Was tun nach der Diagnose Krebs?

Was tun nach der Diagnose Krebs

Diagnose Krebs und alles verändert sich – Was tun nach der Diagnose Krebs?

Du bist ein verantwortungsvoller Mensch und deshalb gehst Du regelmäßig zu den angeratenen Vorsorgeuntersuchungen. Doch niemals hättest Du damit gerechnet, dass etwas gefunden wird, denn Du fühlst Dich fit und gesund. Selbst als man Dir nach der Untersuchung mitteilt, dass noch einige Tests gemacht werden sollen, bist Du nicht beunruhigt, denn nichts in Dir fühlt sich krank an. Doch heute ist es passiert, Du hast die Diagnose Krebs bekommen. Von einer Sekunde zur anderen verändert sich alles. Dein Leben steht Kopf. Eben noch fit und gesund, jetzt todkrank.

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Gefühle über Gefühle

Diese traumatische Situation ist gekennzeichnet durch das Erlebnis der Todesangst, absoluten Hilflosigkeit und einem Kontrollverlust, der in einer Art Ohnmacht endet. In dieser Situation reagieren Menschen ganz archaisch. Da sind die einen, die in den Verteidigungsmodus gehen und wütend schreien und den Überbringer der Nachricht am liebsten schlagen würden. Zugegeben sie sind in der Minderzahl. Dann gibt es die Menschen, die um der Situation zu entfliehen fluchtartig den Raum verlassen. Auch diese Menschen sind nicht die Mehrheit. Die meisten fallen in eine Art Erstarrung. Der verstehende Teil des Menschen wird ausgeschaltet. Es kommt zur Dissoziation und Unterwerfung.

Was tun nach der Diagnose Krebs - Prognose Hoffnung
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Erstarren

Erstarren ist die Reaktion von Opfern, die glauben, schon verloren zu haben. Es kommt zu einem Einfrieren der Gefühle. Leider eine fatale Situation, da diese Dysfunktion die Lern-, Gedächtnis- und Entscheidungsprozesse lahm legt. Aber genau das wird in dieser bedrohlichen Situation gebraucht.

Der erste Schritt nach der Diagnose

Gehe in die Stille. Wenn ich Dir eine wundervolle Art empfehlen darf mit Deinen Gefühlen ins Reine zu kommen. Gehe für zwei Stunden alleine, ohne Ablenkung wie Musik oder ähnliches in den Wald. Laufe mindestens zwei Stunden alleine. Lass alle Gefühle kommen und lass sie zu. Mit der Zeit wirst Du ruhiger und dann ruhig werden. Erst dann ist Dein Gehirn bereit, sich mit Deiner Situation zu befassen. Nach diesen zwei Stunden bist Du Dir über vieles im Klaren und vor allem in der Lage, Entscheidungen zu treffen.

Suche Dir einen Psychoonkologen

Vielleicht hast Du es schon einmal in Deinem Berufsleben gehört, wie wichtig das Mindset für Deinen Erfolg ist.

Exkurs Mindset

Das Mindset ist unsere Einstellung zu bestimmten Themen, also wie wir über etwas denken. Mindset beschreibt die Denkweisen, Überzeugungen und Verhaltensmuster,  beziehungsweise die innere Haltung von Menschen.

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Wenn Du von Anfang an denkst, dass Krebs eine tödliche Krankheit ist, Du nur noch ein leidvolles, schmerzhaftes Leben haben wirst, was denkst Du, wird passieren?

Vielleicht denkst Du jetzt, wie soll eine positive Einstellung meinen Krebs besiegen? Kann sie nicht alleine, aber eine negative kann Dich töten. Deshalb arbeite an Deinem Krebs-Mindset, denn ein mitfühlender Arzt/Therapeut und ein Patient, der all seinen Lebenswillen mobilisiert, können gemeinsam Krankheiten mit größtem Erfolg bekämpfen. Wenn Geist, Körper und Seele an einem Strang ziehen, hast Du die optimalen Voraussetzungen, Deinen Krebs zu überwinden. Ein Psychoonkologe zeigt Dir, wie Du Dein Gesundheits-Mindset positiv ausrichtest.

