
Medikamente stören den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt
Warum Medikamente Deinen Vitamin- und Mineralstoffbedarf erhöhen
Ob Schmerzmittel, Herz-Kreislauf- oder Diabetesmedikamente, Cholesterinsenker, die Antibaby-Pille oder Medikamente gegen psychische Erkrankungen, alle haben eins gemeinsam, alle diese Medikamente erhöhen den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Viele chronisch Kranke und Senioren nehmen mitunter fünf und mehr Medikamente ein. Die Neben- und Wechselwirkungen kumulieren dann und der Patient wird immer kränker.
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Warum ist das so?
Kurz gesagt, Arzneistoffe und Mikronährstoffe benutzen indes im Körper dieselben Stoffwechselwege bei der Aufnahme, Verstoffwechslung und Ausscheidung. Nicht selten konkurrieren sie dabei um dieselben Enzyme und Transportsysteme. Hier findet man auch den Grund dafür, dass die Nebenwirkungen eines Medikaments steigen, je länger das Medikament eingenommen wird. Sehr deutlich sieht man das daher bei der Antibaby-Pille, Schmerzmitteln, Antibiotika, Mittel gegen Osteoporose, Diabetesmitteln, Cholesterinsenkern, Säureblockern, Blutdruckmitteln, Entwässerungsmitteln und Cortisol.
Merke: medikationsbedingte Störungen des Mikronährstoffhaushalts führen indes häufig zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen.
Die Störungen
Jedes Medikament hat dabei leider andere Folgen. Die Säureblocker verhindern die Vitamin-B12-Aufnahme aus der Nahrung, was dann in Folge zu Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen und extremer Müdigkeit führt. Statine (Cholesterinsenker) hemmen etwa die körpereigene Coenzym-Q10-Synthese. Das führt dann zum Beispiel zu einer Erhöhung des Blutdrucks, Verlust des Muskelgewebes und Zahnfleischrückgang.
Jedes Medikament stört den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt
Der medikationsbedingte Mangel an Mikronährstoffen ist daher nicht selten die unerkannte Ursache für Arzneimittelnebenwirkungen.
Dazu hier einige Beispiele:
Medikament | Anwendungsgebiet | Erhöhter Bedarf an … |
Antihistaminika | Allergie | Vitamin C. Zink, Vitamin D |
Diuretika | Bluthochdruck, Ödeme, Herzinsuffizienz | Magnesium |
Blutdrucksenker | Bluthochdruck | Vitamin D, Omega-3-Fettsäure, Magnesium, Vitamin C |
Beta-Blocker | Bluthochdruck | Vitamin B2, Magnesium, Coenzym Q10 |
Statine (Cholesterinsenker) | Erhöhte Cholesterinwerte | Vitamin D, Niacin, Coenzym Q10 |
Antibiotika | Infekte, Borreliose | Magnesium |
Antiepileptika | Epilepsie | Vitamin D, Folsäure, Vitamin K |
Psychostimulanzien | ADHS | Eisen, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Zink |
Antidepressiva | Depressionen | Vitamin B12, Folsäure |
Metformin | Diabetes | Vitamin C, Chrom, Vitamin B12, Magnesium, Vitamin D |
Bisphosphonate | Osteoporose | Eisen, Calcium, Magnesium, Vitamin D |
Antazida und Säureblocker (z.B. Pantoprazol) | Gastritis, Reflux, Sodbrennen | Vitamin B12, Vitamin D, Zink, Folsäure |
L-Thyroxin | Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto | Selen, Eisen, Calcium |
Entzündungshemmer (ASS, Ibuprofen, Diclofenac) | Schmerzlinderung | Vitamin C, Vitamin E |
Antibaby-Pille | Verhütung | Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Magnesium, Zink, Selen |
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Mikronährstoffmangel aufgrund der Einnahme von Medikamenten muss nicht sein! Denn wer über informiert ist, kann vorbeugen, Nebenwirkungen vermeiden und seine Arzneimitteltherapie optimieren.
Medikamente stören den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt – drei Beispiele
Beispiel Antibaby-Pille

Eine der Nebenwirkungen, die aufgrund der Einnahme der Antibaby-Pille auftritt, ist Kopfschmerz. Denn ein Mangel an Vitamin B2, Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 führt zu Kopfschmerzen.
Eine weitere Nebenwirkung kann außerdem die Anfälligkeit für eine Thrombose sein. Menschen mit Vitamin-B-Mangel haben nämlich folglich auch ein erhöhtes Thromboserisiko.
Die wenigsten Frauen bringen Muskelkrämpfe (Magnesiummangel), Immunschwäche (Vitamin C und Zinkmangel) und Schilddrüsenstörungen (Selenmangel) im Kontext zur Einnahme der Antibaby-Pille. Meiner Meinung nach kann man den Zusammenhang aber durchaus herstellen.
