Hashimoto Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis)

Hashimoto Thyreoiditis

Was verbirgt sich hinter dem japanischen Namen?

Bei der Hashimoto Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem die Schilddrüse fälschlicherweise als Fremdgewebe definiert und sie angreift.

Der Körper bildet Abwehreiweiße (sogenannte Auto-Antikörper) gegen sein körpereigenes Schilddrüsengewebe. Diese Auto-Antikörper können im Blut nachgewiesen werden und stellen so den Nachweis der Hashimoto Thyreoiditis dar.Hashimoto Thyreoiditis

Aufgrund der Auto-Antikörper kommt es zu einer Entzündung des Schilddrüsengewebes, in Folge dessen das Schilddrüsengewebe zugrunde geht. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr Schilddrüsengewebe wird zerstört. Das ist der Grund dafür, dass die Schilddrüse nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage ist, ihre Aufgabe zu erfüllen, nämlich Schilddrüsenhormon zu synthetisieren. Gelingt es den Prozess zu stoppen, bleibt Schilddrüsengewebe übrig.

Auf und Ab

Am Anfang der Erkrankung kommt es häufig aufgrund der Entzündung und der darauf folgenden Zerstörung von Schilddrüsengewebe zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Warum ist das so? Das Schilddrüsenparenchym beinhaltet die Schilddrüsenfollikel. Das sind abgeschlossene kugelförmige Räume, in denen die Schilddrüsenhormone gebildet und gespeichert werden. Zerstört die Entzündung viele dieser Bläschen, kommt es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Schilddrüsenhormon.


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Die Schilddrüsenhormone unterliegen einem Regelkreis

Damit wir immer und jederzeit optimal mit Schilddrüsenhormonen versorgt sind, bedient sich unser Körper eines sogenannten Rückkoplungsmechanismus. Das kann man sich wie in einer Fabrik vorstellen. Wenn alles optimal läuft, dann kommt es weder zu einem Stau, noch zu ungewollten Produktionspausen. Läuft es nicht optimal, dann greift ein Vorarbeiter ein, bis sich alles wieder gut eingespielt hat.

So ähnlich läuft es auch im Körper. Produziert die Schilddruse zu wenige Schilddrüsenhormone, sinkt der Blutspiegel ab. Dies wird der Kontrollinstanz gemeldet und diese stimuliert die Schilddrüse und bringt sie dazu, mehr Schilddrüsenhormon zu bilden. Genauso funktioniert es auch im umgekehrten Fall. Zu viel Schilddrüsenhormon wird der Kontrollinstanz gemeldet und diese gibt der Schilddrüse die Anweisung, weniger Schilddrüsenhormone zu bilden.

Dieser Regelkreis ist bei der Autoimmunthyreoiditis kurzzeitig ausgehebelt, da er auf das zerstörte Gewebe keinen Einfluss hat. Das ist auch oft der Grund dafür, dass in der Anfangsphase der Hashimoto Thyreoiditis der TSH Spiegel keinerlei Hinweise auf die Erkrankung gibt. Leider weigern sich aber die meisten Ärzte mehr als den TSH-Spiegel im Blut zu testen. Das ist der Grund, warum die Erkrankung erst im späten Krankheitsverlauf aufgrund der fortgeschrittenen Zerstörung der Schilddrüse erkannt.

Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit den entsprechenden Symptomen. Jeder zehnte Mensch ist betroffen. Frauen bis zu drei Mal häufiger als Männer.


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Ursachen der Hashimoto Thyreoiditis

Eine Hashimoto Thyreoiditis scheint in manchen Familien gehäuft aufzutreten. Die Lebensweise spielt eine größere Rolle als wir glauben. Wenn wir darüber nachdenken, dann haben Familienmitglieder häufig fast identische Verhaltensweisen. Sie haben ähnliche Ernährungspräferenzen, Bewegungsmuster, Freizeitverhalten etc.

Stress und schlechte Ernährung, die zu einem Mangel an Mikronährstoffen führen, haben einen negativen Effekt auf eine Autoimmunerkrankung.

Immunologisch kann man beim Hashimoto eine Fehlregulation erkennen. Ursachen sind unter anderem Stress, Viruserkrankungen und Umweltbelastungen wie Schwermetall und Umweltgiftbelastungen.

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