Teufelsabbiss – Wenn der Teufel Gesundheit verhindern will

Teufelsabbiss

Pflanzenportrait – Abbisskraut (Succisa pretensis)

Das Abbisskraut oder der gewöhnliche Teufelsabbiss

Die Pflanze verdankt ihren Namen Teufelsabbiss dem Aberglauben. Ihre Pfahlwurzel sieht aus, wenn man sie ausgräbt, als wäre sie abgebissen worden. Die abergläubigen Menschen in früherer Zeit spannten darum eine Geschichte. Sie glaubten, dass der Teufel den Menschen das wirksame Heilmittel missgönnt. Daher ersann er eine List, um die Heilkraft der Pflanze zu verderben. Mit seinen giftigen Zähnen biss er einen Teil der Wurzel ab, um die Pflanze zu verderben. Die Pflanze war jedoch so heilkräftig, dass selbst der Teufelsbiss ihr nichts anhaben konnte. Daher heißt die Pflanze im Volksmund auch Teufelsabbiss. 

Der Beitrag enthält Affiliate Links & Produktempfehlung.

Wo wächst Abbisskraut?

Der heimische Teufelsabbiss bevorzugt wechselfeuchte, mäßig saure Böden und findet sich in ganz Europa. Man endeckt ihn daher auf Moorwiesen und Magerwiesen. In Zeiten der modernen Agrarwirtschaft ist er aufgrund des Trockenlegens und der exzessiven Bewirtschaftung allerdings fast aus unserer Landschaft verschwunden.

Teufelsabbiss
Die Alben Apotheke
Werbung

Anwendungsgebiet des Teufelsabbiss?

Schon im 15. Jahrhundert wird der Teufelsabbiss in medizinischen Schriften erwähnt. Man verwendete ihn bei Nierenschwäche, Bronchitis und zur Blutreinigung. Verwendung finden sowohl das Kraut als auch die Wurzel. In Kraut und Wurzel befinden sich Saponine, Gerb- und Bitterstoffe. Das Kraut wird vor der Blütezeit gesammelt und die Wurzelstöcke danach im Herbst ausgegraben.

                Achtung

Teufelsabbiss kann jedoch mit zwei Arten aus derselben Pflanzenfamilie verwechselt werden: Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) und Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Im Gegensatz zum Teufelsabbiss sind diese aber kräftiger und größer, besitzen größere Blütenköpfchen und die Blätter sind weniger deutlich gelappt. Wer unsicher ist, kauft die Droge ohnehin besser im Fachhandel.            

In der Homöopathie setzt man Succia pretensis zur Wundheilung und  bei chronischen Hautleiden,  wie Geschwüren und Ekzemen, ein.

Teufelsabbiss
Wickel, Salben und Tinkturen
Werbung

Bei heilkundigen Menschen ist Abbisskraut auch heute noch als Tee gegen Fieber und als Auflage bei Entzündungen, Quetschungen und schmerzhaften Gelenken in Gebrauch.

Meine Großmutter empfahl das Abbisskraut auch als Auflage bei einem Kropf. Wobei ich diese Wirkung nicht in der Literatur bestätigt finde. Auf energetischer Ebene hilft das Abbisskraut bei Ängsten und Abgrenzungsproblemen.

Du möchtest keinen Blogartikel mehr verpassen, dann melde Dich doch zu meinem Newsletter an.

Der Teufelsabbiss wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2015 ernannt.

Teufelsabbiss Alpenmedizin
Werbung

Meine Rezepte

Klassische Abbisskraut Tinktur

Was brauchst Du?

Einen Abbisskrautwurzelstock

Ein Deckelglas

Ein braunes Apothekerfläschchen

58%igen Alkohol

Den gereinigten und getrockneten Wurzelstock zerkleinern. Dann in das Schraubdeckelglas füllen und mit dem Alkohol aufgießen. Gut verschließen und dann drei Wochen an einem warmen sonnigen Ort ziehen lassen. Nach den drei Wochen den Auszug abseihen und die dann fertige Tinktur in ein dunkles Fläschchen füllen.

Anwendungsmöglichkeiten:

Blutreinigung

Fieber

Hauterkrankungen

Nierenschwäche

Drei Mal täglich 5-10 Tropfen einnehmen.

Klassischer Teufelsabbiss-Tee

Teufelsabbiss Tee

Zwei Teelöffel des getrockneten Abbisskrauts mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und dann den Tee 15 Minuten ziehen lassen. Immer darauf achten, dass die Tasse abgedeckt ist, da sonst die flüchtigen Öle in die Luft verdampfen und im Tee nicht mehr wirken können.