Beispiel L-Thyroxin
Eine Unterfunktion der Schilddrüse steht in direktem Zusammenhang mit einem Selenmangel. Durch die Einnahme des L-Thyroxins verstärkt sich dieser Mangel und mit der Zeit muss daher immer mehr Wirkstoff substituiert werden, der immer schlechter wirkt. Mit der Einnahme von L-Thyroxin steigt ferner das Osteoporose-Risiko (Calciummangel) an und es kommt häufig zu Herzrhythmusstörungen (Eisenmangel).
Beispiel Metformin
Nur wenn im Körper ausreichend Chrom vorhanden ist, kann Insulin genau in dem Maße freigesetzt werden, um Deinen Blutzuckerhaushalt gesund zu erhalten. Metformin erhöht hingegen den Bedarf an Chrom noch. Die meisten Typ-II-Diabetiker haben aber schon vor der Einnahme von Metformin einen Chrommangel.
Eine Nebenwirkung von Metformin ist überdies die Verschlechterung oder Entstehung einer diabetischen Neuropathie. Ein Mangel an Vitamin B12 führt zu einer Zerstörung der Myelinscheiden, was zu Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit, also zu Neuropathie führt.
Viele Diabetiker leiden übrigens an starken Muskelkrämpfen in der Nacht, das ist dem Magnesiummangel durch Metformin geschuldet.
Ferner ist die megaloblastäre Anämie eine regelmäßig auftretende Nebenwirkung des Vitamin-B12-Mangels, ausgelöst durch Metformin. Fatal, da die Kapazität, Sauerstoff im Blut zu transportieren, beeinträchtigt wird. Kurzatmigkeit ist eine Folge, sodass viele Diabetiker nicht mehr in der Lage sind, ihr wichtiges Sportprogramm zu bewältigen. Sie haben einfach hierdurch zu wenig Sauerstoff im Blut, um sich zu bewegen.
Medikamente stören den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt – Was kannst Du also tun?
Wenn auch Du zu den Menschen gehörst, die Medikamente einnehmen müssen, dann solltest Du regelmäßig Deine Vitalstoffe testen lassen. Nur so weißt Du dann, welche Mängel Du aufweist und kannst diese auffüllen. Nur so kannst Du Dir dann sicher sein, im Großen und Ganzen gut versorgt zu sein und nicht durch die Einnahme eines Medikaments neue Erkrankungen zu entwickeln oder Deine Erkrankung zu verstärken. Nutze diese Chance, denn Du hast nur ein Leben. Ich frage Dich daher, was kann es Wichtigeres geben, um die eigene Lebensqualität zu verbessern? Nicht immer stehen aber diese Wechselwirkungen in den Beipackzetteln Ihrer Medikamente! Lass Dich daher testen! Kurz gesagt, nimm Deine Gesundheit in Deine Hände. Gerne helfe ich Dir dabei.
Übrigens, auch wer raucht oder regelmäßig Alkohol trinkt, sollte seine Vitamin- und Mineralstoffe regelmäßig testen lassen!
Vereinbare dazu gerne einen Termin in meiner Gesundheitsprävention-Online-Praxis und lass Dich beraten (Tel. Nr. 02771-833434; E-Mail: info@annette-pitzer.de).
Du kannst auch gerne ein gratis 20 Minuten Kennenlerngespräch mit mir vereinbaren.


25 Kommentare
Annette Pitzer
Liebe Wioleta,
lass die Spiegel im Blut testen, dann weißt Du ob Du substituieren musst oder nicht.
Alles Liebe
Annette
Christina
Wahnsinn! Dass die Anti Babypille die Aufnahme von so vielen Vitamine hemmt, war mir bisher auch nicht bewusst! Bin ich froh, dass ich die nicht mehr nehme. Vllt. kam mein krasser b12 mangel auch von der jahrelangen Einnahme der Pille 🙁
Liebe Grüße,
Christina
Annette Pitzer
Liebe Christina,
durchaus möglich.
Alles Liebe
Annette
David Schmid
Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Ich wusste über diese Wechselwirkungen bisher nicht Bescheid.
David von https://www.photoschmid.com/
Steffi
Huhu,
krass, das Thrombose durch die Antibabypille ausgelöst wird. Ich nehm die schon ewig, aber wenn man das hier liest, dann nimmt man sie viel zu leichtsinnig. Ich weiß, es geht nicht nur darum in deinem Beitrag, aber das hat mich am meisten geschockt.
LG
Steffi
Annette Pitzer
Liebe Steffi,
das sollte jede Frau die die Pille nimmt wissen, oder? Aufklärung ist so wichtig.
Alles Liebe
Annette
Miriam
Das ist ja spannend. Tolle Auflistung – hat sicher viel Arbeit gemacht. Ich werde mal schauen, ob ich den Selen-Wert testen kann.
Annette Pitzer
Liebe Miriam,
gute Idee.