Wenn ein Wunder geschieht
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Jetzt ist es Zeit für eine zweite oder dritte Meinung

Wenn Du die beiden ersten Schritte getan hast, ist es Zeit für eine zweite Meinung. Doch wirklich erst dann, wenn Du Dich nicht mehr in einer Erstarrung feststeckst. Nur dann bist Du nämlich dazu im Stande, die Informationen auch zu verarbeiten, die Du bekommst. Du solltest wissen, dass die richtige Arztwahl sehr wichtig für Dich sein kann. Der richtige Arzt stärkt Dein Selbstvertrauen und Deine Therapiebereitschaft. Er sieht Dich als intelligentes Wesen, das seine Entscheidungen selber trifft. Er akzeptiert es, wenn Du neben der Schulmedizin auch andere Wege beschreiten möchtest. Nur so kann Deine Therapie optimal anschlagen.

Zeit, es den Liebsten zu erzählen

Genau erst jetzt ist die Zeit, es Deiner Familie und sehr guten Freunden zu erzählen. Wähle sehr genau aus, wem Du es erzählst, denn auch die Ängste, Glaubenssätze dieser Personen haben Einfluss auf Dich. Ich erinnere mich an eine Patientin, die es ihrer Freundin erzählt hatte, die daraufhin aus Angst vor der Situation den Kontakt zu ihr sofort abbrach. Diese Patientin war am Boden zerstört und es brauchte einige Therapiesitzungen, um aus dieser Negativspirale raus zu kommen und positiv nach vorne schauen zu können. Wähle daher weise.

Sei ein bewusster Patient

Es geht um Dein Leben, daher sei Dir bewusst, dass nur Du die Entscheidungen über Deine Therapie treffen kannst. Es ist egal, wie Du Dich entscheidest und für was für eine Therapie. Wichtig ist, dass Du mit Deinem Gefühl und Deinem Verstand hinter Deiner Entscheidung stehst. Eine bewusste Entscheidung ist immer eine richtige Entscheidung. Studien zeigen, dass bewusste Patienten länger leben! Deshalb bringe Dich aktiv ein.

Interview mit Susanne Reinker zum Weltkrebstag 2020 – Was tun nach der Diagnose Krebs?

Susanne Reinker
Susanne Reinker

Am 04. Februar 2020 findet wie jedes Jahr der Weltkrebstag statt. Ziel ist es zu Informieren und den Krebs ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Etwa jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Und doch haben wir es nicht gelernt mit den betroffenen Menschen umzugehen. Krebs macht Angst und daher ziehen sich viele Menschen von den Erkrankten zurück oder wissen nicht wie mit ihnen umgehen. Was tun nach der Diagnose Krebs?

Die Autorin Susanne Reinker hat das am eigenen Leib erfahren müssen. Ihre Erfahrung hat sie  in zwei Büchern verarbeitet und ich hatte die Ehre sie für „Gesundheitsgeflüster“ interviewen zu dürfen.

Kopf hoch, Brust raus
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Was tun nach der Diagnose Krebs? – Wie erzählt man, dass man Krebs hat?

Sie sind vor 12 Jahren an Krebs erkrankt, wie haben Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden von Ihrer Diagnose erzählt?

