Die Bedeutung von Jod und Selen für die Schilddrüse

Jod und Selen

Die zwei wichtigsten Spurenelemente für Ihre Schilddrüsengesundheit sind Jod und Selen.

Jod und Selen

Überfunktion, Unterfunktion, Hashimoto Thyreoiditis und Jod

Für die normale Schilddrüsenfunktion ist Jod unabdingbar. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen, sollten Sie vorher Ihren Jodstatus im Labor testen lassen, denn während der Schwangerschaft steigt der Jod-Bedarf. Für die Entwicklung Ihres Kindes ist ein ausreichender Jodspiegel ebenfalls extrem wichtig.

Wofür braucht die Schilddrüse Jod?

Die Schilddrüse benötigt Jod für die Produktion der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die Thyreozyten der Schilddrüse synthetisieren die Schilddrüsenhormone.

Woher kommt das Jod?

Unser Körper kann kein eigenes Jod herstellen, deshalb ist es unabdingbar, Jod mit der Nahrung aufzunehmen oder zu substituieren. Viel Jod finden Sie in Fisch, Meeresfrüchten, Brot (mit Jodsalz), Vollmilch, Algen und Seetang.


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Wie hoch ist unser Jodbedarf?

Der tägliche Jodbedarf hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Umweltbelastung, Schwangerschaft etc. ab. Empfohlen wird für einen Erwachsenen eine tägliche Jodaufnahme von 200 µg.

Exkurs Rauchen und Jod

Zigarettenrauch enthält Zyanid, welches die Jodaufnahme in der Schilddrüse blockiert.

Was sind die Folgen eines Jodmangels?

Am Anfang kann ein Jodmangel zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) führen. Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind:

  • Antriebsarmut
  • geschwollene Augenlider
  • gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Kälteempfindlichkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • kühle, trockene, blasse Haut
  • Müdigkeit
  • raue und heisere Stimme

Ist der Jodmangel chronisch geworden, kommt es zu einer vergrößerten Schilddrüse. Anders ausgedrückt es entwickelt sich ein Kropf (Struma). Die Schilddrüse versucht durch eine vermehrte Zellteilung (Hyperplasie) mehr Schilddrüsenhormon zu produzieren, was natürlich aufgrund des Jodmangels nicht funktioniert.

Jodmangel in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft

Ein Jodmangel in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehlbildungen sowie für Fehl- und Totgeburten. Die frühkindliche Entwicklung (Schilddrüsenfunktion, zentrales Nervensystem, Körperwachstum und -reifung) ist von der Jodversorgung der Mutter abhängig. Ein Jodmangel der Mutter führt demgemäß zum Jodmangel des Fötus und so zu Entwicklungsstörungen und gefährdet die Gehirnentwicklung des Kindes. Die geistigen Entwicklungsstörungen des Kindes lassen sich meist selbst bei sofortiger Behandlung nach der Geburt nicht mehr völlig beheben.  Studien zeigten, dass Kinder,  deren Mütter in der Schwangerschaft nur eine minimale Schilddrüsenunterfunktion aufwiesen, einen geringeren Intelligenzquotioneten als Kinder von schilddrüsengesunden Müttern aufweisen.

Lassen Sie Ihre Schilddrüsengesundheit und Ihren Jodspeigel deshalb unbedingt vor einer Schwangerschaft testen!

Ist zu viel Jod schädlich?

Zurzeit gibt es ja den Jodhype, bei dem empfohlen wird, Lugol´sche Lösung (Kaliumjodid) zum Auffüllen des Jodspiegels zu verwenden. Kaliumjodat ist aber ein starkes Oxidationsmittel. Empfohlen, wird diese Lösung als Jodmangeltest auf die Haut aufzutragen oder nach Dr. Jarvis 1-2 Tropfen einzunehmen.  Diese Praxis ist allerdings aus meiner Sicht sehr problematisch.

In meiner Praxis sehe ich die Auswirkungen dieser Empfehlung, denn immer mehr Patienten suchen mich mit einer Autoimmunreaktion der Schilddrüse nach der Anwendung der Lugol´schen Lösung auf. Eine hohe Jodzufuhr führt zu einer Erhöhung der entzündlichen Aktivität in der Schilddrüse.

Wer schon eine chronische Schilddrüsenentzündung über Jahre hat, bei der das Schilddrüsengewebe schon inaktiv, da bindegewebig verändert ist, schaden hohe Jodmengen nicht mehr, da die Schilddrüse das Jod nicht mehr aufnehmen kann.


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Wofür brauchen wir überhaupt Selen?

Selen ist ein überaus wichtiges Spurenelement für unseren Körper, da es bei vielen Reaktionen im Körper gebraucht wird. Gebraucht wird Selen für Selenproteine, die uns helfen, oxidativen Stress und freie Radikale abzubauen. Das heißt, dass Selenproteine antioxidativ wirken, und so Schädigungen der Zellen minimieren.

