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Chronische Müdigkeit Nährstoffmedizin

Chronische Müdigkeit

Chronische Müdigkeit ist kein Zeichen von Schwäche – sie ist ein Signal Deines Körpers. Viele Menschen fühlen sich trotz ausreichend Schlaf dauerhaft erschöpft, antriebslos und mental ausgelaugt. Bewegung, Ernährung, Stresshormone und eine oft unerkannte Nährstoffunterversorgung spielen dabei eine zentrale Rolle. In diesem Artikel erfährst Du, warum Erschöpfung entsteht, was Du selbst tun kannst und welche Nährstoffe Deinem Körper helfen können, wieder Energie zu gewinnen.

Wann wird Müdigkeit krankhaft?

Müdigkeit ist zunächst ein normales Warnsignal des Körpers. Sie zeigt an, dass Regeneration nötig ist. Wird sie jedoch chronisch, also hält über Wochen oder Monate an und bessert sich trotz Schlaf nicht, sollte genauer hingeschaut werden.

Von chronischer Müdigkeit spricht man, wenn:

  • Erschöpfung länger als 4–6 Wochen anhält
  • selbst ausreichend Schlaf keine Erholung bringt
  • Konzentration, Leistungsfähigkeit und Stimmung deutlich eingeschränkt sind

In diesem Stadium handelt es sich meist nicht um ein einzelnes Problem, sondern um das Zusammenwirken mehrerer Systeme: Stressachse, Schlafregulation, Stoffwechsel, Darm und Nährstoffversorgung.

Chronische Müdigkeit

Chronische Müdigkeit ist kein einzelnes Symptom, sondern größtenteils das Ergebnis von Stress, Schlafstörungen, Nährstoffmängeln und hormonellen Dysbalancen.
Eine gezielte Labordiagnostik hilft, Ursachen sichtbar zu machen und Energie nachhaltig zurückzugewinnen.

Die häufigsten Ursachen chronischer Müdigkeit

Eine normale Müdigkeit entsteht, wenn Du einen stressigen Tag hattest, zu lange auf warst oder zum Beispiel bei Vollmond schlecht schläfst. Dein Körper hat ein Schlafdefizit, das Du durch ausreichend Schlaf und einen geregelten Tagesablauf schnell beheben kannst.

Bist Du allerdings auch dann ständig todmüde, obwohl Du 8 Stunden schläfst und schon erschöpft aufwachst, dann kann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du an einer chronischen Müdigkeit leidest.

Nicht immer sind die Ursachen klar, denn auch chronische Erkrankungen wie Krebs und Autoimmunerkrankungen können chronische Müdigkeit als Symptom mitbringen.

Doch größtenteils resultiert chronische Müdigkeit aus Stress und Nährstoffmangel.

Chronischer Stress

Unser Körper ist nicht für unser heutiges Leben gemacht. Unser körperliches Stressmanagement ist auf körperliche Reaktionen auf Stress ausgelegt. Kämpfen oder fliehen. Nur so bauen wir Stress ab. Doch der moderne Mensch kann seinen Stress, der auch keine Ausnahme von der Regel ist, nicht körperlich abreagieren.

Es gibt fast nichts, was Deinem Körper mehr abverlangt und mehr Nährstoffe verbraucht als chronische Erkrankungen und chronischer Stress.

Bewegung als biologischer Stressabbau

Bewege Dich körperlich nach Deinem stressigen Tag und, wenn möglich, auch im Alltag. So baust Du zumindest einen Teil Deiner Stresshormone zeitnah ab.

👉 Wichtig:

  • moderate Bewegung
  • kein Leistungssport am Abend
  • lieber regelmäßig als intensiv

Studien zeigen, dass regelmäßige moderate Bewegung Cortisol senkt und die Schlafqualität verbessert.

Die ganzen stressabbauenden Techniken helfen meiner Meinung nach nur bedingt. Einen Körper, der mit Stresshormonen angeflutet ist, zur Ruhe zu zwingen, legt nur einen Deckel auf einen brodelnden Kessel.

Um Deine Schlafqualität zu verbessern, lies gerne folgende Artikel hier auf dem Blog: „Schlafstörungen überwinden“.

Stresshormone & Nebennieren – wenn Cortisol nicht mehr im Takt ist

Chronischer Stress ist einer der häufigsten, aber am meisten unterschätzten Energieräuber.
Der Körper reagiert auf Stress mit der Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin. Kurzfristig ist das sinnvoll, langfristig jedoch erschöpfend.