Alles Liebe
Annette
IcefeeTestet
Hallo liebe Annette,
wieder ein sehr interessanter Beitrag. Ich war auch erst vor kurzem zum überprüfen, weil ich immer extrem müde war und ich wusste nicht warum. Seit dem ich mehr Vitamine einnehme geht es mir besser. Ich habe mir ein Präparat B12 in der Apotheke geholt.
Liebe Grüße Katrin
Annette Pitzer
Liebe Katrin,
schön, dass die Vitamine wirken.
Alles Liebe
Annette
Saskia Katharina Most
Ich wusste bereits, dass Medikamente die Aufnahme von Vitamin stören. Warum das so ist, war mir aber nicht wirklich klar. Vielen Dank für diese Info! Ich finde das sehr interessant.
Liebe Grüße,
Saskia Katharina
Annette Pitzer
Liebe Saskia,
auch ich finde das Thema hochinteressant.
Alles Liebe
Annette
Mo
Liebe Annette,
ich bin gerade dezent geschockt. Mir war gar nicht bewusst, dass Medikamente so einen starken Einfluss auf unseren Vitamin- und Mineralstoffhaushalt haben. Gut, dass ich das jetzt weiß. Das werde ich gleich mal meinem Mann sagen, der seit einem halben Jahr einige Medikamente nehmen muss. Das hat uns nämlich noch kein Arzt gesagt.
Liebe Grüße,
Mo
Annette Pitzer
Liebe Mo,
ich freue mich wenn ich mit meinem Wissen helfen kann.
Alles Liebe
Annette
Jana
Oh nun habe ich eine Erklärung, warum ich so oft Kopfschmerzen habe! Wenn man das so liest, könnte man denken, dass Medikamente auch eher schaden können als zu helfen! Aber ohne geht es in den meisten Fällen ja auch nicht? Oder?
Liebe Grüße
Jana
Annette Pitzer
Liebe Jana,
so pauschal kann man das nicht beantworten. In meiner Praxis habe ich aber viele Patienten die als sie sich vorstellten ein Konglomerat aus Schulmedikamenten nehmen mussten und nach der Therapie nur noch wenige oder keine mehr.
Alles Liebe
Annette
Steffi F.
Liebe Annette, das ist mal wirklich ein sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel! Von Diuretika und Magnesiummangel wusste ich, denn es wird ja das ganze Wasser ausgeschwemmt und dieses zieht auch die ganzen Mineralstoffe mit aus dem Körper.
Liebe Grüße,
Steffi F.
Annette Pitzer
Liebe Steffi,
danke!
Alles Liebe
Annette
Bea
Super, die Liste merke ich mir, liebe Annette! Ich nehme wegen dem Histamin eh erhöhtes Vitamin C, und wenn ich da lese, dass man es bei den Anti-Histaminika braucht… das klingt für mich logisch!
Aber die Liste ist echt hilfreich, obwohl ich echt vermeide, Medikamente zu nehmen, fallen trotzdem immer mal welche an.
Lieben Gruß, Bea.
Annette Pitzer
Liebe Bea,
schön, dass Dir der Beitrag gefällt.
Alles Liebe
Annette
Antje
Ob es tatsächlich so ist, dass „jedeR“ von uns Medikamente nimmt, bezweifle ich mal😀. Aber ich bin auch immer wieder erschrocken, dass „Medikamente nehmen“ so normal ist. Angesichts der Infos finde ich es um so dringender, dass ÄrztInnen und PatientInnen besser darüber Bescheid wissen und wir uns alle die Mühe machen, bei jeder Medikamentegabe zu überlegen, ob sie nötig ist, welche Alternativen es gibt (Ernährung, ent-Stressen, Bewegung) und wie man sie so kurz wie möglich halten kann. EineBlutanalyse und Supplemente sind zwar eine gute Möglichkeit, schädliche Wirkungen gering zu halten, doktern aber letztendlich auch nur am Symptom rum. Ich nehme die Infos gerne für meinen Bereich Adipositas-Op nochmal unter die Lupe. Dort wird einerseits großen Wert auf Supplemente gelegt, andererseits „zur Sicherheit“ ziemlich großzügig PPI verordnet. Spannendes Thema, vielen Dank!
Annette Pitzer
Liebe Antje,
sicherlich gibt es den einen oder anderen Menschen der keine Medikamente nimmt. Wenn 59% der 19 Jährigen Mädchen die Anti-Baby-Pille nehmen, 32% der Schulkinder regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden …, sind es nicht ganz so viele.
Was ist die Alternative zu Supplementen? Unsere Ernährung war noch nie so schlecht wie heute. Unsere Pflanzen enthielten noch nie so wenig Vitamine und Mineralstoffe wie heute.
Alles Liebe
Annette
Alles Liebe
Annette
E.va
Gottseidank nehme ich keins davon ein, das bleibt auch so. Sehr wichtige Info, werde sie weitergeben!