
Östrogendominanz und Hashimoto – ein unheilvolles Team
Viele Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis kämpfen trotz korrekter Schilddrüsenmedikation weiter mit Erschöpfung, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen oder Zyklusstörungen.
Der Grund wird oft übersehen: eine Östrogendominanz – und genau dieses Ungleichgewicht kann die Autoimmunaktivität bei Hashimoto massiv anfeuern.
In diesem Artikel erfährst Du, warum Östrogendominanz und Hashimoto ein unheilvolles Team bilden, welche Symptome typisch sind und wie Du Deine hormonelle Balance wiederherstellen kannst.
Was sind Östrogene
Östrogene sind eine Gruppe von mehr als 30 Hormonen, die zahlreiche Körperfunktionen steuern – weit über den Zyklus hinaus.
Die wichtigsten Östrogene: Estradiol, Estron und Estriol
- Estradiol (E2): das stärkste und wichtigste Östrogen für Fruchtbarkeit, Zyklus, Haut und Gehirn
- Estron (E1): dominiert nach der Menopause
- Estriol (E3): schwächstes Östrogen, wirkt schleimhautaufbauend
Wo werden Östrogene gebildet?
- Eierstöcke
- Nebennieren
- Plazenta (in der Schwangerschaft)
- Fettgewebe (wichtig bei Übergewicht!)
Aufgaben der Östrogene im Körper
Östrogene …
- regulieren den Menstruationszyklus
- fördern die Knochenbildung (↓ Osteoklasten, ↑ Osteoblasten)
- schützen Herz & Gefäße
- steigern Serotonin → bessere Stimmung
- fördern Kollagen → schöne Haut & Haare
- verbessern Gedächtnis und Konzentration
- schützen in jungen Jahren vor Demenz
- regulieren Stoffwechsel und Muskulatur
Kein Wunder also, dass ein hormonelles Ungleichgewicht viele Beschwerden auslösen kann.
Der Beitrag enthält Produktempfehlungen.
Östrogendominanz & Hashimoto – das Wichtigste auf einen Blick
Was ist eine Östrogendominanz?
Ein hormonelles Ungleichgewicht, bei dem zu viel Östrogen im Verhältnis zu wenig Progesteron vorhanden ist. Häufig in der Perimenopause, unter Stress oder bei Schilddrüsenerkrankungen.
Warum ist das bei Hashimoto problematisch?
Zu viel Östrogen verstärkt Autoimmunprozesse und erhöht Anti-TPO- und Anti-TG-Antikörper. Das kann Hashimoto verschlimmern und eine Remission verhindern.
Typische Symptome:
• Gewichtszunahme • PMS • Schlafstörungen • Brain Fog • Wassereinlagerungen
• Stimmungsschwankungen • schmerzhafte oder lange Periode • Haarausfall
Wie lässt man Östrogendominanz testen?
Am zuverlässigsten über Speicheltests (Estradiol, Progesteron, Cortisol). Ergänzend Blutwerte möglich.
Was hilft?
Ernährung anpassen, Leber entlasten, Stress reduzieren, Xenoöstrogene vermeiden, gezielte Mikronährstoffe und ggf. bioidentische Hormontherapie.
Was ist Progesteron und welche Aufgaben hat es?
Progesteron ist der Gegenspieler zum Östrogen – und für die hormonelle Balance unverzichtbar.
Progesteron im Zyklus
- Wird nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet
- Steigt in der zweiten Zyklushälfte an
- Führt zu einem Temperaturanstieg von bis zu 1 °C
- Während der Schwangerschaft produziert die Plazenta große Mengen
Wirkung von Progesteron auf Schlaf, Stimmung und Immunsystem
Progesteron …
- wirkt beruhigend
- verbessert die Schlafqualität
- wirkt entzündungshemmend
- ersetzt in Maßen die Funktion von GABA (dem Entspannungsbotenstoff)
Progesteron und Knochenstoffwechsel
Es hemmt die Osteoklasten → weniger Knochenabbau.
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Was bedeutet Östrogendominanz?
Damit unser Körper gut funktioniert, müssen Östrogene und Progesteron in einem bestimmten Verhältnis vorliegen.
Eine Östrogendominanz entsteht, wenn Östrogen zu hoch oder Progesteron zu niedrig ist.
Drei Wege zur Östrogendominanz
Zu viel Östrogen im Körper
- hohe körpereigene Produktion
- Aufnahme künstlicher Östrogene (Xenoöstrogene)
- Östrogen aus Plastik, Kosmetik, Duschgels, Pestiziden, Trinkwasser
Normales Östrogen, aber zu wenig Progesteron
→ klassisches Muster bei Stress, PMS, Perimenopause und nach Pilleneinnahme
Die Leber baut Östrogen nicht richtig ab
Typisch bei:
- Mikronährstoffmangel (B-Vitamine, Magnesium, Selen)
- Darmproblemen
- Leberbelastung
- Medikamenten
- Alkohol
Wie kann das passieren?
