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Darmgesundheit Emulgatoren und der löchrige Darm (Leaky-Gut)

Emulgatoren und der löchrige Darm (Leaky Gut)

Was haben denn Emulgatoren mit unserem Darm zu tun? Warum und wie schädigen sie die Darmschleimhaut und was kannst Du dagegen tun?

Emulgatoren gehören heute zu den am häufigsten eingesetzten Zusatzstoffen der Lebensmittelindustrie. Sie sorgen dafür, dass Wasser und Fett sich mischen und in perfekter Konsistenz bleiben. Für die Verarbeitung von Fertiglebensmitteln sind sie nahezu unverzichtbar geworden.

Doch der Preis dafür ist hoch:
Studien zeigen, dass bestimmte Emulgatoren die Darmbarriere schädigen und Entzündungen fördern können, und zwar schon in handelsüblichen, geringen Mengen.

🔬 Wichtige Studien

Diese Effekte der Emulgatoren fördern einen löchrigen Darm und es kommt zum Leaky-Gut-Syndrom, also einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand.

Wenn man ehrlich ist, sind Emulgatoren als Lebensmittelzusatzstoffe in der Nahrungsmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Doch das hat so seine Tücken. Studien konnten zeigen, dass Substanzen wie Polysorbat 80 (E433) und Carboxymethylcellulose (E466)

Wenn Du schon an einem Leaky-Gut-Syndrom, einer Autoimmunerkrankung, einem Reizdarm oder am metabolischen Syndrom mit Adipositas erkrankt bist, solltest Du besonders Zusatzstoffe wie Polysorbat 80 (E433) und Carboxymethylcellulose (E466) meiden. Sie führen schon in minimalen „handelsüblichen“ Dosen zu einer Entzündung der Darmschleimhaut und auch zu einer vermehrten Durchlässigkeit.

Du kannst mehr über das Leaky-Gut-Syndrom, also den löchrigen Darm, hier auf dem Blog lesen.

Die gefährlichsten Emulgatoren für den Darm

1️⃣ Polysorbat 80 (E433) – beeinflusst Schleimschicht & Mikrobiom
2️⃣ Carboxymethylcellulose (E466) – fördert Entzündungen, erhöht Durchlässigkeit
3️⃣ Monolaurin – kann Darmschleimhaut irritieren
4️⃣ Light-Produkte allgemein – enthalten viele Emulgatoren zur Konsistenzverbesserung

Was sind Emulgatoren?

Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die es möglich machen, dass zwei nicht miteinander mischbare Komponenten, etwa Wasser und Fett, eine Emulsion bilden und in diesem Zustand bleiben. Wasser und Fett etwa vermischen sich erst, wenn sogenannte „grenzflächenaktive Stoffe“ hinzugegeben werden, die sowohl wasser- als auch fettlöslich sind.

Der Körper besitzt eigene Emulgatoren, z. B. Gallensäuren.
Die industriellen Varianten dagegen wirken ganz anders – und können die Schleimschicht des Darms beeinträchtigen.

Wie Emulgatoren die Darmbarriere schädigen

Künstliche Emulgatoren, z. B. E433 (Polysorbat 80) und E466 (Carboxymethylcellulose) können:

  • die schützende Darmschleimschicht abbauen
  • die Darmbarriere poröser machen
  • stille Entzündungen auslösen
  • das Mikrobiom verändern

Dies führt zu einer Situation, in der Mikroorganismen und Stoffwechselprodukte leichter die Darmwand passieren können, ein Kennzeichen von Leaky Gut.

Besonders betroffen können Menschen sein mit:

  • Adipositas
  • Reizdarm
  • Autoimmunerkrankungen
  • entzündlichen Darmerkrankungen
  • metabolischem Syndrom

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Achtung bei „natürlichen“ Alternativen: Monolaurin

In der Bio- und Ketoszene wird Monolaurin oft als „gesunde Alternative“ oder „natürlicher Virenkiller“ angepriesen.
Dabei wird übersehen:

Auch Monolaurin kann die Darmschleimhaut schädigen.

Laut Untersuchung von Isaacs et al. wirkt Monolaurin auf Lipidmembranen, nicht nur von Viren, sondern auch in empfindlichen Schleimhautstrukturen.
Das kann stille Entzündungen und Schleimhautreizungen fördern.

Worin verstecken sich Emulgatoren?

Carboxymethylcellulose (E466):

  • Backwaren
  • Speiseeis
  • Mayonnaise
  • Soßen
  • Gelee
  • Fruchtmus
  • Kosmetikprodukte
  • Tabletten und Kapseln

Polysorbat 80 (E433):

  • Speiseeis
  • Margarine
  • Mayonnaise
  • Soßen
  • Gelee
  • Nasensprays
  • Tabletten
  • Injektionslösungen

Konsumieren wir diese Nahrungsmittel, dann schädigen wir schleichend, aber kontinuierlich unsere Darmschleimhaut.

