Die Schilddrüse und ihre Erkrankungen

Anatomie der Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt vor und rechts und links der Luftröhre. Sie besteht aus zwei Seitenlappen – rechter und linker Schilddrüsenlappen – die durch eine kleine Brücke (Isthmus) verbunden sind. Deshalb sieht die Schilddrüse wie einen Schmetterling aus.

Schilddrüse
Bild von Gabi Schult-Herter

Physiologische Funktionen der Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Die Wirksamkeit der Schilddrüsenhormone ist vielfältig und eng mit anderen Hormonenkreisläufen des Körpers verbunden. Deshalb wirken sich Schilddrüsenerkrankungen auch auf viele Bereiche des Körpers aus. Hierzu gehören zum Beispiel Fruchtbarkeit, Funktion des Magen-Darm-Traktes,  Psyche und Nebennieren. Häufig werden Erkrankungen in diesen Bereichen erst einmal nicht in Zusammenhang mit der Schilddrüsenfunktion gebracht.

T3 und T4 beeinflussen:

  • Den Sauerstoffverbrauch der Zellen
  • Den gesamten Energiestoffwechsel
  • Die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems
  • Die Funktion des Magen-Darm-Traktes
  • Wachstums- und Differenzierungsvorgänge des Körpers
  • Sowie die geistige Entwicklung bei Ungeborenen und Kindern.

Hormoneller Regelkreis der Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert und speichert die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin).  Da sie ist in einen hormonellen Regelkreis eingebunden ist, wir die Ausschüttung von Schilddrüsenhormon von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kontrolliert. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormon setzt die Hypophyse das Hormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) frei, das die Produktion von T3 und T4 veranlasst. Deswegen ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) der TSH-Wert im Blut erhöht.

Bei einem Überschuss an Schilddrüsenhormon drosselt die Hirnanhangdrüse die TSH-Ausschüttung, so dass die Hormonproduktion heruntergefahren wird. Demzufolge ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der TSH-Wert im Blut erniedrigt.

Überdies gibt es, bei einem so wichtigen Regelkreis, noch eine weitere Kontrollinstanz. Der Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns) kontrolliert mit Hilfe des TRH (Thyreotropin Releasing Hormon) die Hirnanhangsdrüse und so die TSH Ausschüttung.


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Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen haben viele Gesichter und machen sich auf unterschiedlichste Weise bemerkbar. Manche Schilddrüsenerkrankungen bleiben aber auch eine lange Zeit symptomlos und werden deshalb erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

Struma

Der Begriff Struma, umgangssprachlich auch Kropf, bezeichnet eine vergrößerte Schilddrüse. Die Ursache liegt meist in einer Jodunterversorgung (Jodmangelkropf). Häufig bilden sich in dem vergrößerten Schilddrüsengewebe dann Knoten, die nicht mehr von der Hirnanhangdrüse gesteuert werden können.


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Kalte Knoten

Als kalte Knoten bezeichnet man inaktive Knoten der Schilddrüse. Sie können kein Jod aufnehmen und bilden deshalb keine Schilddrüsenhormone mehr.

Schilddrüsenzysten

Schilddrüsenzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume. Meist sind sie benigne (gutartig). Wenn Sie relativ klein sind, machen Zysten meist keine Beschwerden und werden nur mittels Zufallsbefund entdeckt.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) wird meist sehr schnell diagnostiziert, da der Körper aufgrund der zu viel ausgeschütteten Schilddrüsenhormone deutliche Symptome zeigt. Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion können sein:

  • Durst
  • Gewichtsverlust trotz guten Appetits
  • Häufige und manchmal durchfallartige Stuhlentleerungen
  • Herzklopfen, schneller und manchmal unregelmäßiger Puls, Herzrhythmusstörungen bis hin zum Vorhofflimmern
  • Innere Anspannung
  • Konzentrationsstörungen
  • Körperliche Leistungsschwäche
  • Mäßiger Bluthochdruck
  • Nervosität
  • Potenzprobleme
  • Rastlosigkeit
  • Regelstörungen
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Verstärktes Schwitzen
  • Warme Haut
  • Wärmeunverträglichkeit
  • Zittrigkeit

