Altruismus

Wie lange willst Du noch helfen?

Erst einmal ganz klar, Altruismus ist eine wichtige Sache, die eine Gesellschaft lebenswert macht. Es ist wichtig, uns gegenseitig zu helfen und zu stützen. Wenn Du viel weißt und kannst, glaubst Du, Du kannst überall helfen. So lange bis Du eben nicht mehr kannst. Manche Menschen gehen permanent über ihre Grenzen. Bis sie ausgelaugt, erschöpft und einfach fertig sind.

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Gutmenschentum tut Dir nicht gut

Du bist kein Abfalleimer. Wenn Du ganz stolz darauf bist, dass alle sich Dir mit ihren Sorgen anvertrauen, dann solltest Du Dir einmal klar darüber werden, wo Du dabei bleibst.

Alles braucht einen Energieausgleich. Gerade habe ich es wieder erlebt. Eine Bekannte wurde sehr krank und wendete sich an mich. Klar habe ich mein Wissen kostenlos zur Verfügung gestellt und nicht nur einmal. Wenn es ihr gut geht meldet sie sich nicht, nur wenn es wieder einmal brennt. Ich merkte wie mich das immer mehr triggerte. Auch fragt sie nie, wie es mir geht. Wenn ich eine Kleinigkeit erzählte, dann merkte ich, dass sie das überhaupt nicht juckt, sie sogar leicht genervt ist. Ein solches parasitäres Verhalten braucht kein Mensch, denn es schwächt die Gebenden über alle Maßen.

Nicht gesehen werden, nicht wertgeschätzt zu werden ist eine harte Lektion!

Erkennen und bannen

Es fällt uns schwer, diese Mechanismen zu erkennen und noch schwerer, sie zu bannen. Nein sagen haben wir nicht gelernt. Genauso wenig wie das Problem anzusprechen. Daher danke ich meiner Bekannten, denn sie war ein weiterer Augenöffner mir meinen fehlgeleiteten Altruismus vor Augen zu führen.. Oft sind genau solche Menschen gute Lehrmeister für uns! Wer ist verantwortlich für Dein Wohlbefinden? Du! Daher begib Dich aus ungesunden Beziehungen heraus, erkenne sie, verlasse sie und danke für die Lektion.

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Sie suchen Hilfe, wollen aber keine

Auch das durfte ich lernen. Es gibt sehr viele Menschen, die vorgeben Hilfe zu suchen, sie aber in Wahrheit nicht wollen.

In meiner Praxis durfte ich das sehr oft erleben. Ein Patient, ein großes Problem, die Lösung und das nein danke. Da gab es eine 40jährige Frau, die mit starken Rückenschmerzen zu mir kam. Aufgrund dieser Schmerzen war sie frühverrentet, bekam Hilfe im Haushalt und wurde von ihrem Partner in Watte gepackt. Nach zwei Sitzungen waren ihre Schmerzen schon um 50% reduziert. „Ich breche die Behandlung ab“, teilte sie mir mit. Ungefragt lieferte sie mir noch die Begründung mit: „Wenn sie mich heilen, muss ich wieder arbeiten gehen, den Haushalt machen und mein Mann kümmert sich weniger um mich. Ich dachte, das bei Ihnen ist ein bisschen Wellness. So habe ich mir das nicht vorgestellt.“

Helfersyndrom
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Sie sind zu bequem

Wenn sich jemand aus Faulheit Hilfe bei Dir holt, musst Du Dich nicht angesprochen fühlen. Ausnutzen musst sich niemand lassen, oder? Tust Du es dennoch, frage Dich, was hast Du davon?

Was ist zu tun?

Schaue genau hin, sei achtsam und behüte und beschütze Dich selber. Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott, der Gegenentwurf zum übertriebenen Altruismus. Keiner von uns hat so viel Kraft, alleine die Welt zu retten. Nutze Deine Kraft daher achtsam, um nicht auszubrennen.

Mit diesem Blogartikel nehme ich an der Blogparade „Das Glück der Achtsamkeit“ teil.

4 Antworten auf „Altruismus“

  1. Oh, was für ein wertvoller Artikel. Selbst in den Zeiten, in denen ich noch angestellt in der Beratungsstelle tätig gewesen bin, wurde mir schnell klar, dass sich viele Menschen eine schnelle „wasch mich, aber mach mich nicht nass“-Lösung versprechen, sie teilweise sogar erwarten. Bitte heile mich, aber in die Selbstverantwortung zu gehen ist wiederum schwierig. Dahinter steht die große Frage, „wer bist du ohne deine Krankheit?“… Nimm einen Menschen sein Leiden weg, was bleibt ihm dann. Das Beispiel in deinem Artikel beschreibt gut, dass jedes Leiden einen guten Grund hat und den Menschen dient. Ich habe in der Arbeit die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt genau diesen Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Also eben die Frage, wofür dient mir das? Und, bin ich bereit eben jenes Thema dahinter anzuschauen und die Verantwortung zu übernehmen. So trennt sich schnell die Spreu vom Weizen und es zeigt sich, wer weiter sein Leiden behalten und damit in der Opferhaltung verbleiben will und wer wirklich bereit ist die eigene Verantwortung zu übernehmen, die eben als logische Konsequenz Veränderungen in Form von bspw. Schmerzfreiheit nach sich zieht.
    Danke für deine Offenheit!

    1. Liebe Jessica,
      ich denke, dass wir die mit Menschen arbeiten alle diese Erfahrung machen. Jeder darf sein Leiden behalten, doch ich will da keine wertvolle Lebensenergie von mir rein stecken. Daher ist diese Offenheit reiner Selbstschutz :).
      Alles Liebe
      Annette

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