Detox mit Abbisskraut

Nutze doch die jungen frischen Frühlingstriebe des Teufelsabbiss in der Küche. Denn für eine leckere, mild entschlackende Beilage musst Du nur die jungen Blätter zerkleinern und in den Frühlingssalat geben.

22 Antworten auf „Teufelsabbiss – Wenn der Teufel Gesundheit verhindern will“

  1. Vom Abbisskraut habe ich noch nie etwas gehört. Ein paar mehr Bilder wären toll. Vielleicht habe ich sie ja sogar schon gesehen! Ich glaube ja, dass wir uns wieder viel mehr auf die Heilmittel der Natur besinnen sollten. Ich persönlich verlasse mich dabei aber nur auf Pflanzen, die ich kenne. Deshalb war das für mich ein spannender Beitrag!

  2. Liebe Annette,

    von Teufelabbisskraut habe ich bisher nur in einem historischen Roman gelesen. Da ging es um eine Kräuterkundige und ich fand die Pflanzen die sie sammelte alle sehr spannend.
    Interessant finde ich, dass deine Tinktur auch bei Fieber verwendet werden kann.

    Liebe Grüße
    Mo

  3. Huhu,

    also den Namen Abbisskraut habe ich noch nie gehört. Was ich richtig wichtig und gut fand, dass du extra erwähnst das es etwas ähnliches gibt womit man das Abbisskraut verwechseln kann. Werde mal die Augen offen halten.

    LG Steffi

  4. Ich beschäftige mich derzeit ja auch mit Heilkräutern und TCM und vielem mehr. Dieses Kraut bzw. von dieser Pflanze hab ich jetzt tatsächlich noch nichts gehört. Aber darum lese ich immer wieder gerne bei dir, weil es hier soviel Neues zu entdecken gibt.
    Viele liebe Grüße
    Sandra

  5. Liebe Annette! Ich habe gestern noch zu den Kindern gesagt wie toll ich es finde wieviel man aus der Natur nutzen kann. Das machen wir viel zu wenig und das wo doch unsere Großeltern noch Brennesseltee von der hauseigenen Hecke oder Rucola Salat „von der Wiese“ zubereitet haben. Abbisskraut kannte ich noch nicht, finde es aber super, dass es gehen Nierenschwäche, Bronchitis und zur Blutreinigung genutzt werden kann. Merci! Hab einen schönen Sonntag! Sirit

  6. Liebe Annette,
    hoffentlich kommen durch so wirklich schöne Bücher nicht noch mehr Menschen auf die Idee, einfach alles in der Natur abzureißen.

    Ich schätze die Natur und ihre heilenden Kräfte sehr für unsere Gesundheit.

    Liebe Grüße Katja

  7. Deine Pflanzen Posts sind immerwieder interessant. Von dem Abbisskraut habe ich noch nie gehört. Hast du vielleicht irgendwo noch einen Link, zu mehr Bildern? Ich würde gerne mal schauen, ob der Teufelabbiss auch bei mir in der Region wächst. Kann man das Kraut auch in der Apotheke bekommen?

    1. Liebe Marion,
      im Netz findest Du einiges an Bildmaterial. In guten Staudengärtnereien kann man auch Pflanzen kaufen und im eigenen Garten anbauen. Gute Kräuterteeläden führen die Teedroge ebenfalls.
      Alles Liebe
      Annette

  8. Blogs lesen macht schlau. Da hab ich doch wieder was dazugelernt. Von diesem Pflänzchen hatte ich überhaupt noch nie gehört. Mir gefällt die Geschichte rund um den Namen sehr gut. Da ist doch mal jede Menge Phantasie im Spiel…

  9. Wie interessant! Ich kenne mittlerweile viele Pflanzen, aber dieses Abbisskraut bis eben gar nicht. Vom Aussehen her ähnelt es einer anderen Pflanze, die ich kenne – hast du ja auch geschrieben, aber ich glaube, diese hier habe ich noch nicht gesehen. Die Geschichte der Menschen von damals finde ich drollig, so haben sie sich halt damals die Welt erklärt! Toll!

    Liebe Grüße
    Jana

  10. Liebe Annette
    Besten Dank für Deine Beiträge. Auf der Suche nach Klärung der erwähnten Pflanze, habe ich die Beiträge gefunden. Nun zu meiner Frage. Da die Pflanze momentan bei uns nicht zu finden ist, weisst Du wo man Tinkturen, Essenzen etc. kaufen könnte?
    Herzlichen Dank
    Martin

      1. Herzlichen Dank und bleibt alle gesund und vor allem heiter!
        Alle Kräuter und medizinischen Anwendungen nützen nichts, wenn unser Immunsystem nicht richtig funktioniert. Angst führt zur Bewegungslosigkeit und massiver Schwächung des Immunsystems. Alles Liebe martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.