Fibromyalgie

Albtraum Fibromyalgie

Das Hauptsymptom der Fibromyalgie ist der chronische Schmerz in verschiedenen Körperregionen (Muskeln, Sehnen). Einige Betroffene beschreiben diesen Schmerz wie einen extremen Muskelkater, der aber nie verschwindet. Andere haben das Gefühl, nur noch aus rohem Fleisch zu bestehen. Allen gemeinsam ist, dass der Schmerz ohne nennenswerte Pausen, über Monate oder sogar Jahre bestehen bleibt.

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Bild Pixabay ractapopulous

Diagnose

Häufig vergeht eine lange Leidenszeit, bis die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird. Dies liegt daran, dass es bei der Fibromyalgie meist zu keiner Veränderung des Gewebes, wie es z.B. bei einer Entzündung oder einer degenerative Erkrankung, kommt. Auch gibt es keine Bluttests oder andere medizinische Untersuchungen, die für die Diagnose beweisführend herangezogen werden können. Die Diagnose stützt sich deshalb ausschließlich auf die klinische Symptomatik, d.h. auf den Palpationsbefund (Tender Points) des Therapeuten und die geschilderten Beschwerden des Patienten.

Ärzte Odyssee

Da es sich bei der Diagnose Fibromyalgie um eine  Ausschlussdiagnose (Polymyalgia rheumatica, Arthrose, Osteoporose, Metastasen, psychiatrische Erkrankungen u.v.m.) handelt, müssen die Betroffenen zahlreiche Untersuchungen, bei verschiedensten Ärzten, überstehen. Dies führt häufig zu einer tiefen Verunsicherung und Verzweiflung der Erkrankten.

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Bild Pixabay rawpixel

Schmerz +…

Neben den chronischen Schmerzen zählen ausdauernde Müdigkeit bis hin zum chronischen Müdigkeitssyndrom, allgemeine Schwäche, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen zu den Hauptsymptomen der Fibromyalgie. Dazu kommen häufig noch weitere Störungen wie:

  • Diffuse Bauchbeschwerden
  • Gehäufte Infektanfälligkeit
  • Herzbeschwerden
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Menstruationsschmerzen
  • Missempfindungen
  • Ohrgeräusche
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen
  • Stuhlunregelmäßigkeiten, insbesondere Verstopfung
  • Traurigkeit
  • Trockenes Auge u.v.m.

18Tender-points

Nachdem anderer Erkrankungen ausgeschlossen wurden und dem Vorliegen der für eine Fibromyalgie typischen Symptome, werden 18 festgelegte Punkte (sog. Tender-points) auf ihre Druckschmerzhaftigkeit getestet. Die Diagnose Fibromyalgie wird gestellt, wenn mindestens 11 dieser Schmerzpunkte deutlich druckschmerzhaft sind. Sind weniger Schmerzpunkte vorhanden, handelt es sich möglicherweise um ein beginnendes Fibromyalgie-Syndrom. Allerdings ist diese subjektive Vorgehensweise auch oft irreführend. Gerade Männer, die alle Anzeichen einer Fibromyalgie aufweisen, haben häufig weniger als 9 schmerzhafte Tender-Points. Hier ist ein intuitives, sensibles Vorgehen seitens des Therapeuten gefragt.

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Ursachen der Fibromyalgie

Die Ursache für das Fibromyalgie-Syndrom ist noch immer nicht bekannt. Studien konnten aber zeigen, dass Stress, eine Störung der Schmerzverarbeitung und traumatische Erlebnisse als Auslöser eine Rolle spielen.

Aber auch eine vegetative Fehlregulation scheint bei der Entstehung der Fibromyalgie als Auslöser in Frage zu kommen.

Das vegetative Nervensystem ist für die Prozesse verantwortlich, die wir mit unserem Willen nicht direkt steuern können. Hierzu zählen lebenserhaltende Prozesse des Körpers wie Stoffwechsel, Blutdruck, Verdauung, Nierentätigkeit, Atmung, Herzschlag, Zellteilung usw.

Man unterteilt das vegetative Nervensystem in sympathisches Nervensystem, parasympathisches Nervensystem und enterisches Nervensystem.