Erste Möglichkeit: Du hast zu viel Östrogen im Körper
Es gibt drei Gründe für diese Möglichkeit. Dein Körper produziert grundsätzlich zu viel Östrogen. Du nimmst aus der Umwelt zu viele künstliche Östrogene auf. Sie verstecken sich in Kosmetik, im Trinkwasser und im Plastik (Xenoöstrogene). Oder Dein Körper kann das Östrogen nicht ausreichend abbauen.
Zweite Möglichkeit: Normales Östrogen, zu wenig Progesteron
Hier stimmt dann das Verhältnis von Progesteron zu Östrogen nicht mehr. Durch den relativen Progesteronmangel kommt es zur Östrogendominanz.
Dritte Möglichkeit: Die Leber schwächelt und schafft es nicht, das Östrogen abzubauen.
Symptome einer Östrogendominanz
Diese Hormonkonstellation kann eine Menge Symptome hervorrufen:
- Brain fog
- Endometriose
- erhöhte Antithyreoglobulin-Antikörper
- Gedächtnisprobleme
- Gewichtszunahme
- Hitzewallungen
- Konzentrationsprobleme
- Kopfschmerzen
- lange Periode
- Libidoverlust
- Myome
- Osteoporose
- prämenstruelles Syndrom (PMS) wie Reizbarkeit und Brustspannen
- Schlafstörungen
- schmerzhafte Periode
- Schwindel
- Stimmungsschwankungen und Depressionen
- trockene Haut und Schleimhäute
- unerfüllter Kinderwunsch
- verstärkte Wechseljahrsbeschwerden
- Wassereinlagerungen, z. B. Beine, Hände, Füße, Gesicht
Östrogendominanz und Hashimoto – der Zusammenhang
Östrogen beeinflusst das Immunsystem. Zu viel davon aktiviert die Autoimmunreaktion – und verstärkt Hashimoto.
Wie Östrogene das Immunsystem beeinflussen
- fördern entzündliche Prozesse
- regen Antikörperbildung an
- beeinflussen T-Helferzellen (TH1/TH2-Balance)
Warum Östrogenüberschuss Autoimmunprozesse verstärkt
Ein Zuviel an Östrogen führt nachweislich zu:
- höheren Anti-TPO-Werten
- höheren Anti-TG-Werten
- stärkerer Entzündung im Schilddrüsengewebe
- intensiveren Hashimoto-Schüben
Östrogendominanz verhindert Hashimoto-Remission
Ohne hormonelle Balance können Entzündungen nicht abklingen → Hashimoto bleibt aktiv.
Warum Hashimoto-Patientinnen besonders häufig eine Östrogendominanz haben
Rolle der Schilddrüse im Hormonsystem
Schilddrüsenhormone steuern …
- Zyklus
- Eisprung
- Progesteronbildung
Bei Hashimoto kommt es oft zu:
- Progesteronmangel
- Zyklusstörungen
- Östrogenüberschuss
Stress, Cortisol und Hormonschwankungen
Cortisol hemmt:
- Eisprung
- Progesteronbildung
→ Östrogendominanz entsteht automatisch.
Progesteronmangel durch Perimenopause
Bereits ab Mitte 30 sinkt Progesteron – jahrelang bevor Östrogen sinkt.
Wie stellt man eine Östrogendominanz fest?
Speicheltest (SHL-Test)
Der beste Test für:
- Estradiol
- Progesteron
- Verhältnis E2/Progesteron
- Cortisol
Ich sende Dir das Testset zu, dann kannst Du diesen Test bequem zu Hause durchführen.
Blutwerte (optional)
- Estradiol
- Progesteron
- SHBG
- Testosteron
- DHEA
- FSH/LH
- Prolaktin
Werte immer im Verhältnis interpretieren
Ein einzelner Wert ist wertlos.
Entscheidend ist das Östrogen-Progesteron-Verhältnis.
Dein nächster Schritt:
Mit meiner Hilfe herausfinden, wie es um Dein hormonelles Gleichgewicht steht, um dieses dann erfolgreich zu therapieren.
Vereinbare gerne ein Kennenlerngespräch mit mir oder gleich ein Beratungsgespräch (E-Mail: info@annette-pitzer.de; Tel. Nr.: +49 2771 833434)
Behandlung: Was hilft gegen Östrogendominanz?
