Nachhaltigkeit, das Unwort der Zeit

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein Begriff aus der Forstwirtschaft, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf als auch nachwächst. Vernünftig, oder? Klar, doch schau Dir unsere Wälder an, obwohl wir eine „grüne“ Gesellschaft haben, gehen sie vor die Hunde. Warum, weil es im Prinzip keine Sau interessiert. Abholzen was das Zeug hält, alles nach China verkaufen aber aufforsten vergessen. Nachhaltigkeit ist das meistgenutzte Modewort der Zeit, doch noch nie wurde so wenig danach gehandelt.

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So gut wie keine Branche strapaziert das Wort nicht. Nachhaltigkeit verkauft, ob in der IT-Branche, Modebranche oder Lebensmittelbranche. Es reihen sich noch vegan, fair, plastikfrei, öko, bio, regional und natürlich ethisch vertretbar in die Liste ein.

Mode

Nachhaltige Mode, die auch noch vegan sein muss. Da bleibt mir die Luft weg, denn wenn es nicht aus tierischen Rohstoffen hergestellt wird, dann bleibt für viele Produkte nur Plastik und was daran nachhaltig sein soll, kann ich einfach nicht erkennen. Und für den Körper und sein Potential sind sie einfach nur ungesund.

Nachhaltig Reisen setzt aus meiner Sicht der ganzen Sache die Krone auf. Es gibt kein nachhaltiges Reisen. Wer die Umwelt und Ressourcen schonen will, muss zuhause bleiben. Hören wir doch endlich auf uns und unserer Gier ein „grünes“ Mäntelchen anzuziehen. Klar, verbrauchen manche Arten zu Reisen mehr Ressourcen als andere und dennoch sind alle umweltschädlich.

Nachhaltige Lebensmittelläden

So wenig wie nötig an Verpackungsmaterial ist der Trend. Nichts gegen einzuwenden. Doch wie sieht die Realität aus? Die Kunden möchten unbeschädigte Lebensmittel. Daher müssen sie gut verpackt werden, um zum Verbraucher zu gelangen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Angedotzte Lebensmittel, eingedellte Dosen und eingedrücktes Obst kauft niemand.

Was ist die Konsequenz daraus? Die Märkte entfernen die Verpackung, bevor sie ihre Waren ins Regal legen. Die Biogurke wird aus dem Plastikschutz geschält und in die Obsttheke gelegt. Doch warum ist sie im Gegensatz zur konventionellen Gurke überhaupt in Plastik eingeschweißt? Weil konventionelle Ware nicht im gleichen Laster, Regal gelagert werden darf wie Bio. Warum ist das so, weil konventionelle Ware ihre Schadstoffe über Kontakt und Luft auf die Bioware abgibt. Das wird sich also auch durch das Wort nachhaltig nicht verändern.

Die Alternative ist der Bioladen. Doch viele Bioläden sehen heute schon wie normale Supermärkte aus. Überfluss an Putzmitteln, natürlich alles super biologisch abbaubar, Avocados aus Peru, Kartoffel aus Ägypten, Faire Schokolade und Kaffee aus Südamerika. Nur leider müssen diese Dinge eben ins Land geflogen werden und verbrauchen im Ursprungsland eine Menge Ressourcen wie Wasser. Nachhaltig ist das Ganze nicht!

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Nachhaltige Einrichtungsgegenstände

Schau Dich einmal um, wie lange behalten Deine Freunde/Bekannten ihre Einrichtungsgegenstände? Viele wechseln die Accessoires in jeder Saison. Neue Bilder, neue Kissen etc. Der hippe Sessel ist auf einmal gar nicht mehr hipp und es gibt einen viel hipperen. Und wie bequem ist doch der Saugroboter.  Unsere Großeltern und Eltern behielten ihre Möbel ein ganzes Leben lang, genau wie die spärlichen Accessoires. Unsere Ansprüche steigen kontinuierlich an.

Ich bin ein besserer Mensch als Du. Wer seinen Konsum mit Nachhaltigkeit würzt, fühlt sich moralisch überlegen und kann dennoch konsumieren, ohne sein Gehirn einzuschalten. Ist das nicht super? Doch die Realität sieht ganz anders aus. Grüne Wähler fliegen am meisten. Macht nichts, denn sie machen ja nachhaltigen Urlaub mit nachhaltigen, veganen Klamotten. Ach ja, dann spende ich noch bei atmosfair oder einer ähnlichen Organisation und kompensiere ihr Flugverhalten, und alles ist geritzt, oder? Nennt sich moderner Ablasshandel.

Nachtrag

Gerade sehen wir, wie ernst Nachhaltigkeit genommen wird. Viele Menschen lassen sich den Genshot verpassen, weil sie wieder in den Urlaub, ins Café, in die Disko, ins Restaurant … wollen, blind der Gefahr gegenüber der sie sich aussetzen.

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