Als ich im typischen „wie-mit-dem Hammer gehauen“-Schockzustand aus der Praxis meines Gynäkologen kam, hab ich … NICHT meinen Mann angerufen und auch  nicht meine Eltern. Das bisschen Verstand, das ich noch zusammenkratzen konnte,  wollte mich offenbar vor der geballten Verzweiflung meiner Lieben bewahren. Denn die hätte MEINE Verzweiflung nur noch vergrößert. Stattdessen rief ich  mehr oder weniger reflexartig eine gute Freundin an, älter als ich, Krebsveteranin und sehr pragmatisch veranlagt. Als ich heulend ins Telefon stammelte, sagte sie nur: „Du setzt dich jetzt ins Taxi und kommst sofort her.“

Pragmatisch

Sie hörte mir dann erst mal nur zu und holte dann ihre beste Freundin dazu, ebenfalls älter, ebenfalls sehr pragmatisch, ebenfalls Krebsveteranin. Wir haben einen Nachmittag miteinander verbracht, die beiden fragten viel, erklärten mir eine Menge… und allmählich merkte ich, dass ich wieder atmen konnte. Sogar ab und zu lachen!

Für denselben Tag hatte ich schon vorher zwei Freundinnen zu einem Mädelsabend eingeladen, weil mein Mann auf Reisen war. Mit diesen beiden war es  ähnlich: Sie blieben sachlich, verkniffen sich jedes „Das ist ja furchtbar!“ und „Du Arme!“. Weil sie nicht in Tränen ausbrachen, brach ich auch nicht (mehr) in Tränen aus. An dem Abend ging ich trotz aller Umstände mit dem Gefühl ins Bett, dass ich das, was vor mir liegt, schon irgendwie packen werde.  Die Angst war natürlich noch da, aber sie war nicht mehr so übermächtig. Ich hatte einen kleinen Zipfel Pragmatismus zu fassen bekommen. Und der half mir auch, am nächsten Tag meine Eltern und meinen Mann anzurufen und ihnen alles zu berichten, OHNE mich von ihrer Verzweiflung anstecken zu lassen.

Rückblickend rate ich jedem Krebsneuling, ZU ALLERERST Zeit mit einem nervenstarken Vertrauten  (der/die im Idealfall schon einschlägige Erfahrungen hat) zu verbringen. Das hilft, sich seelisch wenigstens ein bisschen zu stabilisieren, bevor man die schweren Gespräche mit den Lieben führt.

„Kopf hoch, Brust raus!“ Was wir im Umgang mit Krebs alles richtig machen können

Die Reaktionen auf Ihre Erkrankung haben Sie dazu gebracht mit Ihrem Buch „Kopf hoch, Brust raus!“ Was wir im Umgang mit Krebs alles richtig machen können“ ein Survival-Kit für Betroffene zu schreiben, warum?

Ich bin Autorin, da lag es nahe, darüber ein Buch zu schreiben… (lacht). Den konkreten Entschluss habe ich gefasst, als ich damals vor einem renommierten  Onkologen saß, von dem ich mir dringend eine Entscheidungshilfe in Sachen Chemo erhofft hatte. Er teilte mir seine Einschätzung in einem denglischen Fachjargonschwall mit, von dem ich fast kein Wort verstand. Ich fühlte mich so ohnmächtig und wütend, dass ich ihn am liebsten mit meiner Handtasche geschlagen hätte…. Dann dachte ich an all die Krebsneulinge, denen es bei dieser Art gedanken- bis rücksichtsloser Ärzte genauso ergeht, die sich aber nicht wehren können, weil sie viel zu schockstarr sind oder nicht so eine große Klappe haben wie ich. Ich schaffte es letztlich trotz Frust und Panik, den Arzt sehr energisch dazu aufzufordern, mir das Ganze jetzt nochmal auf Deutsch zu erklären –und siehe da, auf einmal gings! Für mich war das eine extrem wichtige Erfahrung: Nicht stumm und eingeschüchtert  alles mit sich machen lassen – sondern KONTRA GEBEN! NACHHAKEN! EINFORDERN!  HARTNÄCKIG BLEIBEN!

Damals sagte ich mir: Diese Erfahrung habe ich jetzt gemacht. Sie kann mit Sicherheit vielen anderen Krebsneulingen helfen. Da wäre es doch schade, wenn ich nach Ende der Behandlung mein ganzes Wissen in eine Kiste ganz hinten in meinem Kopf wegpacken würde – wie das leider immer noch viele Krebsveteran*innen tun – , anstatt diese und viele anderen Erfahrungen auch mit den Neulingen zu teilen.

„Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex“

Zuvor haben Sie Ihre Krebserfahrung in einem Roman mit dem Titel „Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex“ verarbeitet, erzählen Sie uns bitte etwas über diesen Roman.

Das ist eine typische Ü-40-Mädelskomödie, sogar mit Happy End – allerdings mit ein bisschen mehr Tiefgang als sonst üblich. Die Hauptfigur Sandra Heller, Anfang 40, ist seit zehn Jahren mit einem knochen­trockenen Statistiker ohne jeden Sex-Drive verheiratet und lässt sich von einem aus­gewählt schmierigen Chef schikanieren. Die Rotwein-Kitschfilm-Abende mit ihren drei Freundinnen sind Sandras einzige Lichtblicke. Als sie vom bösen K erwischt wird, beschließt sie von jetzt auf gleich, ihr Leben zu ändern. Aber das ist leichter gesagt als getan…

„Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex“
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Viel Komik und ein bisschen Krebs –  ich wollte die Krankheit mit dieser Mischung wenigstens ein Stückchen weit rausholen aus der Horrorecke. Sie zur Abwechslung mal ganz einfach als Lebenskapitel behandeln, nicht als Drama-Material, wie das im Fernsehen gang und gäbe ist. Wer da Krebs hat, ist am Ende immer tot. Was ich persönlich GANZ schrecklich finde, denn im Laufe unseres Zuschauerlebens werden wir dutzende Male mit diesem Horrorklischee konfrontiert –und glauben am Ende wirklich, dass Krebs IMMER ein Todesurteil ist.

Keine Internetrecherchen

Während Ihrer Krebserkrankung haben Sie Internetrecherchen gemieden, warum?

Ich wusste automatisch, dass Dr. Google für mich eher alles schlimmer als leichter machen würde. Er versammelt so IRR-sinnig viele Infos, Pseudo-Infos,  Meinungen, Empfehlungen, Gebote, Verbote. Und übrigens auch ganz schön viele Fake Cancer News von Leuten, die mit uns und unserer Verzweiflung Kohle scheffeln wollen. Das alles in brauchbar und unbrauchbar zu sortieren, ist schon für Gesunde kaum zu schaffen, und für Leute mit einer Riesenangst in den Gehirnwindungen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Informationsmengen sind einfach zu verwirrend. Zu schwer verdaulich. Viel zu gruselig (vor allem einschlägige Fotos und Videos). Widersprüchlich. Zu veraltet. VIEL ZU VIEL. Ich rate deshalb Krebsneulingen immer, diese Recherchen nicht selbst zu machen, sondern klare Fragen zu formulieren und dann einen erstens nervenstarken, zweitens internetgewohnten Vertrauten um Hilfe zu bitten.

Prognosen & Statistiken

In Ihrem Buch „Kopf hoch, Brust raus!“ schreiben Sie einen Satz für den ich sehr dankbar bin,  „PROGNOSEN & STATISTIKEN SIND WIE DER WETTERBERICHT FÜR DIE KOMMENDE WOCHE!“ Haben Sie einen Lieblingssatz ein Lieblingskapitel?

Oh ja, es gibt eine Leitlinie, die sich durch das ganze Buch zieht: WER ODER WAS TUT DIR GUT – UND WER ODER WAS TUT DIR NICHT GUT? In unserer Lage dürfen wir hemmungslos alles tun, wonach uns ist, auch wenns gegen Ernährungsempfehlungen oder Benimmregeln verstößt. Sogar Junkfood essen, wenn wir nun mal Lust drauf haben. Absagen, NEIN sagen, wenn wir auf etwas oder jemanden KEINE Lust haben. Auch mal ungerecht, selbstmitleidig oder wütend sein, wenn Höflichkeit und Lebensmut gerade aus sind. Alles, was wir uns ohne schlechtes Gewissen erlauben, ist ein kleiner Kick fürs Gemüt. Und damit fürs Immunsystem.