Das enterische Nervensystem sorgt für den geregelten Ablauf der Nahrungsverwertung. Es unterliegt kaum einer willentlichen Beeinflussung.

Während das sympathische Nervensystem  uns aktiv, leistungsfähig und kampfbereit macht, sorgt das parasympathische Nervensystem für Erholung, Entspannung und Regeneration.

Betrachtet man die Symptome der Fibromyalgie, passen viele zu einer Störung der vegetativen Regulation. Da sind zum einen die Symptome des enterischen Nervensystems:

  • Diffuse Bauchbeschwerden
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Stuhlunregelmäßigkeiten, insbesondere Verstopfung

Andererseits die Symptome des sympathischen/parasympathischen Nervensystems:

  • Herzbeschwerden
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Menstruationsschmerzen
  • Missempfindungen
  • Muskel- und Sehnenschmerzen
  • Ohrgeräusche
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen

Beispielsweise zeigen Betroffene mit einer überschießenden Sympathikus-Aktivierung  eine schnelle Stressreaktion mit Blutdruck- und Pulsanstieg, einer sofortigen und übertriebenen allgemeinen Aktivierung.

Wohingegen Betroffene mit einer überschießenden Parasympathikus-Aktivierung  bei Stress ein Abfallen des Blutdrucks, Müdigkeit, Erschöpfung ein erhöhtes Schlafbedürfnis zeigen.

Des Weiteren können Störfelder (Narben, Zähne, Nasen-Nebenhöhlen-Probleme u.v.m.) und Umweltbelastungen bei Fibromyalgie eine ursächliche Rolle spielen.

In meiner Praxis konnte ich die Erfahrung sammeln, dass Störungen der Schilddrüsenfunktion (Unter- und Überfunktion, Autoimmunthyreoiditis) häufig zusammen mit einer Fibromyalgie anzutreffen sind. Allerdings ist dies wissenschaftlich bisher nicht bewiesen.

Integrative Therapie

Die meisten Fibromyalgiepatienten kommen in die Praxis und haben schon eine Vielzahl an Therapien erfolglos ausprobiert.

Anfänglich setzten sie ihre ganze Hoffnung auf eine medikamentöse Therapie. Diese Hoffnung wurde meist enttäuscht, da Patienten mit Fibromyalgie weder auf periphere noch zentrale Schmerzmittel mit eindeutiger Schmerzminderung reagieren. Auch das Stufenschema nach WHO (Einfache Schmerzmittel – schwache Opiate – starke Opiate) versagt bei Fibromyalgie Patienten. Antirheumatika bleiben meist ebenso wirkungslos. Die üblichen physiotherapeutischen Therapien (Massagen, Krankengymnastig, Triggertherapie etc.) verschlimmern meist die Schmerzen, aufgrund des hochsensiblen Nervensystems, erheblich.

Fibromyalgie zu therapieren ist auch für Fachleute eine Herausforderung. Sie erfordert sowohl vom Patienten, als auch vom Therapeuten ein sensibles, offenes Vorgehen und ein großes Maß an Durchhaltevermögen. Denn es ist eine Therapie der kleinen Schritte. Dennoch lohnt es sich, den Weg zu beschreiten, denn der Lohn ist ein erheblich besseres Lebensgefühl mit mehr Lebensqualität.

In meiner Praxis erstelle ich gerne für Sie Ihr individuelles Therapiekonzept. 

Gerne berate ich Sie diesbezüglich!

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Sie erreichen uns telefonisch unter 02771-833434, oder per E-Mail info@annette-pitzer.de.

Infos finden Sie auf meiner Homepage: https://annette-pitzer.de/integrative-schmerztherapie/

Vielleicht auch interessant: https://blog.annette-pitzer.de/category/schmerzerkrankungen/

 

 

2 Antworten auf „Fibromyalgie“

  1. Wir haben hier positive Rückmeldung von Patienten durch Anwendung von Kleinschen Feldern. Medizinische Fachkreise können von dem Entwickler Bernhard Klein Studienergebnisse anfordern.

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