Auslöser einer Schilddrüsenüberfunktion sind meist „heiße“ Knoten oder eine Autoimmunerkrankung namens Morbus Basedow. Aber auch in den Anfangsstadien einer weiteren Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, der Hashimoto Thyreoiditis, kann es zu kurzzeitigen Schüben mit einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Heiße Knoten in der Schilddrüse

Als heiße Knoten werden Gewebeveränderungen der Schilddrüse bezeichnet, die Jod verstärkt aufnehmen, unkontrolliert Hormone bilden und ausschütten. So entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion. Da diese Knoten nicht mehr von der Hirnanhangsdrüse gesteuert werden, sich sozusagen „selbstständig gemacht“ haben, werden sie autonome Adenome genannt. Bei heißen Knoten besteht selten die Gefahr der Entartung.

Funktionelle Autonomie der Schilddrüse

Auch bei der funktionellen Autonomie der Schilddrüse bilden Teile der Schilddrüse ebenfalls ungehemmt Schilddrüsenhormone. Das heißt diese Bereiche der Schilddrüse entziehen sich der übergeordneten Kontrolle der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Morbus Basedow

Bei Morbus Basedow handelt es sich um eine der zwei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Aufgrund eines fehlgeleiteten Immunsystems bildet der Körper Antikörper gegen sein eigenes Schilddrüsengewebe. Im Fall des Morbus Basedow aktivieren die Antikörper die auf den Schilddrüsenzellen liegenden Rezeptoren für TSH. Hierdurch kommt es zu einer unkontrollierten Produktion und Abgabe großer Mengen der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen beim Morbus Basedow noch eine Vergrößerung der Schilddrüse, Herzrasen und eine endokrine Orbitopathie hinzu.

Bei der Orbitopathie werden die Augenmuskeln und das Bindegewebe der Augenhöhle ebenfalls von Antikörpern angegriffen. Es kommt zu einem deutlichen Hervortreten der Augen, dem sogenannten Exophthalmus.

Unterfunktion der Schilddrüse

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone. Bei Erwachsenenläuft die Entwicklung läuft jedoch meist schleichend und unbemerkt ab. Erst wenn die Schilddrüsenunterfunktion massiv geworden ist, nimmt der Betroffene deutliche Symptome wahr. Die Symptome betreffen, entsprechend der biologischen Wirkung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, verschiedene Organsysteme.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können sein:

  • Antriebsarmut
  • Brüchige Haare und Nägel
  • Depressive Verstimmung
  • Deutlicher Gewichtszunahme
  • Frieren
  • Gedächtnisstörungen
  • Geschwächte Muskelreflexe
  • Gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Menstruationsstörungen
  • Müdigkeit
  • Trockene kühle und blasse Haut
  • Verlangsamter Puls
  • Verstopfung
  • Wassereinlagerungen (z. B. an den Augenlidern)

Übrigens, die häufigste Ursache einer Hypothyreose ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.

Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto Thyreoiditis
Bild von Oksana Yurchenko

 

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe, sodas sich das Schilddrüsengewebe entzündet und deshalb allmählich zerstört wird. Aufgrund des Untergangs des Schilddrüsengewebes können die Schilddrüsenhormone T3 und T4 nicht mehr in ausreichender Menge gebildet und freigesetzt werden. Infolge dessen kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit all ihren Symptomen. Im Anfangsstadium kommt es aber häufig zur sogenannten Hashitoxikose, bei der Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Da durch die Entzündung Schilddrüsengewebe zerstört wird, werden gespeicherte Schilddrüsenhormone schlagartig freigesetzt.

Die Hashimoto-Thyreoiditis tritt in zwei Formen auf. Bei der atrophen Form wird die Schilddrüse immer kleiner wohingegen es bei der hypertrophen Form kommt es zu einer Größenzunahme der Schilddrüse.

Lesen Sie auch: http://blog.annette-pitzer.de/schilddruesenunterfunktion-hypothyreose/


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Die Schilddrüse so, wichtig und so vernachlässigt

Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone, die die gesamte körperliche Entwicklung beeinflussen. Aber auch die seelische Verfassung hängt häufig von der Funktion der Schilddrüse ab.
Die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung können unspezifisch sein, so dass Erkrankungen häufig erst im späten Stadium entdeckt werden. Wenn Sie möchten, können Sie durch die Schilddrüsenfragebögen unter https://annette-pitzer.de/schilddruesengesundheit/  testen, ob es bei Ihnen Hinweise auf eine mögliche Störung gibt.