Anderen helfen

Heute gehen Sie sehr offen mit Ihrer Krebserfahrung um und helfen so vielen Menschen auf ihrem Weg. Was gibt Ihnen das?

Ich bin ja nur eine von vielen: Eine ganze Reihe Krebsveteran*innen helfen später den Neulingen, mit Büchern, Blogs, in Selbsthilfegruppen. Das ist für mich ein geradezu märchenhafter Fortschritt. Als meine Mutter Mitte 1986  an Brustkrebs erkrankte (sie lebt immer noch, hurra!), gab es das alles noch nicht. Besonders großartig finde ich die Veteranen, die viel medizinisches Fachwissen angesammelt haben und  damit Leuten, die derselbe Krebs erwischt hat, während der Akuttherapie beistehen können. Auch bei heiklen, schambelasteten Themen – oft in geschlossenen Gruppen, damit kein Frager Hemmungen haben muss.

Mein eigener Ansatz ist nicht spezifisch, sondern allgemein. Ich habe über die Themen und Probleme geschrieben, die ausnahmslos JEDEM Krebsneuling früher oder später zu schaffen machen, von Finanznot bis Beziehungsstress, von Neben- bis Nachwirkungen, vom Umgang mit Ernährungsaposteln bis zum Umgang mit diesen verdammten „Überlebensprognosen“. 

Der medizinische Parcours ist das eine, da muss jeder seinen eigenen Weg gehen – und dafür Beistand in den spezialisierten Selbsthilfegruppen finden. Aber ihren Alltag  können Krebsneulinge sich eine ganze Ecke leichter machen. Und für mich ist es ein ziemlich gutes Gefühl, ihnen genau dabei zu helfen.

47 Antworten auf „Was tun nach der Diagnose Krebs?“

  1. Wow, was für eine tolle Zusammenfassung für so ein schwieriges Thema. Ich habe zum Glück noch nicht so viele Berührungspunkte mit der Krankheit gehabt, aber gerade den Tipp mit dem Psychoonkologen finde ich enorm wichtig. Es ist ja keine Lappalie und Todesangst macht etwas mit einem.

  2. Hallo Annette,

    vielen Dank für deinen Beitrag ‚was tun wenn ich finde deine Tipps und dazu sehr nützlich und das Wort oder der Satz, der mir für den Umgang mit dieser Diagnose im Kopf geblieben ist, ist: such dir einen Psychoonkologen also such dir jemanden der geübt ist mit dir über so ein herausforderndes Thema zu sprechen. Bislang wusste ich nicht, dass es da Experten gibt.
    Liebe Grüße
    Bettina

  3. Hallo Annette, vielen Dank für diesen
    interessanten Beitrag bzw Interview plus Buchvorstellung. ‚Was tun wenn‘ – ein wichtiges Thema zu einer Diagnose mit der umzugehen eine Herausforderung für viele Menschen ist: Krebs. Was mir neu ist, ist, dass Betroffene sich an
    Psychoonkologen wenden können. Bislang kannte ich diese Experten noch gar nicht, ein guter Hinweis. Liebe Grüße Bettina

    1. Liebe Bettina,
      als ausgebildete Psychoonkologin weiß ich leider, dass viele diesen Berufszweig nicht kennen und so auch nicht nutzen können.
      Alles Liebe
      Annette

  4. Liebe Annette,
    ein Artikel, der viel Mut macht und tolle Buchvorstellungen. Der hätte meiner Freundin vor 2 Jahren sehr geholfen. Ich habe sie unterstützt, wo ich nur konnte, denn ihre Familie erstarrte und teils haben sie die Diagnose verharmlost. Also habe ich zugehört, Formulare für sie ausgefüllt und sie bearbeitet dass sie nach der OP und Bestrahlung zur Reha fuhr. Mich hat das sehr mitgenommen aber habe es mir nie anmerken lassen, versuchte Mut und Stärke zu vermitteln. Ich hoffe sie wird wieder gesund. Ich stoppe sie immer wieder und sage ihr „Du bist dir wichtig, tue auch was für dich, nicht nur immer für die Familie“
    Ganz liebe Grüße Caro

