Beinwell

Heilpflanze Beinwell

Auch Beinwell gehörte zu den Pflanzen, die sich selber in meinem Garten angesiedelt haben. Er war und ist mir sehr willkommen. Insekten lieben ihn, da er unermüdlich von Mai bis August Blüten bildet.

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Schon die Römer verwendeten das Kraut bei Knochenbrüchen und auch die heute im Deutschen geläufigen Bezeichnungen deuten an, wofür der Beinwell seit Generationen eingesetzt wird. Wir nutzen die schmerz- und entzündungshemmenden Eigenschaften der stattlichen Pflanze bei Verstauchungen, bei Prellungen und Blutergüssen.

Auch Hildegard von Bingen schätzte den Beinwell sehr. In ihren Schriften wird der lateinische Name Consolida verwendet. Botanisch heißt der echte Beinwell „Symphytum officinale“. Symphytum bedeutet genau wie Consolida zusammenwachsen, zuheilen. Schauen wir uns den Wortstamm Beinwell an, dann kann man auch hier auf seine Wirkung rückschließen. Bein ist eine alte Bezeichnung für Knochen und well für guttun/heilen. Beinwell ist der Knochenheiler.

Beinwell, ein traditionelles Phytotherapeutikum

Bereits in Rom kannte man die Heilkraft des Beinwells. Glaucus, einer der Ärzte der berühmten ägyptischen Königin Kleopatra, verwendete die Beinwellwurzel gegen Blutergüsse, Brüche oder Verstauchungen.

Der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) beschreibt den Symphytum officinale in seinem Heilmittelbuch „De materia medica“. Auch in der Mittelaltermedizin nimmt Consolida z. B. bei Hildegard von Bingen oder Paracelsus seinen Platz ein.

Beinwell ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft und wird vor allem angewendet bei:

  • Akuten Rückenschmerzen
  • Außerdem eignet sich die Heilpflanze zur lokalen Durchblutungsförderung.
  • Gelenkarthrose
  • Golfer- und Tennisellenbogen (Epikondylitis)
  • Prellungen
  • Schmerzen und Schwellungen von Muskeln und Gelenken
  • Schultergelenkentzündung (Periarthritis)
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Verstauchungen
  • Zerrungen

Was verwendet man vom Beinwell

Zu Heilungszwecken werden vor allem die wirkstoffreichen Wurzeln und die Blätter verwendet. Die Wurzel, die besonders wichtig für die Arzneimittelherstellung ist, wird in den Monaten März, April, Oktober und November ausgegraben.

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Heilsame Inhaltsstoffe

Wie immer bei Heilpflanzen ist es die Gesamtheit der Inhaltsstoffe, die für die Heilwirkungen verantwortlich ist. Zwei Inhaltsstoffe stechen jedoch hervor: Allantoin und Cholin

Allantoin fördert die Zellneubildung und die Gewebsregeneration und Cholin fördert die Durchblutung und sorgt dafür, dass Blutergüsse schneller abheilen. Verschiedene Schleim- und Gerbstoffe wirken dazu noch kühlend und abschwellend.

Beinwell
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Nicht alles Gold, was glänzt

Beinwell enthält aber auch problematische Inhaltsstoffe, die Pyrrolizidin-Alkaloide. Diese sind nicht akut giftig, gelten aber als leberschädigend und kanzerogen. Innerlich sollte er deshalb nicht angewendet werden. Allerdings verursacht die äußerliche Anwendung von Symphytum officinale in seltenen Fällen auch Hautrötungen. Äußerlich aufgetragen sollten Beinwell-Zubereitungen, die Pyrrolizidin-Alkaloide enthalten, daher maximal vier bis sechs Wochen pro Jahr angewendet werden.

Die meisten Fertigarzneimittel-Präparate von Beinwell sind mittlerweile frei von Pyrrolizidin-Alkaloiden und können ohne Beschränkung (beziehungsweise entsprechend den Angaben in der Packungsbeilage) angewendet werden.

