„Lina die Entdeckerin“, eine Buchrezension

Lina die Entdeckerin

Schwester, wie gut kennst Du Dein weibliches Geschlecht?

Lina die Entdeckerin stellt Körperfragen. Da „unten“ – was ist da überhaupt und warum ist es so mit Scham behaftet?

Der Beitrag enthält Affiliate Links & Produktempfehlungen.

Viele Frauen bezeichnen ihr weibliches Geschlecht als „da unten“ oder wenn sie liebevoll sein wollen, ihr Schatzkästlein. Einige möchten es richtig bezeichnen und sprechen von ihrer Scheide oder Vagina. So viele Begriffe und alle sind sie falsch. Denn wenn wir den Teil des weiblichen Genitals meinen, der von außen sichtbar ist, gibt es nur einen einzigen korrekten Begriff: Vulva.

Wenn erwachsene Frauen ihr Geschlecht nicht benennen können, wie sollen sie es der nächsten Generation richtig beibringen? Was sagt das über unser Verhältnis zum eigenen weiblichen Körper aus?

Lina die Entdeckerin
Werbung

Lina die Entdeckerin – Wie sieht Deine Vulva aus?

Hand auf Herz, kannst Du diese Frage beantworten? Die meisten Frauen können das nämlich nicht. Die wenigsten haben sich ihre Vulva einmal genau mit einem Handspiegel angeschaut. Kein Wunder, dass wir kein positives, liebevolles Verhältnis zu unserem weiblichen Geschlecht haben.

Vulva Studie

Wir überlassen es Wissenschaftlern unsere Vulva, mit einer Normvariante zu versehen. Ja genau die größte Vulva Studie, die beschreibt wie eine normale Vulva auszusehen hat, wurde 2018 in der Schweiz durchgeführt.

Was herauskam? Die Vulva hat keine Norm! Alles ist möglich und „normal“. Wenn uns das bewusst ist, können wir vielen Mädchen viel Leid ersparen. Warum, weil der Trend, sich einer Schönheitsoperation an der Vulva zu unterziehen, stetig steigt. Viele Frauen möchten sich ihre Vulvalippen verkleinern lassen, weil sie glauben, die Vulva sei genormt und ihre Vulva sei unnormal. Damit nicht noch eine Generation Frauen heranwachsen, die nichts über ihr weibliches Geschlecht wissen, haben die Autorinnen Katharina Schönborn-Hotter, Lisa Sonnberger, Flo Staffelmayr das Kinderbuch „Lina, die Entdeckerin“ geschrieben.

Du möchtest keinen Blogartikel und keine Aktion mehr verpassen, dann melde Dich doch zu meinem Newsletter an.

Lina die Entdeckerin

Lina ist eine Entdeckerin und daher entdeckt sie auch ihre Vulva.  

Linas Vater tut sich etwas schwer, doch Lina ergreift die Initiative und nimmt so allen die Scheu, über die Vulva zu reden. Das liebevoll gestaltete Buch ist in Reimform geschrieben, was mir sehr gefallen hat. Die medizinischen Fakten hingegen sind in einer achtsamen, präzisen Spräche geschrieben. Beides zusammen ist die Grundlage dafür, dass ein Buch entstanden ist, das jedem jungen Mädchen ein positives Körpergefühl vermittelt. Dieser Mix macht es aus, dass das Buch wirklich pädagogisch wertvoll ist.

Ein wunderschönes Buch über den weiblichen Körper, der Vulva, der Vagina und der Klitoris. Auch die Menstruation kommt natürlich nicht zu kurz. Alles wird humorvoll, liebevoll und kompetent und mit Zeichnungen anschaulich erklärt.

Körperbewusstsein

Nur wenn wir Frauen uns in unseren Körpern wohl fühlen, ihn ohne Tabu liebevoll betrachten und annehmen können, werden wir ein Körperbewusstsein, das nicht schambehaftet ist, entwickeln können.