    1. Liebe Caro,
      unser Körper zeigt uns immer, wenn wir uns vernachlässigen oder ihm zu viel zumuten. Heute durfte ich es wieder selbst erfahren. Wenn ich meine Grenzen nicht wahre, fängt er leise an zu zwicken, höre ich immer noch nicht, legt er mich flach. Wenn Deine Freundin erkennt, dass sie der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist, kann sie gewinnen.
      Alles Liebe
      Annette

  5. Ich bin auch „Krebsveteranin“ und Kämpfe immer noch mit Ängsten.
    Alles nicht sehr leicht, aber es hat mein Leben verändert. Es war und ist schlimm, denn ich bin täglich mit den Folgen konfrontiert und lebe damit, aber ich lebe noch und bin glücklich drüber.

  6. Huhu,

    das Buch klingt sehr interessant, gerade für Menschen die davon betroffen sind. Ich finde, das man von jeder Seite hört das wieder jemand an Krebs erkrankt ist, daher finde ich wichtig, betroffenen zu zeigen, das sie darüber reden können und sollen.

    LG
    Steffi

        1. Liebe Steffi,
          so ist es, man brauch einen Vertrauten. Aber auch jemandem der emotional nicht so stark eingebunden ist und den Horizont im Blick hat.
          Alles Liebe
          Annette

      1. Hallo liebe Annette,
        das Buch hört sich sehr interessant an. Mein Schwager hat im Februar 2019 die Diagnose Lungenkrebs im Endstadium erhalten. Es war sehr sehr schlimm und man konnte zusehen wie es ihn von Tag zu Tag schlechter ging, für ihn war das eine Quälerei. Er sagte zu mir; es ist schlimm wenn man weiß das man sterben wird, aber nicht zu wissen wann es so weit ist , ist viel schlimmer. Am 27.12 19 ist der dann ganz friedlich eingeschlafen und sein kleiner Sohn (4) muss nun ohne Papa aufwachsen. Er hat auch gekämpft bis zum Schluss. Meine Schwester hat auch jede Hilfe angenommen, für sie war und ist es immer noch sehr schwer. Sie ist in psychologischer Behandlung.

        1. Es ist nicht leicht zuzusehen wie eine Krankheit einen geliebten Menschen dahinrafft. Ich arbeite ja schon viele Jahre mit Krebspatienten und bin immer in engem Kontakt mit den Familien und weiß um ihren Schmerz.
          Alles Liebe
          Annette

  7. Oh je, ich wüsste nicht, wie ich reagieren würde. Man kann nur hoffen, dass man nie dagegen ankämpfen muss. Allen Betroffenen wünsche ich ganz viel Kraft und dass ihnen geholfen werden kann!

    Liebe Grüße
    Jana

  8. Ich habe schon viele Menschen durch Krebs verloren. Deshalb würde mich so eine Diagnose nicht so sehr erschüttern, würde ich behaupten. Ich glaube, ich wäre sehr gefasst in dem Moment, weil ich jederzeit mit so einer Diagnose rechnen könnte. Ich bin sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits vorbelastet.
    Meine Schilddrüse macht schon Ärger und auch die Leber hat schon gezickt. Mir ist bewusst, dass man Krebs besiegen kann. Ich kenne aber auch die andere Seite.

    Danke, dass du dich diesem Thema widmest.

