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Frauenhand mit roten Trauben. Nährstoffmedizin Resveratrol (OPC)

Resveratrol (OPC)

Was genau ist Resveratrol? Resveratrol oder OPC, der Wirkstoff, der in blauen Weintrauben (Schale und Kerne) vorkommt, ist ein wundervolles Polyphenol. Auch Brombeeren und, höre und staune, Erdnüsse enthalten große Mengen Resveratrol. Dieser Wirkstoff schützt Dein Herz-Kreislauf-System und ist genial in Hinblick auf Anti-Aging.

Resveratrol schützt das Herz-Kreislauf-System, wirkt stark antioxidativ und gilt als einer der interessantesten Naturstoffe im Bereich Anti-Aging und Zellschutz. Seine Wirkung entfaltet sich nicht oberflächlich, sondern auf zellulärer Ebene, dort, wo Alterungsprozesse und chronische Erkrankungen ihren Ursprung haben.

Das „French Paradox“

Ich bin Jahrgang 1962 und in den 60er Jahren wurde eine Untersuchung publik gemacht, die festgestellt hat, dass Briten mehr kardiovaskuläre Komplikationen aufwiesen als Franzosen. Dies erstaunte, denn Franzosen verzehren erhebliche Mengen an Fett. Das konnte man nicht verstehen, und das „French Paradox“ war geboren.

1992 wurde von den Wissenschaftlern Serge Renaud und Michel de Logeril dieses Paradox aufgelöst. Sie fanden heraus, dass Franzosen erhebliche Mengen an Polyphenolen (einschließlich OPC) aus Früchten, Gemüse, Olivenöl und Wein konsumieren und Briten nicht (1).

Diese Studie war ein Durchbruch und zeigte das schützende Potenzial von OPC, das auf das Herz-Kreislauf-System und das verjüngende Potenzial auf den gesamten Organismus wirkt.

👉 Entscheidend war nicht das Fett, sondern der hohe Polyphenolgehalt, insbesondere Resveratrol und OPC, der das Herz-Kreislauf-System schützt.

Studie:
Renaud S, de Lorgeril M. Wine, alcohol, platelets, and the French paradox for coronary heart disease. Lancet. 1992.
Diese Studie gilt bis heute als Meilenstein der präventiven Ernährungsmedizin.

Resveratrol auf einen Blick

Wirkstoff: Resveratrol (Polyphenol)
Hauptquellen: Trauben, Beeren, Erdnüsse
Wirkung: antioxidativ, entzündungshemmend, zellschützend
Besonders geeignet für: Herz-Kreislauf-Prävention, Anti-Aging
Vorsicht bei: Chemotherapie, Blutverdünnern, OPs

Wie wirkt Resveratrol im Körper?

Resveratrol wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • stark antioxidativ (Neutralisation freier Radikale)
  • entzündungshemmend
  • Schutz der Mitochondrien
  • Aktivierung sogenannter Langlebigkeitsgene (Sirtuine)
  • Schutz der Gefäßinnenwände
  • positive Effekte auf Blutzucker- und Fettstoffwechsel

Studien zeigen zudem Effekte auf:

  • Neuroprotektion
  • Insulinsensitivität
  • altersbedingte Entzündungsprozesse

Übersichtsarbeit:
Baur JA, Sinclair DA. Therapeutic potential of resveratrol: the in vivo evidence. Nat Rev Drug Discov. 2006.

Resveratrol und Anti-Aging

Resveratrol wird häufig als Anti-Aging-Wirkstoff bezeichnet – nicht, weil es Falten glättet, sondern weil es zelluläre Alterungsprozesse verlangsamt.

Besonders relevant ist hier die Aktivierung der Sirtuin-1-Signalwege, die:

  • DNA-Stabilität fördern
  • Entzündungen dämpfen
  • Zellstress reduzieren

👉 Altern beginnt in der Zelle – genau dort setzt Resveratrol an.

Welches Resveratrol soll ich wählen?

Ich empfehle keine alkoholischen Getränke, da ich die Gefahren für unseren Körper, besonders das Gehirn und die Leber, kenne. Daher kannst Du zum einen Weintrauben, Brombeeren oder Erdnüsse konsumieren oder aber auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Du kannst wählen zwischen:

  • Reinem OPC aus roten Trauben.
  • Eine synergistische (verstärkende) Formel, in der zum Beispiel Resveratrol, Quercetin und Fisetin gemeinsam mit Vitamin C kombiniert werden.
  • Transresveratrol aus Staudenknöterich-Wurzel-Extrakt. Ein hochwirksames Produkt, mit hervorragenden Eigenschaften.
  • Die zweifach methylierte Resveratrol-Version Pterostilbene zeichnet sich durch eine 2–4-mal bessere zelluläre Aufnahme als normales Resveratrol aus.

Kann jeder bedenkenlos Resveratrol einnehmen?

Menschen, die eine konventionelle Krebstherapie durchführen, sollten die Einnahme von OPC mit ihrem Onkologen absprechen. Die Wirkung herkömmlicher Chemotherapeutika basiert unter anderem auf ihrer oxidativen Wirkung. Nimmst Du ein starkes Antioxidans wie Resveratrol ein, dann kann dies die Wirkung des Chemotherapeutikums herabsetzen. Allerdings sind auch die Nebenwirkungen stark verringert. Hier muss abgewogen werden. Wobei ich Dir immer empfehle, Dich auch nach alternativen Therapieformen zu erkundigen.

Im Falle, dass Du ein gerinnungshemmendes Medikament einnehmen musst, solltest Du die Einnahme von OPC mit Deinem Therapeuten absprechen, da es ebenfalls blutverdünnend wirkt (2).

Du weißt, dass bei Dir eine Operation ansteht. Dann setze die Einnahme von OPC einige Tage vor dem Termin aus, denn die Blutung könnte sich ansonsten verstärken, was unerwartete Konsequenzen haben könnte.

Wer sollte Resveratrol nicht unkritisch einnehmen?

Krebstherapie

Während einer konventionellen Chemotherapie sollte die Einnahme unbedingt mit dem Onkologen abgestimmt werden.
Resveratrol wirkt stark antioxidativ – viele Chemotherapeutika wirken jedoch über oxidative Mechanismen.

👉 Vorteil: weniger Nebenwirkungen
👉 Risiko: mögliche Abschwächung der Therapie

Hier ist eine individuelle Abwägung essenziell.

Blutgerinnungshemmende Medikamente

Resveratrol wirkt blutverdünnend.
Bei Einnahme von Antikoagulanzien sollte Rücksprache mit dem Therapeuten gehalten werden.

Studie:
Soleas GJ et al. Potential role of wine polyphenols in human health. J Nutr Biochem. 1997.

Vor Operationen

Setze Resveratrol mehrere Tage vor einer geplanten Operation ab, um Blutungskomplikationen zu vermeiden.

FAQs – häufige Fragen zu Resveratrol

Ist Resveratrol das Gleiche wie OPC?
Nicht ganz. OPC ist eine Gruppe von Polyphenolen, Resveratrol ein spezifischer Wirkstoff daraus.

Wie lange sollte man Resveratrol einnehmen?
Kurweise oder langfristig, abhängig von Zielsetzung und individueller Situation.

Kann Resveratrol beim Abnehmen helfen?
Studien zeigen positive Effekte auf den Fettstoffwechsel, aber es ist kein „Abnehmmittel“.

Ist Resveratrol für Frauen in den Wechseljahren sinnvoll?
Ja, insbesondere wegen seiner entzündungshemmenden und gefäßschützenden Wirkung.

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