Auch unser Immunsystem funktioniert nur gut mit einer ausreichenden Selenversorgung. Selen stimuliert die Produktion von Antikörpern, Gamma Interferon sowie Tumor-Nekrose-Faktor und die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Das bedeutet, dass Selen auch für die Krebsprävention unabdingbar ist.

Woher kommt das Selen?

Unser Körper kann kein eigenes Selen herstellen, deshalb ist es unabdingbar, Selen mit der Nahrung aufzunehmen oder zu substituieren. Viel Selen finden Sie in Paranüssen, Kokosnuss, Fleisch, Sesam und Pistazie. Auch Getreide, Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel enthalten Selen.


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Wie hoch ist unser Selenbedarf?

Empfohlen wird eine tägliche Selenaufnahme von 100 – 200 µg. Besteht allerdings schon eine Schilddrüsenerkrankung kann sich der Bedarf auf bis zu 500 µg steigern. Ein Labortest gibt Ihnen Aufschluss über Ihren Bedarf.

Ohne Selen keine gesunde Schilddrüse

Die Schilddrüse hat einen hohen Bedarf an Selen. Selenproteine regulieren die Schilddrüsenhormone und schützen die Schilddrüse vor oxidativem Stress. Dies ist besonders für Menschen mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basodow) extrem wichtig, da diese Erkrankungen immer mit einer Schilddrüsenentzündung einhergehen. Entzündung bedeutet,  oxidativer Stress der dann die Entzündung befeuert.

Schilddrüsenproteine und ihre Funktion

Die Dejodasen sind Selenoenzyme,  die das inaktive Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) in seine aktive Form Trijodthyronin (T3) umwandeln. Außerdem wandeln sie T3 in Dijodthyronin (T2) um, um es wieder zu inaktivieren.

Die Selenproteine Glutathionperoxidasen reduzieren oxidatives Wasserstoffperoxid, das bei der Bildung der Schilddrüsenhormone entsteht, zu Wasser und machen es damit unschädlich.

Schilddrüsenfehlfunktionen durch Selenmangel

Bei einem Selenmangel kommt es unmittelbar zu Auswirkungen auf die Schilddrüse und so auf die Regulation der Körperfunktionen wie Temperaturreglung, Herzfrequenz, Verdauung etc. Da sich die Aktivität der Dejodasen sowie der Glutathionperoxidase verringert, kann es zu einer Schilddrüsenfehlfunktion kommen, oder zu einer erhöhten Entzündungsneigung.

Studien aus China konnten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eine Schilddrüsenerkrankung zu entwickeln,  signifikant mit einem Selenmangel ansteigt.

Selen

Hashimoto-Thyreoiditis und Selen

Wer an einer Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) leidet, tut gut daran, seinen Selenspiegle testen zu lassen.

Exkurs Hashimoto Thyreoiditis

Bei einer Hashimoto Thyreoiditis wird das Schilddrüsengewebe vom Immunsystem zerstört. Im Laufe der Zeit kommt es deswegen zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Nachweisen lässt sich die Erkrankung durch eine Laboruntersuchung, bei der Antikörper im Blut bestimmt werden. Sprechen Sie mich gerne an (Tel. Nr. 02771-833434, Email: info@annette-pitzer.de).

Andererseits kann eine ausreichende Gabe von Selen  innerhalb von drei Monaten die Schilddrüsenantikörper signifikant senken.

Selen, die Fakten:

  • ein Selenmangel erhöht die Gefahr für eine Schilddrüsenentzündung
  • bei chronischen Schilddrüsenentzündungen und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse ist der Selenbedarf erhöht
  • Deutschland ist ein Selenmangelland, deshalb tun Sie gut daran, Ihren Selenwert testen zu lassen
  • ein Selenmangel beeinträchtigt die Schilddrüse, da Selen essentiell für die Schilddrüse ist
  • ein ausreichende Selenversorgung ist besonders bei Schwangeren wichtig

Ist zu viel Selen schädlich?

Ja, Selen ist bei einer Überdosierung giftig! Anfangs kommt es zu knoblauchartigem Mund- und Körpergeruch. Danach folgen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarverlust, Nagelverfärbung, Reizbarkeit. Des Weiteren kann es in seltenen Fällen zu einer Leberzirrhose, Lungenödemen und zum Tod kommen. Regelmäßige Laboruntersuchungen sind deshalb angeraten!

Gerne stehe ich Ihnen in meiner Praxis zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin (Tel. Nr. 02771-833434, Email: annette.pitzer@gmx.de).

Mehr unter: http://www.annette-pitzer.de/html/01_10_schilddruese.html

Lesen Sie auch: https://blog.annette-pitzer.de/die-schilddruese-und-ihre-erkrankungen/

https://blog.annette-pitzer.de/schilddruesenunterfunktion-hypothyreose/

 

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