  9. Ein ganz besonderes Thema, dass doch irgendwie alle betrifft. Ich kenne in meinem Familien- bzw. Freundeskreis wirklich niemanden, der sich nicht mit dem Thema Krebs auseinandersetzen musste. Und es ist wunderbar, dass man sich Hilfe holen kann und man sollte das auch unbedingt tun. Danke für die vielen wichtigen Informationen dazu.
    Herzlichst
    Sandra

  10. Eine wunderbarer und wichtiger Blogbeitrag.
    Ich habe im Moment zwei Schülerinnen mit Brustkrebs, die trotzdem noch zum Unterricht kommen. Allerdings wenden wir uns weniger der Musik – die ja auch heilende Kräfte hat – zu, sondern reden einfach. Ich merke immer wie wichtig es ist, dass man ein offenes Ohr hat!

  11. Liebe Annette,
    ja, ich glaube, bei einer derartigen Diagnose zieht es einem den Boden unter den Füßen einmal weg. Deine Tipps sind wirklich sehr hilfreich. Vor allem der ruhige Spaziergang alleine spricht mich genau an. Aber sehr bald müsste ich mit jemanden darüber sprechen.
    alles liebe angelika

    1. Liebe Angelika,
      natürlich muss man sich einen Gesprächspartner suchen, niemand ist eine Insel. Doch nicht in der Zeit der Starre, sonst läuft man Gefahr die Entscheidung über sein Leben einem anderen Menschen zu überlassen.
      Alles Liebe
      Annette

  12. Liebe Annette,

    ein wirklich sehr gefühlvoller Artikel zu einem sehr schwierigem Thema. Wir hatten in der Familie schon Krebspatienten und sie alle gehörten zu der Kategorie „Verdängung“ an. Vielleicht lag es aber auch schon am Alter, dass sie es nicht wahr haben wollten.
    Von einem Psychoonkologen habe ich ehrlich gesagt noch nichts gehört, daher danke ich für diese ganzen wichtigen Informationen.

    Liebe Grüße,
    Mo

    1. Liebe Mo,
      leider geht es vielen so, dass sie den Psychoonkologen nicht kennen. Ich habe die Ausbildung vor Jahren gemacht und es hat sich bis heute nichts daran geändert.
      Ich denke nicht, das Verdrängen etwas mit dem Alter zu tun hat, sondern mit der Gehirnchemie.
      Alles Liebe
      Annette

  13. Liebe Annette,

    bei mir löst dieser Beitrag viele schmerzhafte Erinnerungen aus … ich war schon mehr als einmal mit dieser Diagnose konfrontiert, wobei es einmal zum Glück eine Fehldiagnose war. Die erste Zeit von der Diagnose bis zum nächsten Termin war einfach die schlimmste Zeit in meinem Leben … ich habe mich sehr alleine und hilflos gefühlt. Die Art und Weise wie man diese Diagnose bekommt ist hat allerdings auch sehr viel damit zu tun wie es einem danach geht.

    lg
    Verena

  14. Wow, ein schwieriges, sentimentales Thema. Denn natürlich hofft man, diese Diagnose NIE zu bekommen. Aber man ist ständig damit konfrontiert, in der Familie, im Freundeskreis… leider Krebs immer ein Thema! Ich habe schon große Angst vor dieser Krankheit, habe ich wegen ihr viele Menschen leiden und sterben sehen. Ich glaube, ich würde erst mal total in Panik sein und absolut hilflos. Danke für Deine tollen Tipps, die ich hoffentlich NIE brauchen werde. Aber ich behalte sie im Hinterkopf.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Liebe Bea,
      vielleicht sind die Tipps ja auch für Betroffene in Deinem Familie- und Freundeskreis nützlich. Gerne weitergeben, es ist so wichtig!
      Alles Liebe
      Annette

  15. Ein bewegender Post mit Tiefgang. Ich kenne zwei Bekannte die dem Schicksal Krebs bereits begegnet sind, beide haben es überstanden, sind nach 5 Jahren krebsfrei. Ich finde der Spruch „Krebs sollte nur ein Sternzeichen sein“, an dem ist etwas wahres dran. Nur leider können wir uns das oft nicht aussuchen. Ich habe bisher solche und andere Krankheiten zum Glück noch nicht erleben müssen aber ich bin froh zu wissen, dass ein gutes Netzwerk besteht und man hier jederzeit Hilfe, Wissen und Trost finden kann.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

