Depression – zwei Gesichter eine Erkrankung

Depression – zwei Masken eine Erkrankung

Die zwei Gesichter der Depression

Noch nie wurde so viel von Depressionen gesprochen, noch nie war der Begriff derart im Zentrum öffentlichen Interesses wie heute. Daher möchte ich in diesem Artikel auf einige weniger bekannte Aspekte der Erkrankung eingehen, nämlich die zwei Gesichter der Depression und welche Chance liegt in der Behandlung der Gesichtsmuskulatur.

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Der Begriff Depression leitet sich aus dem Lateinischen von deprimere (hinunterdrücken) her. Bevor wir unser heutiges Wissen über die Depression hatten, sprach man von Melancholie.

Wer kann eine Depression bekommen? Eine Depression macht vor niemandem Halt: Sie sucht Reiche und Arme heim, intelligente und weniger intelligente Menschen, und sie kommt in allen Ländern der Welt vor.

Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung, gefolgt von Angststörungen, bei denen häufig ebenfalls Depressionen mit auftreten.

Meine Freundin die Depression
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Alles grau in grau

Wenn Du bemerkst, dass Deine Wirklichkeit sich nur noch grau in grau darstellt, und Du diese Sicht auf die Dinge auch nicht mehr loswirst, solltest Du Deine Gemütsverfassung ernst nehmen. Du kannst sie nicht ignorieren, das macht es nur schlimmer. In der Anfangsphase ist es oft noch möglich sich mit der Depression auseinanderzusetzen und der erste und wichtigste Schritt ist es, sich Hilfe zu suchen. Wenn Du das verpasst hast und immer tiefer in Lethargie verfällst, wird dieser Schritt sehr viel schwerer fallen. Es ist wichtig, dass Du weißt, dass eine Depression sehr gut behandelt werden kann. Allerdings sind in der Tiefe der Depression chemische Medikamente oft unumgänglich, da in dieser Phase die milden naturheilkundlichen Mittel nicht mehr greifen können. Daher. kündigt sich die Depression an: suche Dir sofort Hilfe!

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Was ist eine Depression?

Leider wird der Begriff Depression sehr überstrapaziert. Bei jeder kleinen Unpässlichkeit spricht man von einer depressiven Stimmung. Etwas hat nicht so geklappt, wie man es sich vorgestellt hat, und schon kommt die Aussage: „das ist so frustrierend, da könnte man glatt depressiv werden“. Oder man erfährt etwas Trauriges und sagt „das macht mich jetzt ganz depressiv“.

Eine Depression ist aber etwas ganz anderes. Es handelt sich um einen Zustand, der nicht nur einen Moment lang dauert, sondern in der Regel Wochen oder Monate anhält. Die Betroffenen befinden sich in einem Zustand, in dem sie keine Freude mehr empfinden, und in dem jede Entscheidung zu einem unüberwindbaren Problem wird. Ihre Gedanken kreisen ständig um „Probleme“ und auch ihre Psychomotorik ist verändert. Sie tragen ein graues Kleid, das bis in ihren innersten Kern vordringt. Deshalb sprechen viele davon innerlich leer, abgestorben und ohne Gefühl für sich selbst zu sein.

Wenn der Alltag zur unüberwindlichen Aufgabe wird

Stelle Dir vor, Du fühlst nichts mehr. Du fühlst Deine Bedürfnisse nicht, die Bedürfnisse Deiner Liebsten und selbst das Weinen Deines geliebten Kindes löst nichts mehr in Dir aus. Du kannst nichts mehr fühlen, auch keine Traurigkeit, einfach nichts.

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Die zwei Gesichter der Depression

Häufig sehe ich in meiner Praxis am Beginn einer Depression, dass sich die Psychomotorik des Betroffenen ändert. Die Patienten sind unruhig oder ziehen sich zurück und bewegen sich kaum. Vor allem verändert sich für den geschulten Therapeutenblick als erstes die Mimik. Sie nimmt mehr und mehr eine Ausdruckslosigkeit an.

Es gibt auch hier zwei Varianten. Die Maske, die keinerlei Regung zeigt, und die Variante der „smiling depression“, in der die Mimik des Patienten nicht dem tatsächlichen Befinden im Inneren entspricht. Die Betroffenen haben eine lächelnde Maske auf. Ein geschultes Auge erkennt diese Maske jedoch immer.

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Botox, echt jetzt?

2012 zeigte sich in einer Pilotstudie, dass durch nur eine einzigen Botulinumtoxin-Injektion im

Stirnbereich zwischen den Augenbrauenbögen eine Besserung der depressiven Symptome auftrat. Bei einem Drittel der so behandelten Patienten wurde sogar eine Remission der Depression erzielt. Unsere Gesichtsmuskeln drücken nicht nur unsere Stimmung aus, sondern haben auch einen

Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Da Emotionen wie Ärger, Angst oder Traurigkeit, die bei depressiven Menschen häufig sind, zur Aktivierung von Muskeln in der unteren mittleren Stirn führen. Der stimmungsaufhellende Effekt einer solchen Botox-Spritze hält sogar länger an als der kosmetische.

Die zwie Gesichter der Depression – Gesichtsmuskeln entspannen

Aufgrund dieser und anderer Studien kann man sagen, dass es nützlich sei kann, den Bereich der Gesichtsmuskeln zu entspannen. 