Bei dauerhafter Belastung kommt es zu:

  • gestörter Cortisol-Tageskurve
  • fehlender Regeneration in der Nacht
  • innerer Unruhe trotz Erschöpfung

Ein dauerhaft erhöhter oder abgeflachter Cortisolspiegel führt dazu, dass:

  • der Schlaf oberflächlich wird
  • die Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen) schlechter arbeiten
  • Magnesium, Vitamin C und B-Vitamine schneller verbraucht werden

👉 Das erklärt, warum viele Menschen gleichzeitig müde und „unter Strom“ sind.

Studie: Chrousos, 2009 – Stress and disorders of the stress system
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19488073/

Schlaf, Blutzucker und nächtliche Alarmreaktionen

Schlaf ist nur dann erholsam, wenn der Körper nachts nicht in Alarmbereitschaft gerät.
Ein häufiger Grund für nächtliches Aufwachen ist ein instabiler Blutzucker.

Typisches Szenario:

  • zu wenig oder falsches Abendessen
  • Blutzucker fällt nachts ab
  • Cortisol wird ausgeschüttet, um Glukose bereitzustellen
  • Du wachst zwischen 2 und 4 Uhr auf

Der Körper entscheidet sich in diesem Moment für Überleben statt Regeneration.

Eine ausgewogene Abendmahlzeit mit:

  • moderaten komplexen Kohlenhydraten
  • ausreichend Eiweiß
  • wenig Zucker

kann nächtliche Stressreaktionen deutlich reduzieren.

Studie: Spiegel et al., 2004 – Sleep loss and metabolic regulation

Schlafqualität und Ernährung – eine unterschätzte Verbindung

Gehst Du etwa hungrig ins Bett oder hast Du zu wenig vollwertige Kohlenhydrate zur Nacht gegessen, versetzt Du Dein Gehirn in der Nacht in Alarmbereitschaft und Deine Schlafqualität geht flöten.

Leider sind unsere Nahrungsmittel schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren, sodass uns wichtige Nährstoffe auch bei einer vernünftigen Ernährung fehlen können.

Ich schrieb in einem Newsletter folgenden Artikel, der Dir anschaulich erklärt, was ich meine.

Nahrungsergänzung brauche ich nicht, ich ernähre mich doch gesund

Solche Aussagen höre ich immer und immer wieder. Du denkst bestimmt, es ist ja auch so. Laborwerte und die Erkrankungen der Menschen sprechen allerdings eine andere Sprache.

Ob Du es glaubst oder nicht, Dein Essen betrügt Dich!  

Unsere Nahrungsmittel werden immer nährstoffärmer. Schau Dir die Tabelle oben an und Du wirst verstehen, dass es schier unmöglich geworden ist, sich heutzutage mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.   

Gehörst Du sogar zu den Menschen, die nicht selbst kochen, dann wird es noch schwieriger. Die traurige Wahrheit ist: Dein Körper hungert! Obwohl Du Dir die größte Mühe gibst, ihm alles zu geben, was er braucht, leidet er Mangel und das hat fatale Folgen:

  • Du wirst dick, weil Dein Stoffwechsel schläft.
  • Deine Konzentration leidet.
  • Du bist durchgehend schlapp.
  • Deine Stimmung ist unberechenbar.
  • Du alterst schneller.
  • Dein Immunsystem dreht durch (Immunschwäche, Allergien, Autoimmunerkrankungen).
  • Libido, was ist das denn?
  • Deine Hormone spielen verrückt.

Langfristig wirst Du krank.

Fakt ist: In unserer nährstoffarmen Welt sind Nahrungsergänzungsmittel kein „Nice-to-have“, sondern ein „Must-have“. Genauso wichtig ist es allerdings zu wissen, welche Nährstoffe Dir fehlen, oder anders gesagt, welche Nährstoffe Du supplementieren solltest. Daher geh den nächsten Schritt und finde es gemeinsam mit mir heraus.

Welche Nährstoffe können Dir bei chronischer Müdigkeit helfen?

Vitamine

Vitamin B12

Vitamin B12 fördert die Umwandlung von Makronährstoffen in Energie, die von jeder Zelle gebraucht wird. Fehlt der Zelle Energie, fehlt den Organen Energie, fehlt Dir Energie. Energiemangel macht müde. Chronischer Energiemangel macht chronisch müde.