Cave

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter drei Jahren dürfen Beinwell-Zubereitungen nicht angewendet werden,

Was schätze ich an Symphytum?

Diese Pflanze schätze ich aufgrund ihrer schmerzlindernden, entzündungshemmenden und abschwellenden Wirkungen bei Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen sehr. Beinwell-Salben werden gerne bei Bewegungsschmerzen infolge stumpfer Verletzungen, bei Prellungen, Verstauchungen und bei schlecht heilenden Wunden äußerlich angewendet. Aber auch bei Blutergüssen oder Muskelkater kann die Salbe sehr hilfreich sein.

Aber auch als Pflanzengülle bewährt sich diese Pflanze in meinem Garten schon lange. Er gehört daher für mich zu den beliebtesten Pflanzen in meinem Garten.

21 Antworten auf „Beinwell“

    1. Liebe Katharina,
      ich habe noch nie verstanden warum jemand denkt Naturheilkunde und Schulmedizin würden nicht zusammen funktionieren. Man nennt es integrative Medizin und ich praktiziere diese schon 16 Jahre.
      Alles Liebe
      Annette

  1. Danke für den spannenden Artikel – immer wieder faszinierend was der eigene Garten oft zu bieten hat. Würde mich generell gerne viel mehr bei Heilkräutern auskennen – oft liegt das Gute so nahe 🙂

    Alles Gute und ganz liebe Grüße,
    Team cookingcatrin

  2. Ich mag diese Kategorie auf deinem Blog besonders gern! Wirklich erstaunlich, was uns die Natur alles so schenkt! Als ich eine Verstauchung hatte, wusste ich nicht, dass mir Beinwell-Produkte helfen könnten. Aber in Zukunft werde ich mal darauf achten!

    Liebe Grüße
    Jana

  3. Von Beinwell hab ich noch nie gehört. Abgesehen von der heilenden Wirkung sieht die Pflanze auch richtig gut aus. Da hoffe ich doch, dass sie sich bei mir auch mal ansiedelt. Weil ich manchmal Rückenschmerzen habe, könnte ich sie prima gebrauchen…

  4. Beinwell habe ich von meiner Chirurgin nach der letzten Liposuktion auch empfohlen bekommen. Inzwischen bin ich ein großer Freund von Naturheilmitteln. Ich muss zugeben, dass das nicht immer so war. Ich komme aber mehr und mehr drauf und finde es immer toll, dass ich hier weitere Infos finde.
    Viele liebe Grüße
    Sandra

  5. Liebe Annette,

    Beinwell kannte ich noch gar nicht. Weder als Pflanze noch für welche Beschwerden sie eingesetzt werden kann. Ein echte Allrounder, wie mir scheint. Schade, dass Beinwell auch eine nicht so schöne Seite hat. Aber wenn wir das wissen, können wir das negative ja meiden.
    Danke für diesen informativen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Mo

  6. Huhu,

    Beinwell sollte man mit bedacht anwenden, das habe ich nun definitiv gelernt. Innerlich nicht anwenden, aber äußerlich kann es auch zur Rötungen der Haut kommen. Ist also keine Sache die man leichtfertig nehmen sollte. Dafür sprechen aber die Gebiete wo es wirkt wirklich für sich, denn Entzündungen, Rückenschmerzen etc hat man ja doch mal öfters (zumindest ich, wegen dem „Büro-Job) und da ist etwas pflanzliches super.

    LG Steffi

  7. Hallo,
    ich kenne Symphytum bisher „nur“ homöopathisch nach dem Zahnarztbesuch und meinem Sohn habe ich es nach dem Schlüsselbeinbruch/OP gegeben.
    Durch den Artikel habe ich den spontanen Impuls meine langwierige linksseitige 11. Hirnnerv Reizung zu besänftigen. Danke!

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