Im Folgenden lesen Sie die Symptomliste aufmerksam durch. Dann markieren Sie die Symptome, von denen Sie betroffen sind. Wenn Sie eine Beratung wünschen, drucken Sie die Fragebögen als pdf-Datei aus und bringen sie zu einem vereinbarten Termin mit.

Dr. Annette Pitzer, Heilpraktikerin, Tel. Nr. 02771-833434, E-Mail: info@annette-pitzer.de

Gerne stehe ich Ihnen in meiner Praxis zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin (Tel. Nr. 02771-833434, Email: annette.pitzer@gmx.de).

Mehr unter: http://www.annette-pitzer.de/html/01_10_schilddruese.html

16 Antworten auf „Die Schilddrüse und ihre Erkrankungen“

  1. Danke für den umfassenden Artikel zu Thema Schilddrüse. Interessant, dass eine Unterfunktion meist lange Zeit unbemerkt bleibt. Im Bekanntenkreis hat jemand von einem Schilddrüsenworkshop erzählt. Für wen wäre denn ein solcher Kurs richtig?

  2. Ein sehr informativer Beitrag, vielen Dank dafür!
    Hier kann man sich kurz aber detailliert mit den verschiedensten Erkrankungen, Symptomen und Co. auseinandersetzen.

    Ich leider selbst an Morbus Basedow und befinde mich in ärztlicher Behandlung.
    Leider wird meine Leber durch die Tabletteneinnahme mit in Leidenschaft gezogen. Daher müssen wir sehen, was nun passiert.

    Herzliche Grüße,
    Michelle

  3. Wer persönlich mit Schilddrüsenproblemen zu kämpfen hat, hat ja oft einen langen Leidensweg hinter sich. Oft dauert es Jahre, bis man die schleichende Veränderung bemerkt. Eine Bekannte hatte zu letzt eine Radio-Jod-Therapie gemacht, weil sie sich nicht operieren lassen wollte, dafür hatte sie aber direkt danach eine recht große aber kurze Überfunktion.

    1. Liebe Mia,
      ja eine Radijodbehandlung hat einiges an Nebenwirkungen. Dazu gehören:
      • Appetitlosigkeit
      • Bildung von Ödemen (Wasseransammlungen) im Bereich der Schilddrüse
      • Entzündung der Speicheldrüsen
      • Halsschmerzen
      • Hervortreten der Augen (endokrine Orbitopathie)
      • örtlich auftretende Schwellung der Schilddrüse oder des Restgewebes
      • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
      • Störung der Tränendrüsenfunktion („trockene Augen“)
      • Übelkeit
      • Veränderung des Geschmackssinnes
      • vorübergehende Magenschleimhautreizung oder Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
      • vorübergehende Veränderungen des Knochenmarks und Blutbildes
      Da man sie ja gegen Hyperthyreose einsetzt ist eine Überfunktion nach der Behandlung eher unüblich.
      Alles Liebe
      Annette

  4. Eine Freundin von mir leidet an Schilddrüsenerkrankung, nimmt regelmäßig Medikamente und lässt sich regelmäßig von Experten untersuchen. Ich wusste bicht, dass die Ursache einer vergrößerten Schilddrüse meist in einer Jodunterversorgung liegt. Ich finde aber gut, dass Fachleute sich um sie kümmern und wissen, was sie am besten tun soll.

  5. Ich wollte mehr wissen über die Schilddrüse. Ich wusste, dass die Schilddrüse körperlich viel reguliert, aber noch nicht, dass die Schilddrüse auch einen physiologischen Einfluss hat. Interessant, dass die sogar für die geistige Entwicklung von Ungeborenen sorgen.

  6. Hallo und vielen Dank für diesen Artikel.
    Das die Schilddrüse oft die Ursache für verschiedene Probleme sein kann hat man ja immer irgend wie im Hinterkopf, aber des es Auswirkungen auf so vielen haben kann, war mir nicht klar. Mich würde mal interessieren, bei wie vielen Menschen da draußen es tatsächlich eine Unterfunktion gibt. Kann man das nicht großflächig und schnell testen lassen? Zumindest wäre es sicher hilfreich wenn man kurzfristig wüsste ob meine eine Schilddrüsenunterfunktion hat.

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