Zudem ist Vitamin B12 ein hervorragendes Anti-Stress-Vitamin.

Studie: O’Leary & Samman, 2010

Vitamin C

Auch Vitamin C fördert die Umwandlung von Makronährstoffen in Energie und sorgt zudem noch für eine bessere Eisenaufnahme. Ein Eisenmangel ist gerade bei Frauen oft ein Auslöser für chronische Müdigkeit. Zudem ist Vitamin C ein wichtiger Co-Faktor für die Produktion von Noradrenalin. Noradrenalin sorgt dafür, dass Du Dich gut konzentrieren kannst und gute Laune hast.

Auch ein Mangel an Folsäure, Niacin, Vitamin B2, Vitamin B1, Vitamin B5 und Vitamin B6 kann zu einer chronischen Müdigkeit beitragen.

Mineralstoffe

Eisen

Eisenmangel führt zu Blutarmut (Anämie). Bei einer Anämie werden Deine Zellen und Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Ein typisches Symptom des Eisenmangels ist Müdigkeit. Ist der Eisenmangel chronisch, wird auch die Müdigkeit chronisch.

Studie: Haas & Brownlie, 2001

Magnesium

Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium lindert Stress. Magnesiummangel ist weitverbreitet, auch bei Menschen, die regelmäßig substituieren. Das ist kein Wunder, ist es doch an über 300 biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt. Auch hier ist der Energieaspekt anzusprechen. Magnesium unterstützt die Produktion von ATP (der wichtigsten Energiequelle der Zelle). Zudem entspannt es und beruhigt Deine Nerven.

Chronischer Stress verbraucht Mengen an Magnesium, daher lass Deinen Magnesiumspiegel in der Zelle messen. Im Blut ist es eher sinnfrei, dort wird das Magnesium, das Du durch Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen hast, gemessen. Das sagt nichts darüber aus, was in Deiner Zelle ankommt.

Darmgesundheit & Energieproduktion

Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern ein zentrales Energie- und Hormonorgan.
Hier werden:

  • B-Vitamine synthetisiert
  • Neurotransmitter wie Serotonin beeinflusst
  • Immun- und Entzündungsprozesse reguliert

Eine gestörte Darmflora führt zu:

  • schlechter Nährstoffaufnahme
  • erhöhte Entzündungslast
  • vermehrter Müdigkeit und Brain Fog

Chronische Müdigkeit geht daher häufig einher mit:

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • wechselndem Stuhlgang
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

👉 Ohne eine gesunde Darmschleimhaut kommt Energie in der Zelle schlicht nicht an.

Studie: Cryan & Dinan, 2012 – Mind-altering microorganisms

Warum individuelle Labordiagnostik entscheidend ist

Viele Menschen supplementieren „auf Verdacht“. Das ist verständlich, aber selten effektiv.

Denn:

  • Blutwerte zeigen oft nur Momentaufnahmen
  • Viele Mängel sind intrazellulär
  • Symptome entstehen lange vor pathologischen Normwerten

Eine sinnvolle Diagnostik kann umfassen:

  • Mikronährstoffe im Vollblut oder Haar
  • Eisenstatus inkl. Ferritin
  • B-Vitamine
  • Magnesium intrazellulär
  • ggf. Stresshormone (Cortisol-Tagesprofil)

👉 Erst wenn klar ist, was fehlt, kann gezielt und wirksam unterstützt werden.

Fazit: Chronische Müdigkeit ist kein Zufall

Chronische Müdigkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein biologisches Alarmsignal.
Wer die Zusammenhänge zwischen Stress, Schlaf, Darm und Nährstoffen versteht, kann gezielt gegensteuern, und Energie Schritt für Schritt zurückgewinnen.

Dein nächster Schritt

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FAQs

Ist chronische Müdigkeit heilbar?
In vielen Fällen ja, wenn die Ursachen erkannt und gezielt behandelt werden.

Reicht Ernährung allein aus?
Heute häufig nicht mehr. Laboranalysen zeigen selbst bei „gesunder Ernährung“ relevante Mängel.

Sollte ich einfach supplementieren?
Nein. Ziellose Supplementierung kann wirkungslos oder kontraproduktiv sein.

Welche Tests sind sinnvoll?
Mikronährstoffe, Eisenstatus, B-Vitamine, Magnesium intrazellulär, ggf. Stresshormone.

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