Besonders viele Emulgatoren findet man jedoch in Light-Produkten wie fettreduziertem Eis, Joghurt und Käse. Da das entzogene Fett durch Wasser ersetzt werden muss, braucht man mehr Bindemittel, um eine gute Konsistenz im Mund zu erzeugen.

Wie kannst Du Emulgatoren vermeiden?

  • Meide Fertigprodukte, besonders Light-Produkte
  • Lies Zutatenlisten bewusst
  • Achte bei Nahrungsergänzungsmitteln auf Zusatzstoffe
  • Koche häufiger frisch
  • Trinke genügend reines Wasser
  • Unterstütze Deine Darmschleimhaut mit Präbiotika und Ballaststoffen

Wenn Dein Darm bereits geschädigt ist, kann eine gezielte Darmflora-Analyse und im Anschluss die passende Darmsanierung helfen.

Du brauchst Hilfe? Dann vereinbare gerne ein gratis Klärungsgespräch mit mir.

FAQ – Emulgatoren & Darmgesundheit

Sind „natürliche Emulgatoren“ besser?

Nicht unbedingt. Auch Monolaurin zeigt potenziell schleimhautreizende Eigenschaften.

Kann man die Wirkung von Emulgatoren rückgängig machen?

Ja. Der Darm regeneriert sich, wenn Emulgatoren gemieden und schleimhautaufbauende Maßnahmen ergriffen werden.

Sind Emulgatoren in Nahrungsergänzungsmitteln problematisch?

Ja, oft unnötig und direkt im Kontakt mit der Schleimhaut.

24 Comments

  • Annette Pitzer

    Liebe Caro,
    wer wie wir sensibilisiert ist, der entdeckt Emulgatoren überall. Daher immer die Inhaltsstoffe anschauen und dann erst kaufen.
    Alles Liebe
    Annette

  • Jana

    Ich habe schon mal vom Leaky-Gut-Syndrom gehört, aber hätte es nicht mehr zuordnen können. Aber erschreckend ist es schon! Da kauft man vermeintlich „gute“ Lebensmittel – über den Fett- und Zuckergehalt in den meisten aufgezählten lässt sich ja streiten – und dann machen sie einen von innen krank! Sogar Nasenspray, darin hätte ich Emulgatoren ja so gar nicht erwartet! Schön, dass du darüber aufklärst!

    Liebe Grüße
    Jana

  • Steffi

    Huhu,

    das zeigt nur umso mehr das wir alles genau begutachten müssen was wir zu uns nehmen und uns nicht blenden lassen dürfen. Vor allem, zeigt es wie viel Sachen in den Lebensmitteln sind die wir zu uns nehmen von denen wir teilweise keine Ahnung haben. Erschreckend.

    LG Steffi

  • Marion

    Es ist entsetzlich, was wir alles essen! Und dann wundern sich alle, warum so viele chronische Leiden haben. Sehr interessanter Artikel, der nachdenklich macht.

  • Mila

    Da sieht man mal wieder was alles schlecht ist und trotzdem in den Verkauf gelangt – dennoch denke ich, dass auch hier wie immer die Dosis das Gift macht.
    Hauptsache man versucht sich größtenteils gut und frisch zu ernähren.

    LG,
    Mila

    • Annette Pitzer

      Liebe Mila,
      leider trifft das in diesem Fall nicht zu. Stell Dir ein Wasser mit Fettfilm vor und dann nimm eine kleinste Menge Spülmittel (Emulgator) und tippe auf die Oberfläche. Der Fettfilm zieht sich sofort zurück. Genau das passiert jedes Mal, wenn wir Emulgatoren zu uns nehmen. Klar kann unser Körper eine Zeitlang kompensieren, doch eben nur begrenzt.
      Alles Liebe
      Annette

  • Catrin

    Liebe Anette!

    Spannender Beitrag. Passt genau zu unserem Thema : Superfood Smoothies wo wir auch immer einen Tropfen Öl als Emulgator kombinieren.

    Lasse dir liebe Grüße da,

  • Katharina

    Hallo Annette,

    interessanter Bericht! Super fände ich es, wenn Du die zitierten Studien verlinken könntest (im Notfall halt auf den Abstract). Ich lese mich immer gern weiter ein, wenn es um mögliche negative Auswirkungen von geprüften und zugelassenen Stoffen geht.

    Viele Grüße,
    Katharina

  • Greentraveler

    Liebe Annette,

    wieder ein spannender Artikel über ein kaum besprochenes Thema.
    Wenn Du Gelee schreibst, meinst Du dann Gelatine, welches in Gelee enthalten ist? Dann wären ja auch Produkte wie beispielsweise Götterspeise dazugehörig, oder?