Ernährung für die Hormonbalance
- ballaststoffreich
- weniger Zucker
- mehr Kreuzblütler (Brokkoli, Kohl)
- Leinsamen
- ausreichend Eiweiß
Leber entlasten – Östrogenabbau aktivieren
- Bitterstoffe
- ausreichend B-Vitamine
- Magnesium
- Vermeidung von Alkohol
Xenoöstrogene vermeiden
- plastikfreie Trinkflaschen
- Naturkosmetik
- keine parfümierten Intimprodukte
- Bio-Lebensmittel
Pflanzenstoffe & Phytohormone
Isoflavone, Lignane und bestimmte Kräuter können helfen.
Mikronährstoffe
- Magnesium
- B6, B9, B12
- Omega-3
- Selen (wichtig bei Hashimoto!)
Was Du bei Hashimoto zusätzlich beachten solltest
Schilddrüsenantikörper im Blick behalten
Anti-TPO und Anti-TG steigen bei Östrogendominanz oft an.
Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren
- TSH
- fT3
- fT4
Stressmanagement
Stress = Progesteronmangel = Östrogendominanz = Hashimoto-Schub.
Dein nächster Schritt
Lass uns Deine Hormone prüfen, bevor Du weiter leidest.
Ich unterstütze Dich dabei – mit fundiertem Wissen, einem klaren Plan und einer ganzheitlichen Betrachtung.
Vereinbare gerne ein gratis Klärungsgespräch mit mir oder gleich ein Beratungsgespräch (E-Mail: info@annette-pitzer.de; Tel. Nr.: +49 2771 833434).
FAQ
1. Kann eine Östrogendominanz Hashimoto verschlimmern?
Ja. Ein Überschuss an Östrogen verstärkt Autoimmunreaktionen und kann die Antikörper Anti-TPO und Anti-TG erhöhen. Dadurch geraten Entzündungen in der Schilddrüse außer Kontrolle, was Hashimoto-Symptome verschlechtert und Heilungsprozesse blockiert.
2. Welche Symptome zeigen sich bei einer Östrogendominanz?
Typische Beschwerden sind PMS, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Brain Fog, schmerzhafte oder starke Periode, Migräne sowie trockene Haut und Schleimhäute. Viele dieser Symptome verstärken sich bei Hashimoto zusätzlich.
3. Wie entsteht eine Östrogendominanz bei Hashimoto?
Hashimoto führt oft zu Zyklusstörungen und Progesteronmangel. Gleichzeitig sind Leber und Stoffwechsel durch die Schilddrüsenunterfunktion belastet, was den Östrogenabbau erschwert. Stress, Xenoöstrogene und Pilleneinnahme können die Dominanz weiter verstärken.
4. Wie wird eine Östrogendominanz diagnostiziert?
Am präzisesten durch einen Speicheltest für Estradiol, Progesteron und das Verhältnis der beiden Hormone. Zusätzlich können Blutwerte wie FSH, LH, SHBG oder DHEA Hinweise auf ein hormonelles Ungleichgewicht geben.
5. Was kann ich gegen Östrogendominanz tun?
Wichtig sind:
- Leber entlasten (Bitterstoffe, weniger Alkohol, gesunde Ernährung)
- Xenoöstrogene vermeiden (Plastik, belastete Kosmetik)
- Stress abbauen (Cortisol senken)
- ausreichend Schlaf
- Darmflora stärken
- Mikronährstoffe wie Magnesium, B-Vitamine und Omega-3
- ggf. bioidentische Hormontherapie unter Begleitung
6. Kann sich eine Östrogendominanz wieder normalisieren?
Ja! Mit einer gezielten Therapie, Lebensstiländerungen und bei Bedarf bioidentischen Hormonen lässt sich die Balance oft innerhalb weniger Monate wiederherstellen. Viele Frauen berichten danach über bessere Schilddrüsenwerte, weniger Symptome und mehr Energie.
7. Warum haben so viele Hashimoto-Patientinnen Östrogendominanz?
Weil Schilddrüsenhormone eng mit der Produktion von Progesteron verknüpft sind. Eine Schilddrüsenunterfunktion führt fast immer zu Progesteronmangel – wodurch Östrogen relativ dominiert. Zusätzlich ist das Immunsystem sensibler für Hormonschwankungen.





2 Comments
Tina
Interessant, auch wenn ich nicht davon betroffen bin. Doch jetzt weiß ich, warum mein Arzt so hartnäckig am liposomalen Progesteron festhält, auf das ich so gern verzichten würde. Auch dafür danke!
Annette Pitzer
Liebe Tina,
da hast Du großes Glück mit Deinem Arzt.
Alles Liebe
Annette