  16. Das ist ein sehr ergreifender Beitrag. Ich habe mich gerade in die Zeit vor fast 7 Jahren zurück versetzt gefühlt, als mein Stiefvater die Diagnose bekam. Ich weiß nicht wieso, aber er stand auf einmal vor meiner Tür und hatte mich gebeten, meiner Mutter zunächst nichts zu erzählen.
    Er hatte ein sehr festes mindest und war überzeugt, es zu schaffen. Doch ziemlich genau ein Jahr nach der Diagnose ist er nach einem schweren Leidensweg und vielen Operationen von uns gegangen.

    Ich wüsste um ehrlich zu sein nicht, was ich nach so einer Diagnose tun würde. Denn leider kenne ich persönlich niemanden, der die Krankheit besiegt hat, bei dem ich mir Unterstützung erhoffen könnte.

    Übrigens finde ich es total erschreckend, dass JEDER ZWEITE Bürger daran erkrankt… Das geht mir offen gesagt nicht runter.

    Viele Grüße
    Wioleta

    1. Liebe Wioleta,
      Susanne Reinke, die Interviewte, hat es geschafft. Hilfe bekommt man aber am besten von einem Psychoonkologen.
      Alles Liebe
      Annette

  17. Ich habe schon öfter mit dem Thema Krebs zu tun gehabt. Privat, beruflich, innerhalb und außerhalb der Familie. Mal ging es gut aus, mal leider nicht.
    Allerdings habe ich nie von einen Psychoonkologen gehört, danke für die Info.
    Ich wäre wahrscheinlich der Kandidat, der es gar nicht richtig versteht „Ja, ist dann so. Okay. Ach wird schon werden.“

  18. Ein toller Beitrag zu einem wichtigen und insbesondere schwierigen Thema mit schönen Buchvorstellungen, danke! Ich bin sehr froh, dass ich in der Familie vor kurzem verschont geblieben mit. Es lag der Verdacht auf Brustkrebs bei meiner Mutter vor und so sehr man sich sagt, positiv denken, jetzt ist noch nichts entschieden, fragt man sich im Kopf dennoch, was ist, wenn die Diagnose kommt? Ich bin sehr froh, dass es so weit nicht gekommen ist und es Entwarnung gab.

    Einen schönen Tag!

    Alles Liebe

    Nadine

  19. Liebe Annette,
    Dein Beitrag ist so wertvoll!
    Eine Anleitung, ein Wegweiser, wie die ersten Schritte nachdem man die Diagnose erhalten hat, aussehen können. Hinweise darauf, daß uns unsere eigenen Gedanken nicht fesseln sollten, sondern uns helfen Lösungsansätze zur Unterstützung annehmen zu können. Sehr gerne gelesen. Danke!
    Liebe Grüße Karin

  20. Dein Artikel macht wirklich Mut und gibt Kraft!
    Ich habe leider schon mehrere liebe Personen an Krebs verloren, aber eine blieb mir ganz stark im Gedächtnis. Sie ging mit ihrer Krankheit SO bemerkenswert positiv und kraftvoll um, mit einem inneren Frieden und großer Ruhe! Vor allem das Interview fand ich sehr bewegend, ich kann gut nachvollziehen, dass einem zu allererst nicht die direkten Verwandten den richtigen Beistand schenken können, sondern Vertraute, die auch schon Erfahrung in dem Bereich haben!

    Danke für diesen Artikel!
    Liebe Grüße,
    Christina

  21. Mann bekommt durch deinen Artikel wieder Mut und Kraft. Sehr informativ, aber es kann einen helfen die ersten Tage zu überstehen. Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Julia

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