    Alles Liebe Katja

    • Annette Pitzer

      Liebe Katja,
      es hat nichts mit der Gelatine zu tun. Emulgatoren werden zugesetzt um die Konsistenz, die der Verbraucher im Gelee mag, zu gewährleisten. So bleibt das Gelee streichfähig. Ob in einem Produkt Emulgatoren zugesetzt wurden kannst Du anhand der Inhaltstoffe leicht prüfen.
      Alles Liebe
      Annette

  • Renate

    Wieder mal was dazugelernt wie immer, wenn ich Deinen Blog lese. Ich kannte das Thema Emulsion bisher nur vom Kochen, zum Beispiel bei der Herstellung von Sauce Hollandaise. Dass Emulgatoren in Lebensmitteln schädlich sein können, war mir komplett neu. Ich werde in Zukunft mal drauf achten…

  • Alice

    Ein sehr interessanter Beitrag wieder. Ich hätte jetzt auch nicht vermutet, dass in so vielen Produkten Emulgatoren zu finden sind. Ich bin aber ehrlich – ich mag Fertigprodukte oft ganz gerne, weil ich einfach kaum Zeit zum Kochen habe. Aber ich denke, die gute Mischung macht es aus.

    liebe Grüße
    Alice von http://www.alicechristina.com

  • Katii

    Das klingt ja richtig schlimm :O :O
    Mir war gar nicht bewusst, dass solche schädlichen Produkte überhaupt zum Verkauf angeboten werden dürfen… da werde ich zukünftig wirklich besser schauen, danke fürs Aufmerksam machen!

    Alles Liebe
    Katii

    • Annette Pitzer

      Liebe Katii,
      fast alle Fertigprodukte enthalten schädliche Inhaltsstoffe. Ich könnte täglich darüber berichten. Mich erstaunt immer wieder wie wenig das den Menschen bewusst zu sein scheint.
      Alles Liebe
      Annette

  • Bettina

    Liebe Annette, ein interessanter Beitrag, Es ist eine böse Falle, in die man tappt, wenn man zu viele Fertigprodukte verzehrt, die Emulgatoren enthalten: ich gebe dir Recht – frisch zu kochen ist die sicherste Möglichkeit gesund zu bleiben 🙂 lg Bettina

  • Fitonline

    Vielen Dank, dass du dieses wichtige Thema aufgreifst!
    Leider sind Emulgatoren wohl noch das kleinste Übel unter den Stoffen, die unseren Darm zerstören. Insbesondere Umweltgifte und „Pflanzenschutzmittel“ wie Glyphosat haben einen enormen Einfluss auf die Zerstörung der Schleimhäute. Diese Gifte sind leider immer noch massiv präsent, jeden Tag, wenn wir essen und trinken. Sie werden dazu eingesetzt, biologische Lebewesen zu zerstören, also zerstören sie auch unsere empfindliche Darmschleimhaut. Das ist ein riesen Thema, was den wenigsten Menschen bewusst ist. Dazu kommen noch ein paar andere Faktoren, die den Darm kaputt machen. Kein Wunder, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft in irgendeiner Weise Probleme mit Ihrem Darm haben.
    LG von Caro

    • Annette Pitzer

      Liebe Caro,
      so ist es. Wir können gar nicht alle Stoffe aufzählen, die unserem Darm oder unserer Gesundheit schaden. Um zu informieren ist es für mich wichtig es übersichtlich zu halten. Wir geben ansonsten auf, weil wir glauben, ohnehin nichts dagegen machen zu können.
      Alles Liebe
      Annette

  • Claudia

    Neuerdings wird „überall“ Carrageen zugesetzt – sogar in reiner Sahne (außer Bio) – soweit ich weiß ist das auch Darm schäfigend, oder?

    • Annette Pitzer

      Liebe Claudia,
      Carrageen (E 407) wird besonders häufig in Milcherzeugnissen (Dickmilch-Produkten, wärmebehandelter (pasteurisierter) Sahne, Trockenmilch und Puddingpulver, Süßigkeiten, Eis, Ketchup und Soßen) und veganen Lebensmitteln eingesetzt. In Tierversuchen kam es mit sogenannten abgebauten (degradierten) Carrageenen zu Geschwürbildung bei Mäusen. Diese Carrageene haben jedoch sehr viel kleinere Moleküle als die, die in Lebensmitteln zum Einsatz kommen, und sind für die Lebensmittelherstellung nicht zugelassen. Beim Experiment mit intakten Carrageenen trat dieses Phänomen nicht auf. Ebenso basiert die Annahme, Carrageen führe zu Glukose-Intoleranz und Insulinresistenz, bisher nur auf Versuchen mit Mäusen.

      Bisher ist nicht geklärt, ob Carrageen über den Darm von Säuglingen aufgenommen werden kann. Deshalb wird empfohlen, E 407 nicht für Säuglingsnahrung zuzulassen. Bei entsprechend veranlagten Erwachsenen kann Carrageen allergieähnliche Symptome auslösen.

      Du siehst, viele zugelassene Zusatzstoffe sind entweder nicht ausreichend erforscht oder kritisch. Daher verzichte, wo immer möglich, auf solche Produkte.
      Alles Liebe
      Annette

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