoch auch seit Monaten vor, mich da mal weiter einzulesen, was da eigentlich alles an Auswirkungen möglich sind und was ich den Betroffenen sagen kann Bzw. wie ich denen helfen kann. Daher hat dein Artikel mich schon weitergebracht ☺️👌🏼

  10. Das war sehr interessant! Ich bin zwar erst Ende 30 und hab noch ein bisschen zu den Wecheljahren, aber auch jetzt schon fällt es mir nicht so einfach, mein Gewicht zu halten oder zu reduzieren. Habe das Gefühl, dass es ab 30 schwieriger wurde. Jetzt bin ich auf jeden Fall motiviert, wieder mehr Sport zu machen um jetzt noch einiges an Muskelmasse aufzubauen, wenn das in den Wechseljahren scheinbar nicht mehr möglich ist. Was für mich als Vegetarierin aber nicht in Frage käme, wäre wieder Fleisch essen. Aber wenn dein Körper danach verlangt und du damit kein Problem hast, würde ich auch nicht zwanghaft weiter darauf verzichten. Mit dem Thema Intervallfasten muss ich mich nochmal genauer befassen. Es gibt immer wieder Tage, da mache ich das unbewusst, weil ich früh Abend gegessen habe und dann erst am späten Mittag wieder was esse. Aber das sind dann immer die Tage, an denen es stressig ist und ich vor lauter Stress das Essen vergesse.

    Liebe Grüße,
    Diana

    1. Liebe Diana,
      Stress macht dick. Wenn Du das Essen an stressigen Tagen vergisst, dann verringerst Du langfristig Deinen Stoffwechsel.
      Alles Liebe
      Annette

  11. Interessant, war mir nicht bewusst, dass sich das im Laufe des Lebens so verändern kann. Ich nehme seit 2 Monaten L-Thyroxin wegen meiner Schilddrüsenunterfunktion. Seitdem habe ich 5kg verloren und habe nicht mehr den Eindruck, dass man jede kleine Sünde direkt auf der Waage sieht. Vermutlich liegt es aber eher daran, dass ich mit wieder fitter fühle und auch mal wieder laufen gehe oder Inliner fahre. Parallel habe ich auch damit aufgehört Milch pur (Käse, Skyr etc. aber weiterhin) zu trinken und Gluten zu reduzieren. Auf jeden Fall, Danke für den Input. Ich fange gerade erst an mich ernsthaft mit Ernährung zu beshcäftigen.
    LG Denise

  12. Liebe Annette,
    sehr interessiert habe ich deinen Artikel gelesen. Habe selbst in den Wechseljahren und weniger Bewegung durch die MS, zugenommen. Ich dachte, es liegt an den Medikamenten, die in den letzten zwei Jahren dazugekommen sind. Zurzeit esse ich nicht regelmäßig und wenn, dann habe ich wenig Hunger. Trotzdem nehme ich kein Gramm ab. Nach meinem Umzug muss ich unbedingt am dieses Thema. Danke für deine Infos.
    Liebe Grüße Caro

  13. Der Stoffwechsel ist echt ein Thema für sich… Ich musste immer darauf achten, was ich esse, bzw genug Sport machen, aber mit gewissen Medikamenten ging gar nichts mehr. Echt doof. Aber irgendwie muss man das wohl akzeptieren. Ich esse weiterhin gesund und mache Sport, vielleicht gehen die 20 Kilo irgendwann wieder weg 😉

  14. Das ist wirklich sehr interessant! Obwohl ich erst 36 bin und die Wechseljahre eigentlich noch weit entfernt sein sollten, ruht mein verbliebener Eierstock schon seit fast 1,5 Jahren (gesundheitliche Gründe). Das merke ich auch enorm am Hunger und auch inzwischen am Gewicht. Hormone möchte ich mir nicht geben lassen, um aus der Pause heraus zu kommen, dies lässt sonst auch meine Krankheit wieder aufkommen. Jetzt muss ich nur noch eine Lösung gegen meinen Hunger finden! Das ist so schwer.
    Liebe Grüße, Steffi

    1. Liebe Steffi,
      ich kann Dir nur raten, Dir eine kompetente Therapeutin an die Seite zu holen, die Deine Grunderkrankung kennt und so optimal mit Dir arbeiten kann.
      Alles Liebe
      Annette

  15. Hallo Annette, ein interessanter Bericht, Danke 🙂 Gewicht im Griff ist ein echtes Dauerbrenner Thema, gut dass du dazu Tipps geben kannst und dass du aus eigener Erfahrung berichtest statt das Problem Gewichtszunahme nach den Wechseljahren nur in der Theorie zu kennen, das kommt an! Liebe Grüße Bettina

  16. Das Thema Ernährung ist so interessant – irgendwie erfahre ich jeden Tag Neues darüber!
    Das mit dem Wechseljahren wusste ich (natürlich?) auch noch nicht – da hab ich noch ein bisschen hin. Aber man kann nie früh genug vorbereitet sein 🙂

    Alles Liebe
    Katii

  17. Liebe Annette,

    wieder einmal ein wirklich informativer Beitrag. Das Obst nicht zwangsläufig gesund ist, habe ich schon öfter gehört. Jedoch war mir nicht ganz klar, woran das liegt. Daher fand ich deinen Umgang mit Obst sehr interessant.
    Mich erstaunt es ja immer wieder, wie sich der Körper so im Lauf seines Lebens verändert. Daher mag ich solche Artikel gern, sie füllen mein Wissen auf.

    Liebe Grüße,
    Mo

  18. Oooh Annette, I feel you! Ich war 28 Jahre meines Lebens ein schlechter Futterverwerter. Das fand ich ja ganz klasse, auch wenn meine Ernährung dadurch eher schlecht als recht war, denn ich konnte ja das ganze ungesunde eigentlich dick machende Zeug essen ohne zuzunehmen. Dann wurde ich schwanger und durch die Schwangerschaften veränderte sich mein Hormonhaushalt… und nun bin ich ein guter Futterverwerter. Wenn ich nun lese, dass das sich in den Wechseljahren wieder verschlechtert,…. oh, ich freu mich da jetzt nicht so! Aber gut, dass ich Dich kenne und nun Deine Tipps lesen kann! Das hilft mir bestimmt. Danke dafür. Übrigens: Du siehst großartig aus!

    Lieben Gruß, Bea.

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