Fazit

Lina die Entdeckerin ist das erste Kinderbuch, das ich rezensiere, aber es ist auch ein Ausnahmekinderbuch! Nichts wird ausgespart, denn neben dem Wissen über die Vulva findet man auch Wissen rund um Körperbehaarung und -hygiene, Nacktheit und das Erwachsenwerden. Es ist an der Zeit, dass wir einen natürlichen Umgang mit den weiblichen Geschlechtsorganen bei heranwachsenden Mädchen fördern. Nur wer wertfrei alle seine Körperteile bezeichnen kann, der hat die Chance auf eine schamfreie Körperwahrnehmung. Dies ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in einem weiblichen Körper. Scham erzeugt Schuld und davon können Generationen von Frauen ein Lied singen. Dieses Buch sollte in keinem Haushalt, in dem es Kinder gibt, fehlen.

9 Antworten auf „„Lina die Entdeckerin“, eine Buchrezension“

  1. Liebe Annette,
    von dem Buch habe ich schon einiges gehört und einiges darüber gelesen. Nun bin ich wirklich neugierig.
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  2. Ich muss zugeben, dass ich von dem Buch noch nie was gehört habe… Ich wäre froh, wenn meine Eltern so offen mit mir über das Thema gesprochen hätten. Doch bin eher in einem konservativen Haushalt aufgewachsen und versuche es bei meinen Kindern anders zu handhaben. Deswegen danke für die Vorstellung. Wird bei uns bestimmt zum Einsatz kommen.
    Liebe Grüße,
    Tanja

  3. Ich hab von dem Buch auch schon häufiger gelesen und habe das für meine Tochter auch auf der Liste wenn sie etwas älter ist. Es ist so wichtig auch als Kind schon Bescheid zu wissen und auch alle Körperteile schamfrei korrekt zu benennen damit man darüber sprechen kann wenn etwas unangenehm ist oder weh tut.

  4. Ich kannte dieses Buch bisher auch noch nicht, aber finde es richtig klasse! Das weibliche Geschlecht ist wirklich so schambehaftet! Auch ich bin so aufgewachsen … leider! Da muss auf jeden Fall was passieren und das Buch scheint ja ein guter Anfang zu sein.

    Liebe Grüße
    Jana

  5. Huhu,

    von dem Buch habe ich noch nie gehört, aber die Thematik finde ich wichtig. Junge Mädchen lassen sich so schnell verunsichern, da finde ich es sehr gut, dass sie damit die Möglichkeit haben sich und ihren Körper besser kennenzulernen.

    LG Steffi

  6. Hallo zusammen,
    ich habe das Buch seit heute zu Hause und so wichtig wie ich es thematisch finde und auch toll illustriert, finde ich die Reimumsetzung wirklich grenzwertig. Es gibt immer wieder Erklärtexte, die nicht in Reimform sind und die sind ganz unaufgeregt und eben erklärend geschrieben, aber die Reime: nicht nur, dass Versmaß und Rhythmus neben der Spur sind, es ist auch teilweise unnötig (gerade wenn es doch darum geht, dass man nicht mehr “Scheide” statt “Vulva” sagt, könnte man doch drauf achten im Reim nicht unnötig diese Wörter einzubauen. Auch werden Themen wie, dass es eben auch angenehm sein kann, sich selbst zu berühren mit sehr merkwürdigen Euphemismen beschrieben (ein “Funkeln”, dass sich zu allem Übel auch noch auf Pinkeln reim). Es ist wirklich eher für Kleine (so ab 3), für einen ersten Kontakt, für Ältere (meine Tochter ist 5) fehlen einfach weitere Infos, die dann eigentlich auch in so ein Buch gehören sollten.
    Wie gesagt: Ich finde die Grundidee wunderbar, nur die Umsetzung in Reimform ist wirklich eher mäßig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.