Dafür braucht es nicht unbedingt Botox. Es gibt Hinweise, dass auch Akupunktur oder Mesotherapie in diesem Bereich sehr gute Wirkung zeigen und ergänzend zu den notwendigen Therapien eingesetzt werden können.

Lass Dich nicht entmutigen Du siehst auch abseits der bekannten Therapiewege gibt es Möglichkeiten, eine Depression positiv zu beeinflussen. Denke aber immer daran, eine Depression ist eine ernste Erkrankung, die immer behandelt werden muss.

Du findest hier auf meinem Blog verschiedene Artikel zu Depression. Unter anderem Depression in den Wechseljahren, Gewicht und Depression und Antibabaypille und Depression. Viel Spaß beim Lesen.

14 Antworten auf „Depression – zwei Gesichter eine Erkrankung“

  1. Huch, das mit dem Botox ist krass! Wieder was dazu gelernt.

    Ich selber hatte mal eine Art Depression (ich nenne es mal so) aufgrund eines nicht behandelten Schilddrüsenleidens. Daher weiß ich, wie fertig einen das macht und dass man einfach nicht dagegen ankommt. Schade allerdings, dass sich auch heute noch viele Leute deswegen nicht trauen, Hilfe zu holen, weil diese Krankheit immer noch nicht so richtig ernstgenommen wird.

    1. Liebe Kerstin,
      wenn ein körperliches Leiden hinter einem psychischen Symptom steht, macht es das nicht besser aber man kann es schneller und besser behandeln. Schilddrüsenerkrankungen sind für so viele Symptome verantwortlich und werden leider immer noch oft bei der Anamnese vergessen.
      Alles Liebe
      Annette

  2. Hallo Annette, danke für deinen Bericht, ich musste ihn verschlingen, da ich bereits mehrfach mit Depressiven in Berührung kam 🙂 Meine Mutter z.B. war nach ihrem Schlaganfall depressiv und bekam jede Menge schrecklich Medikamente, die sie so veränderten, das sie meinem Bruder eines Tages die Vorder-Zähne ausschlug … das war schlimm. Zwei Jahre nach ihrem Schlaganfall starb meine Mutter in unseren Armen, ich war dankbar dass sie gehen durfte, sie ist ganz sanft entschlafen. Und ich kenne weitere Fälle, Menschen mit Depressionen, das kann RICHTIG schlimm werden. Man kann froh sein, wenn man gesund ist. Diese Lösung mit Botox ist tatsächlich verblüffend, aber warum sollte das nicht funktionieren? Unsere Mimik und unsere Stimmung hängen ja eng zusammen. Weitere Forschung dazu gab es aber scheinbar nicht? Weißt du das? lg Bettina

    1. Liebe Bettina,
      es ist wirklich für die Betroffenen und ihre Familien eine extreme Herausforderung mit dieser Krankheit umzugehen. Leider kenne ich keine anderen Studien die in die Richtung diese Botox-Studie gehen. Allerdings fand ich sie so bemerkenswert, dass ich sie unbedingt teilen wollte. In meiner Praxis habe ich mit Akupunktur oder Mesotherapie eindeutig Verbesserungen erzielen können. Aber natürlich sind das nur meine persönlichen Erfahrungen.
      Alles Liebe
      Annette

      1. … Danke 🙂 schade, dass diese Studie bis auf deinen Blog so wenig Gehör fand, aber toll, dass du den Spielball aufgenommen hast und immerhin mit Akupunktur und Mesotherapie Erfolge hast und deinen Patienten helfen kannst, lg

        1. Liebe Bettina,
          ich persönlich würde mir niemals Botox spritzen lassen, da es das Gehirn verändert. In meiner schlimmen Migränezeit hat man mir das immer wieder als Therapieoption angeboten, ich habe immer dankend abgelehnt.
          Alles Liebe
          Annette

  3. Stimmt, in den letzten Jahren hört man sehr oft von Leuten, die bestätigt oder vermutet an Depressionen leiden. Die Krankheit ist mehr in den Fokus der Menschen gerückt, was auch sehr gut ist, denn Menschen mit Depressionen sollten sich nicht allein mit ihren Sorgen und Ängsten, ihren schlimmen Gedanken fühlen. Die Pilotstudie mit Botox finde ich übrigens auch sehr interessant! Schön, dass man in vielen Fällen helfen kann!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Aus meiner Erfahrung braucht man noch nicht einmal Botox, es geht auch wenn man die entsprechenden Punkte mit Naturheilmitteln spritzt.
      Alles Liebe
      Annette

  4. Ich kenne leider so einige, die an einer mehr oder scheren Depression leiden. Es ist so schwer, als Außenstehender zu verstehen oder zu helfen. Ob Botox jetzt wirklich das richtige ist? Ich bin dem MIttel gegenüber generell sehr skeptisch. Dann lieber eine Gesichtsmassage oder Akkupunktur.

    1. Liebe Tanja,
      mir geht es wie Dir, Botox würde ich auch nicht ausprobieren. Aber eine Gesichtsmassage wäre kein adäquater Ersatz, das ist eben nur Wellness.

  5. Depression ist wirklich schlimm für die Betroffenen und Familien. Leider wird es oft immer noch nicht ernst genommen. Diese Botox Studie klingt sehr spannend! Danke für deinen wertvollen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Diana

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